[Rezension] Mark Roderick: Post Mortem - Tage des Zorns

Samstag, 4. Mai 2019 | 4 Kommentare
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Buchcover © FISCHER Taschenbuch
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512 Seiten | 2017 | FISCHER Taschenbuch | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Post Mortem #3

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Warnungen (Ausklappbar) Gewalt gegen Kinder, Verstümmelung, Folter

Hinweis: In dieser Rezension geht es um den dritten Teil der "Post Mortem"-Reihe. Sie bezieht Informationen aus den vorhergehenden Teilen mit ein.

Hier geht es zu den Rezensionen zu Band 1 und Band 2.

Actionreiche Fortsetzung

Ein Serienmörder schickt Interpol-Agentin Emilia Ness menschliche Körperteile und fordert sie zu einem perfiden Katz-und-Maus-Spiel auf. Währenddessen erhält Avram einen neuen Auftrag. Seine Zielperson: Ein alter Bekannter, mit dem er seit Jahren eine Rechnung offen hat.

Neue Richtung

Band 1 und 2 lebten nahezu ausschließlich von der Handlung rund um Belial und die anderen Hintermänner der Foltervideos. Als diese abgeschlossen wurde, fragte ich mich, wie es nun weitergehen soll, schließlich schien diese Schiene essenziell für die Handlung. Mit Band 3 beweist Roderick jedoch, dass es auch anders geht - wenn auch nicht weniger brutal.

Langsam steigende Spannung

Wie schon in den Vorgängerbänden wird die Geschichte abwechselnd aus Emilias und Avrams Perspektive erzählt und beginnt mit dem, was bei den beiden wohl am ehesten an "Alltag" heranreicht. Avram erledigt einen Auftrag, der sich nicht so entwickelt wie gedacht, und Emilia besichtigt einen Tatort, der Fragen aufwirft.
Viel mehr möchte ich von den Ereignissen im Buch gar nicht verraten, denn alles andere verrät meiner Meinung nach zu viel. An der Stelle ist leider auch der Klappentext nicht besonders gut gelungen. Also, falls ihr das Buch noch lesen wollt: Lest nicht den Klappentext!
Ohne mehr zu verraten, kann ich jedoch sagen, dass ich das Buch gut gelungen finde. Von Anfang an ist eine leichte Spannung zu merken, die sich im Verlauf langsam steigert. Dabei driften einige Szenen stark dem Actionfilm entgegen und wirkten manchmal etwas zu effekthascherisch. Alles in allem ist mir diese actionreichere Variante aber lieber als die schleppende, die ich in Band 2 kritisiert hatte.

Lebendige Hauptfiguren

Erneut hat mir das Duo aus Ermittlerin und Auftragsmörder sehr gut gefallen, wobei die beiden, endlich - endlich! - mehr miteinander zu tun haben. Auf der einen Seite sind sie (erneut) gezwungen, gemeinsam zu agieren, auf der anderen Seite wurde immer wieder unterschwellig deutlich, dass sie sich voreinander in Acht nehmen. Hier hätte es mir gern noch etwas mehr sein können: das Miteinander wirkte zu harmonisch, obwohl allein ihre unterschiedlichen Professionen wunderbare Reibungsflächen bieten.
Beiden Hauptfiguren geht es dieses Mal an die emotionale Substanz, hauptsächlich, weil ihr persönliches Umfeld mit in den Fall hineingezogen wird. Die Gefühlsachterbahnen, die die beiden erleben, und ihre Reaktionen konnte ich gut nachvollziehen. Logisch betrachtet waren sie zwar nicht immer die besten, aber gerade das machte die beiden für mich noch mehr zu Menschen: Sie handeln emotional, egal, wie verkopft sie bisher wirkten.
Ein ebenfalls schönes Plus für mich war der Einblick in Avrams Vergangenheit. Ein ganz bestimmtes Ereignis wurde in den Vorgängerbänden immer mal kurz angerissen und wirkte dabei wie der metaphorische Schatten, der sich auf die Gegenwart legt. Genau dieses Ereignis wird dieses Mal dank einiger Rückblicke greifbarer.

Kleine Ungereimtheiten

Einziges echtes Manko für mich sind ein paar kleine Ungereimtheiten, die meinen Lesefluss hin und wieder stolpern ließen. So spielt beispielsweise ein Keller eine Rolle, der viel verschachtelter ist, als es für das Gebäude, zu dem er gehört, passen würde. Oder eine Beinwunde, die ein paar Seiten vorher noch Probleme machte, spielt plötzlich überhaupt keine Rolle mehr und scheint wie weggeblasen. Diese Ungereimtheiten waren nicht unbedingt extrem wichtig für die Handlung, ließen mich aber doch ab und an die Stirn runzeln. Hier hätte ich mir mehr Glaubwürdigkeit gewünscht.

Fazit

Nach dem Tief im zweiten Teil kann der dritte Band, "Post Mortem - Tage des Zorns", dank einer actionreichen, spannenden Handlung und lebendiger Charaktere bei mir wieder Pluspunkte sammeln. Einzig kleine Ungereimtheiten und ein etwas zu harmonisches Miteinander von Avram und Emilia trübten mein Leseerlebnis etwas.

Bewertung_4 Pergamentfalter

Zusammenfassung

Positiv Neutral Negativ
  • Angenehmer Schreibstil
  • Glaubwürdige Hauptfiguren
  • Einblicke in Avrams Vergangenheit
  • Durchgängige Grundspannung mit mehreren Höhepunkten
  • Actionreicher Verlauf
  • Zwei Perspektiven
  • Miteinander von Avram und Emilia etwas zu reibungslos
  • Vereinzelt kleine Ungereimtheiten
  • Spoilernder Klappentext

Weitere Meinungen

Die Reihe im Überblick

  1. Post Mortem - Tränen aus Blut
  2. Post Mortem - Zeit der Asche
  3. Post Mortem - Tage des Zorns
  4. Post Mortem - Spur der Angst
  5. Post Mortem - Herzen aus Wut

4 Kommentare

  1. Huhu (=

    Der dritte Band war ja für mich das ausschlaggebende Buch, die Reihe nicht mehr weiter zu verfolgen. Mir ist es zu filmisch geschrieben und die ersten zwei Bände wurden zu oft wiederholt … Du wirst auch Band 4 lesen?


    Mukkelige Grüße
    Janna

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    Antworten
    1. Hallo Janna!

      Die Wiederholungen fand ich jetzt gar nicht so dramatisch. Da haben mich die Rückblenden in Band 2 mehr genervt *lach* So unterscheiden sich manchmal die Wahrnehmungen...
      Ja, den vierten hab ich gerade angefangen.

      Liebe Grüße
      Sarah

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  2. Hey Sarah,
    die Bücher sehe ich immer wieder... Ich glaube, ich muss mir Band 1 jetzt mal auf die Wunschliste legen, damit ich es nicht wieder vergesse. *drop*
    Danke für deine Rezi und das Erinnern. ;)

    Hab einen tollen Abend!

    Ganz lieben Gruß
    Steffi

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    1. Hey Steffi,

      sehr gerne; und danke dir für deinen Kommentar! Ich hoffe, die Reihe (oder mindestens der erste Band) ist etwas für dich :)

      Liebe Grüße
      Sarah

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