[Rezension] Benedikt Gollhardt: Westwall

Montag, 10. Juni 2019 | 2 Kommentare
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Buchcover © Penguin Verlag
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496 Seiten | 2019 | Penguin Verlag | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Bisher Einzelband

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Warnungen (Ausklappbar) Gewalt gegen Kinder, Verstümmelung, Thematisierung von Neonazis, Reichsbürger*innen, Terrorismus

Traue niemandem!

Eine Verteidigungslinie aus dem Zweiten Weltkrieg. Jugendliche, die scheinbar ungebunden in den tiefen Wäldern der Eifel leben. Eine rechte Untergrundorganisation. Nationalsozialistische Symbole. Reichsbürger*innen. Der Verfassungsschutz ... Die Liste der Inhalte, die Benedikt Gollhardt in seinem Debüt vereint, ist lang. Und mittendrin steht eine Polizeischülerin, die nur durch eine einzige "zufällige" Begegnung in diesen Strudel aus Verwirrspielen, Lügen und Gewalt gezogen wird.

Die Handlung

Als die Polizeischülerin Julia Nick kennenlernt, verliebt sie sich prompt. Doch schon nach der ersten gemeinsamen Nacht wird ihr klar, dass hier etwas überhaupt nicht stimmt: Nick heißt gar nicht Nick und trägt ein riesiges Hakenkreuz-Tattoo auf dem Rücken. Ihre Nachforschungen führen sie in die gefährlichen Abgründe der deutschen Gesellschaft - und in ihre eigene Vergangenheit.

Nichts ist, wie es scheint

Nach einem Prolog mit Gänsehautpotential beginnt die eigentliche Geschichte zunächst ruhig, stellt die Hauptfiguren vor und legt die Grundsteine für diese Handlung. Die Spannung wird zunächst nur subtil aufgebaut: Hier eine Andeutung, da ein kleiner Cliffhanger, dort eine Aussage, die verdächtig gut zu einer zuvor gemachten Aussage einer anderen Person passt.
Ganz langsam verwebt der Autor einzelne Fäden miteinander, knüpft Verbindungen zwischen Personen, die sich eigentlich nicht kennen sollten, und lässt das Gerüst aus Lügen, doppelten Identitäten und verborgenen Wahrheiten weiter wachsen. Wie gut dieses Gerüst tatsächlich ist, habe ich lange nicht verstanden. Stattdessen war ich begeistert von plötzlichen Wendungen, die ich nur selten kommen sah, von einem toll gelungenen Wechsel aus ruhigen und actionreichen Szenen und von Charakteren, die nicht nur logisch gut funktionieren, sondern mich auch auf emotionaler Ebene überzeugen und mitnehmen konnten.
Erst gegen Ende, mit den letzten Puzzlestücken, begriff ich schließlich das gesamte Ausmaß der Verstrickungen. An einem Punkt, an dem es längst kein Zurück mehr gab, verabschiedete sich die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes mit einem großen Knall und ein paar ruhigen Abschlusstönen, die vielleicht auf eine Fortsetzung hoffen lassen. Bis dahin bin ich sehr beeindruckt von diesem spannenden Debüt, das mit Gänsehaut begann, langsam zum Pageturner wurde und mich bis zur letzten Seite überzeugte.

Bewertung_5 von 5 Pergamentfalter

Zusammenfassung

Positiv Neutral Negativ
  • Angenehmer, flüssiger Erzählstil
  • Aktuelles Thema
  • Durchgängige Spannung
  • Facettenreiche, überzeugende Figuren
  • Viele Verstrickungen und überraschende Wendungen
  • Mehrere Perspektiven

    Weitere Meinungen

    2 Kommentare

    1. Hallo Sarah,

      eine schöne Rezension zu Westwall, die ich gerne unter meiner auf meinem Blog verlinke. Ich hoffe, das ist für Dich ok :-)

      Ich stöber noch ein wenig durch deine Beiträge.

      Viele Grüße
      Kerstin

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      1. Hallo Kerstin,

        vielen Dank! Klar ist das okay. Ich hab deine Rezension auch direkt mal mit verlinkt :)

        Liebe Grüße
        Sarah

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