[Rezension] Kai Meyer: Die Sturmkönige - Wunschkrieg

Sonntag, 16. Juni 2019 | 4 Kommentare
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Buchcover © Bastei Lübbe
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432 Seiten | 2009 | Bastei Lübbe | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Die Sturmkönige 2 von 3

Hinweis: In dieser Rezension geht es um den zweiten Teil der Reihe "Die Sturmkönige". Sie bezieht Informationen aus dem vorhergehenden Teil mit ein.

Hier geht es zu den Rezensionen zu Band 1.

Rückkehr in den Orient

Tarik und Sabatea haben es geschafft: Sie sind in Bagdad - und wurden direkt wieder getrennt. Während Tarik versucht, Sabatea aus dem Kalifenpalast zu befreien, schließt sich sein Bruder Junis in der Wüste den Sturmkönigen im Kampf gegen die Dschinne an.

Erneut gelingt es Kai Meyer binnen weniger Seiten, den Zauber von 1001 Nacht heraufzubeschwören und eine magische Atmosphäre zu kreieren. Tarik glaubt, alles verloren zu haben, doch statt sich erneut aufzugeben, wie er es in Samarkand tat, will er dieses Mal kämpfen. Ich glaube, allmählich wird er tatsächlich wieder er selbst und es macht mir einfach Spaß, diese Entwicklung zu verfolgen, wenngleich ich den Auslöser - seine Liebe zu Sabatea - nicht ganz überzeugend empfand. Die beiden haben zwar einiges durchgemacht, was sie zusammenschweißt, aber die tiefen Gefühle waren mir schlichtweg zu plötzlich da.
In den verwinkelten Gassen Bagdads trifft Tarik auf einige neue, abwechslungsreiche Charaktere. Nachdem sich der erste Band fast ausschließlich auf die drei Hauptfiguren Sabatea, Tarik und Junis konzentrierte, war ich froh, endlich mal ein paar mehr Menschen kennenzulernen. Leider waren mir die meisten Nebenfiguren etwas zu blass. Mit Blick auf den dritten Band habe ich die Hoffnung, dass dieses Mal nur viele neue Charaktere eingebracht wurden, von denen nun die wichtigsten ausgesiebt und tiefer gezeichnet werden. Ein wenig geht die Entwicklung am Ende von "Wunschkrieg" in diese Richtung und ich hoffe, dass es dabei bleibt.
Sabatea ist währenddessen im Kalifenpalast und dort ganz anderen, aber nicht minder lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt als in der Wüste. Nachdem sie für mich im ersten Band wenig greifbar war, erfährt man dieses Mal mehr über sie und die Hintergründe ihrer Handlungen. Dadurch wurde sie greifbarer und lebendiger, auch wenn sie auf mich noch immer nicht ganz so rund wie die beiden Brüder Tarik und Junis wirkt.
Junis ist der einzige in diesem Dreiergespann, dessen Geschichte in unmittelbarer Nähe zu den grausamen Dschinnen spielt. Er ist bei den Sturmkönigen gelandet und macht dort mehrere Entdeckungen, die ihn stark zum Nachdenken bringen. Insbesondere seine Interaktionen mit Maryam und dem Jungen Jibril fand ich sehr gut und überzeugend gelungen. Sie wirken auf mich lebensecht und tragen mit dazu bei, dass Junis sich weiterentwickelt.
Insgesamt gefiel mir die Mischung aus städischem und Wüstenschauplatz, aus Entfernung und Nähe zu den Dschinnen sehr gut. Dadurch erlebt man einerseits, wie das Leben in dieser Welt weitergeht, aber andererseits kann man gar nicht die Bedrohung vergessen, die über allem schwebt und die weiterhin mordend durch die Wüsten  zieht.

FAZIT

Eine unterhaltsame Fortsetzung mit starken Charakteren!

Bewertung_4 von 5 Pergamentfaltern

Zusammenfassung

Positiv Neutral Negativ
  • Worldbuilding
  • Angenehmer Schreibstil
  • Atmosphäre
  • Abwechslungsreiche Charaktere
  • Wechselnde Perspektiven
  • Nicht ganz überzeugende Liebesgeschichte
  • Größtenteils eher blasse Nebenfiguren

Die Reihe im Überblick

  1. Die Sturmkönige - Dschinnland
  2. Die Sturmkönige - Wunschkrieg
  3. Die Sturmkönige - Glutsand

4 Kommentare

  1. Ich fand ja den ersten Band toll. Wusste allerdings auch nicht, dass es noch zwei weitere Bände gibt. Aber auch gut, so habe ich etwas zum Lesen im Urlaub. :)

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    1. Oh, dann hoffe ich, dass dir die Nachfolger auch so gut gefallen werden wie der erste Band! :)

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  2. Habe das Buch letzte Woche dank deiner Empfehlung gelesen. Absolut tolles Buch. danke Sarah!

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