[Rezension] Kai Meyer: Die Sturmkönige - Glutsand

Sonntag, 7. Juli 2019 | Kommentieren
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Buchcover © Bastei Lübbe
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480 Seiten | 2009 | Bastei Lübbe | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Die Sturmkönige 3 von 3

Ein würdiges Finale

Auf der Suche nach dem Dritten Wunsch, ihrer vielleicht letzten Rettung vor den Dschinnen, stoßen Tarik, Sabatea und ihre Begleiter*innen immer tiefer in die Wüsten südlich von Bagdad vor. Ihr Ziel: Skarabapur, die Stadt, in der Wünsche in Erfüllung gehen sollen. Gleichzeitig sammeln sich die Armeen der Dschinne zum finalen Schlag gegen Bagdad.

Faszination Wüste

Nach dem Zwischenstopp in Bagdad im zweiten Band geht es nun wieder hinaus in die Weiten der Wüste - auch wenn die Landschaft, in die es Tarik, Sabatea und Co. verschlägt, wenig mit einer Wüste im herkömmlichen Sinn zu tun hat. Es ist eine faszinierende, abwechslungsreiche Kulisse, die Kai Meyer dieses Mal entwirft, anders als das bisherige Wüstensetting und definitiv nichts, was ich aus einem anderen Buch bereits kenne. Genau so wünsche ich mir Fantasy: überraschend, anders und nicht schon zig mal gelesen.

Zurückgekehrter Fokus

Im zweiten Band hatten mich die vielen eher flachen Nebenfiguren gestört. Davon ist nun nichts mehr zu merken. Wie schon im ersten Band konzentriert sich die Handlung auf eine Handvoll Figuren und zeichnet diese nach und nach etwas deutlicher. Khalis, der Magier mit seiner toten Tochter, die Geschwister Ifranji und Nachtgesicht, Almarik, der Ifritjäger - sie alle bekommen dieses Mal mehr Profil. Im zweiten Band erschienen sie mir zu oft wie leere Hüllen ohne tiefere Persönlichkeit, die nur dazu da sind, die Handlung voranzubringen. In "Glutsand" sind sie nun gezwungen, über längere Zeit miteinander auszukommen und zeigen dadurch mehr von ihrer Persönlichkeit, als es in den kurzen Begegnungen in Bagdad möglich war.
Auch die drei Hauptfiguren Sabatea, Tarik und Junis entwickeln sich noch einmal weiter, wobei mir die Interaktion zwischen den beiden Brüdern etwas zu kurz kam. Hier hätte ich mir ein, zwei Szenen mehr gewünscht, die zeigen, wie sich das Verhältnis der beiden und ihr Umgang miteinander nach ihrer langen Reise verändert hat.

Die Perspektive des Bösen

Großartig fand ich den Einblick in das Denken der Dschinne, den Amaryllis ermöglicht. Viel zu oft werden die Antagonist*innen einer Geschichte leider auf ihre (grundlose) Bosheit heruntergebrochen. Bisher hatte ich geglaubt, ein ähnliches Muster in den Dschinnen zu erkennen. Amaryllis' Erklärungen für das Verhalten der Dschinne kamen daher für mich komplett überraschend - und waren auch noch nachvollziehbar! Mögen werde ich die Dschinne trotzdem nie, aber immerhin sind sie keine grundlos grausamen Kreaturen mehr.

Fazit und ein übereilter Abschluss

Insgesamt könnte es ein toller finaler Band mit winzigen Macken sein. Gut ausgearbeitete Charaktere, spannende Handlung, unterschiedliche Handlungsorte... Leider machte mir das Ende diesen positiven Eindruck etwas kaputt.
Zuvor wurde die Geschichte aus den Perspektiven von Tarik, Sabatea und Junis erzählt. In den letzten beiden Kapiteln scheint es eher ein allwissender Erzähler zu sein, der sich kaum noch mit Details aufhält. Statt die Interaktionen der Figuren und ihre Dialoge genauer auszuführen, wird nur noch ganz knapp darüber berichtet. Dadurch wird zwar ein umfassender letzter Blick möglich, aber auf mich wirkte all das nur übereilt. Als solle möglichst schnell ein akzeptabler Abschluss gefunden werden... Schade! Zehn Seiten mehr, aber weiterhin aus den Perspektiven der Charaktere, hätten mir besser gefallen.

Bewertung_4 von 5 Pergamentfalter

Zusammenfassung

Positiv Neutral Negativ
  • Worldbuilding
  • Lockerer Schreibstil
  • Atmosphäre
  • Abwechlungsreiche Charaktere
  • Einblick in das Denken der Dschinne
  • Wechselnde Perspektiven
  • Wenig Interaktion zwischen Tarik und Junis
  • Etwas hastiges Ende

Die Reihe im Überblick

  1. Die Sturmkönige - Dschinnland
  2. Die Sturmkönige - Wunschkrieg
  3. Die Sturmkönige - Glutsand

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