[Rezension] Beatrice Regen: Die Liebe des Schwarzmagiers

Samstag, 10. August 2019 | Kommentieren
Buch mit Kerze und Rosenblüte
Buchcover © Clara Henze

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646 Seiten | 2019 | epubli | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Einzelband

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Rezensionsexemplar


Warnungen (Ausklappbar) Folter, Verstümmelung, Häutung, Vergewaltigung

Ganz anders als erwartet

Diana liebt den Schwarzmagier John, doch als er einen Freund von ihr ermordet, wendet sie sich von ihm ab und beschließt, ihm seine Kräfte zu rauben. Dafür folgt sie ihm in die Dimension, aus der er stammt. Doch in dieser mittelalterlichen Welt sind Johns Kräfte nicht die größte Gefahr für sie.

"Die Liebe des Schwarzmagiers" - viel Romance, Magie und ein gefährlich-dunkler Magier? Nein, nicht wirklich. Wer hier eine dieser typischen magischen Fantasy-Schnulzen erwartet, liegt falsch.
Obwohl die Liebe oftmals die treibende Kraft für die Handlung ist, ist dieses Buch eher eine Mischung aus Zeitreiseroman und Dark Fantasy, gemixt mit etwas Romance. Es spielt mal in fiktiven deutschen Orten, mal in einer magischen Dimension, die an das mittelalterliche Deutschland und Frankreich erinnert. Beide Welten werden dabei schön detailliert beschrieben und laden zum Eintauchen ein - zumindest meistens, denn so manche brutale Szene wollte ich mir dann doch nicht zu genau vorstellen. Wer Genaueres wissen will, kann sich gern meine Warnungen weiter oben anschauen.
Die Handlung wirkt im ersten Moment schnell erzählt, ist es aber nicht, denn Beatrice Regen überraschte mich mit mehreren spannenden Wendungen, die das Buch letztlich in eine andere Richtung führten, als ich anfangs dachte. Tatsächlich berichtet "Die Liebe des Schwarzmagiers" davon, wozu jemand um der Liebe willen fähig ist. Wie wörtlich der Titel dabei zu nehmen ist, überraschte mich, denn viel zu oft sind es die weiblichen Hauptfiguren, die um eine Liebe kämpfen und für diese allerhand auf sich nehmen.
Die Figuren konnten mich durchweg überzeugen, auch wenn ich von John anfangs etwas enttäuscht war. Er ist nicht der böse Magier, als der er im Klappentext daherkommt. Überhaupt ist vieles in dieser Geschichte nicht so, wie es anfangs scheint, was stellenweise etwas verworren, aber durchweg interessant ist.
Einzig mit der Protagonistin Diana hatte ich so manches Mal meine Probleme, da mir ihre naive Art stellenweise auf die Nerven ging. Obwohl anderes behauptet wird, hatte ich das Gefühl, sie wisse überhaupt nicht, aus welcher Welt John stammt und welche Verhaltensweisen dort üblich sind. Noch dazu war sie mir vereinzelt "zu gut für diese Welt": Wie schnell sie selbst grausamste Dinge verzeihen kann, war erstaunlich und für mich wenig nachvollziehbar.

Spoiler: Ende gut, alles gut (Ausklappbar) Die gesamte Geschichte ist ein Auf und Ab, bei dem die Hauptfiguren einiges durchmachen müssen und Spuren davon tragen. Leider ist von denen am Ende kaum noch etwas zu erkennen. Frei nach dem Motto "Magie kann (fast) alles" verschwinden die sichtbaren Spuren und von den Unsichtbaren ist einfach keine Rede mehr. Das war mir persönlich einfach zu kitschig, um zu überzeugen.

Fazit

Ein spannendes Fantasy-Abenteuer mit gut ausgearbeiteten Welten und Figuren. Einzig mit der Protagonistin und dem Ende hatte ich ein paar Probleme, für die es in der Wertung einen Punkt Abzug gibt.

Bewertung_4 von 5 Pergamentfaltern

Zusammenfassung

Positiv Neutral Negativ
  • Stimmige Atmosphäre
  • Angenehmer Schreibstil
  • Überzeugende Figuren
  • Spannung
  • Guter Wechsel zwischen ruhigen und actionreichen Szenen
  • Unerwartete Wendungen
  • Wechsel zwischen zwei Welten
  • Mehrere Perspektiven
  • Teilweise sehr brutal
  • Etwas nervige Protagonistin
  • "Ende gut, alles gut" (siehe Spoiler)

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