[Rezension] Timo Leibig: Nanos - Sie bestimmen, was du denkst

Sonntag, 9. Dezember 2018 | Kommentieren
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Buchcover © Penhaligon Verlag
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512 Seiten | 2018 | Penhaligon Verlag | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Malek Wutkowski #1

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Spannende Zukunftsvision mit zu wenig Tiefgang

Nanoteilchen, die die menschlichen Gedanken beeinflussen. Eine Gruppe resistenter Menschen, die eine Rebellion gegen die politische Führung plant. Ein entflohener Häftling, der seinem sterbenden Freund ein Versprechen gegeben hat, das ihn mitten hinein in die Irrungen und Wirrungen dieser Gesellschaft führt.

Erschreckend überzeugend

Im Jahr 2028 ist die EU zerschlagen und Deutschland hat sich abgeschottet. Bundeskanzler Johann Kehlis lässt diverse Lebensmittel und das Trinkwasser mit Nanoteilchen versetzen, durch die die Menschen ihm alles glauben. Nur wenige sind immun dagegen und versuchen sich an einer Rebellion gegen das System.
Trotz kleiner offener Fragen - Kann Deutschland überhaupt so autark sein, wie es hier anklingt? Können Nanoteilchen Menschen tatsächlich so beeinflussen wie hier beschrieben? - fand ich diese Zukunftsvision erschreckend überzeugend. Ein wenig erinnerte sie mich mit dem absoluten Gehorsam der Menschen und ihrem Bedürfnis, Unbeeinflusste zu melden, an Orwells "1984". Allerdings bringt mich dieser Vergleich auch schon zu dem, was mir hier fehlte.

Handlung statt Psychologie

Während es in "1984" viel um persönliche Gedankengänge und letztlich die Psychologie hinter der staatlichen Kontrolle geht, bietet "Nanos" eine actionreiche Handlungsabfolge, die den einzelnen Persönlichkeiten wenig Raum lässt, um zu wirken. Es gibt zwar Einblicke in den Alltag und in die Gedanken der Figuren, aber angesichts dieses krassen Szenarios war es mir zu wenig. Stattdessen gibt es viel "Hau drauf" - Schlägereien, Schießereien, Verfolgungen, Mord... Dadurch war zwar immer was los, aber eine echte Verbindung zur Geschichte und ihren Figuren bekam ich nicht.
Außerdem sorgte diese "Handlungslastigkeit" dafür, dass die Charaktere recht blass und auf ihre Funktion in der Handlung konzentriert blieben. Mehr Tiefgang wäre hier schön gewesen. Vielleicht wäre ich dann auch emotional eher von der Handlung gepackt worden. So, wie es ist, hat mich zwar die Zukunftsvision interessiert und ich habe die Handlung gern verfolgt, aber echte Hochspannung und Nervenkitzel gab es nicht.

Fazit: Unterhaltsamer Thriller für zwischendurch.

Gute Unterhaltung für zwischendurch, die mir zu oft zu oberflächlich und handlungszentriert blieb. Ein stärkerer Fokus auf die psychologischen Aspekte dieser Zukunftsvision, auf die einzelnen Persönlichkeiten und nicht zuletzt mehr Tiefgang hätte mir besser gefallen.

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Zusammenfassung

Positiv Neutral Negativ
  • Interessantes Zukunftsszenario
  • Weitgehend überzeugende Darstellung
  • Angenehmer Schreibstil
  • Interessante Figuren
  • Viel Action (durch die es an anderen Stellen fehlte)
  • Durchgehende Spannung, aber keine Hochspannung
  • Wenig Tiefgang in Handlung und Figuren
  • Figuren oft nur Träger der Handlung, keine eigenständigen Persönlichkeiten

Weitere Meinungen

Die Reihe im Überblick

  1. Nanos - Sie bestimmen, was du denkst
  2. Nanos - Sie kämpfen für die Freiheit (ET: Mai 2019)

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