Mein Weg zu HTML und CSS

Sonntag, 11. November 2018 | 4 Kommentare
texteditor

"Ich verstehe das eh nicht."
"Du machst das doch schon ewig, natürlich kannst du das!"
"Manche können es eben und manche nicht."

Solche und ähnliche Aussagen begegnen mir immer mal wieder, wenn es um HTML und CSS geht. Dabei klingt gern unterschwellig an, dass diese beiden Sprachen schon beinahe Hexenwerk seien, das "Normalos" nie und nimmer verstehen. Das kann man so stehen lassen und nicht weiter darauf eingehen - oder sich die Ganze Sache mal genauer anschauen und feststellen, dass HTML und CSS gar nicht so schwer sind, wenn man die Grundlagen verstanden hat.
In meinem letzten (und ersten) Post zu HTML und CSS habe ich euch die absoluten Basics beider Sprachen vorgestellt. Nach dieser vollen Ladung Informationen soll es heute mehr um den Lern- und Übungsaspekt gehen.
Sprich: Wie bin ich eigentlich bei HTML und CSS gelandet? Woher kommt das Wissen, das ich heute habe? Wie habe ich es gelernt? (Nein, es ist weder angeboren, noch spontan vom Baum gefallen.)

Die ersten Anfänge

Von HTML hörte ich zum ersten Mal im Medienunterricht in der 9. Klasse. Zwischen langsamen Windows XP-Rechnern und Diskettenlaufwerken fielen ein paar Worte zur ominösen Webgestaltung, mit der ich damals noch gar nichts anfangen konnte. Nichtsdestotrotz war ich angefixt und entschied mich ein Jahr später für das Wahlpflichtfach Informatik.
Da saß ich nun. Fünf oder sechs Jungen, mittendrin ich und der irritierte Blick meines Lehrers - der Gedanke, dass Mädchen sich für Informatik interessieren könnten, schien in meiner Schule noch nicht weit verbreitet zu sein. Irgendwann im Laufe des Schuljahres stand tatsächlich Webgestaltung auf dem Plan und ich erfuhr, was HTML ist, wie der Grundaufbau einer Webseite aussieht und bekam eine Liste mit einfachen HTML-Tags. Als Übung sollten wir zuhause zu einem selbst gewählten Thema ein paar HTML-Seiten schreiben und die untereinander verknüpfen. Ich glaube, es sollten mind. 4 oder 5 Seiten sein. Ich hatte am Ende etwa 20 und eine Art Wiki zu meiner damaligen Lieblingsserie "Alarm für Cobra 11" - verdutzter Blick meines Informatiklehrers inklusive. Immerhin hatte das einzige Mädchen die komplexeste Seite im Kurs geschrieben.
Meine ersten Schritte in der Webgestaltung waren gemacht.

Mein Start ins Bloggerleben

Trotzdem dauerte es noch seine Zeit, bis ich mich wirklich aktiv mit HTML (und später auch CSS) befasste. Zunächst einmal fasste ich weiter Fuß in der Blogosphäre.
Einen ersten Blog hatte ich mir schon in der 8. oder 9. Klasse eingerichtet und dort Tagebucheinträge, Buchrezensionen und kleine Geschichten verfasst. Der Blog basierte auf Wordpress, lief aber über einen Drittanbieter und war in den Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Meine Unzufriedenheit wuchs daher ziemlich schnell und in der 10. Klasse wechselte ich zu Blogspot.
Leider war ich auch dort recht schnell nicht mehr wirklich zufrieden. Auf anderen Blogspot-Blogs konnte ich so viele schöne Dinge sehen, die ich auch wollte, aber die der Editor einfach nicht konnte. Hin und wieder fand ich fertige Codes, die ich als HTML/Javascript-Gadget oder im Editor im CSS-Feld einfügen konnte, aber das war auch nicht das Wahre. Viel zu oft machten die Codes nicht 100% das, was ich wollte. Ich war also wohl oder übel gezwungen zu verstehen, was die Codes bedeuteten, um sie anpassen zu können.
Daher fing ich etwa ein Jahr später damit an, mich wirklich mit HTML und CSS auseinanderzusetzen. Erst sammelte ich allgemein etwas Grundwissen, dann ging es projektbezogen weiter. Wann immer ich etwas machen wollte und mir Tutorials dafür suchte, versuchte ich wirklich zu verstehen, was in den Anleitungen gemacht wird, und probierte herum, wie sich Änderungen am Code auswirken. So verstand ich nach und nach, wie HTML und CSS funktionieren.

Wer braucht schon Backups?

Ich. Auch wenn ich lange Zeit das Gegenteil dachte.
Ziemlich schnell experimentierte ich nicht mehr nur noch innerhalb eines Posts oder in einem Gadget am Code, sondern am Quellcode meines Blogs. Hinweise in Tutorials, die mir jedes Mal sagten, ich solle zuerst ein Backup machen, ignorierte ich geflissentlich. Ich wollte doch nur ein winzig kleines Detail ändern...
Bei dem Detail blieb es meist nicht. Änderung auf Änderung folgte, irgendwann speicherte ich - und der Blog sah komplett zerschossen aus. Blogposts klebten irgendwo an der Seite, der Footer hing am oberen Rand, die Gadgets stapelten sich treppenförmig über die gesamte Seite ... Irgendetwas war gehörig schief gegangen.
Manchmal konnte ich auch gar nicht erst speichern, weil irgendwo ein Zeichen zu viel oder wenig war oder Blogspot einfach nicht verstand, was ich im Code geschrieben hatte.
Häufig fand ich den Fehler recht schnell. Oder ich hatte den HTML-Editor noch nicht zu gemacht und konnte über die Tastenkombination Strg + Z die Änderungen rückgängig machen.
Doch das funktionierte nicht immer. Manchmal blieb mir nichts anderes übrig, als über den Editor mein Design zurückzusetzen und komplett von vorn anzufangen. Ätzend! Trotzdem war es ein guter Lehrmeister, der mich dazu zwang, vorab Backups zu machen.
Inzwischen habe ich neben Backups von verschiedenen Zeitpunkten sogar einen Testblog, den nur ich einsehen kann. Hier teste ich große Änderungen und baue so lange daran herum, bis alles passt. Erst dann integriere ich sie in meinen "richtigen" Blog.

Webtechnologie im Studium

Etwa sechs Jahre (inkl. Pausen) lernte ich auf diese Weise HTML und CSS und verstand zunehmend, was auf meinem Blog (und generell auf Webseiten) passierte.
Weitere Inputs bekam ich durch zwei Kurse, die ich mir für das interdisziplinäre Modul in meinem Studium suchte: Zum einen belegte ich Webtechnologie, in dem ich u.a. meine HTML- und CSS-Grundlagen auffrischte, festigte und ein kleines bisschen vertiefte. Zum anderen machte ich einen Kurs zur Visualisierung von Daten, in dem Webdesigner u.a. Inputs zu Webgestaltung und Javascript gaben.

Ein selbstgeschriebenes Design

Im Sommer 2017 wollte ich meinen nächsten Schritt in der Webgestaltung gehen. Bislang hatte ich immer nur einzelne Bereiche meines Blogs selbst angepasst. Das neue Design wollte ich jedoch erstmals komplett selbst schreiben.
Die anfängliche Euphorie wich schnell der Ernüchterung: Die einzige Anleitung, die ich finden konnte, die wirklich erklärt, wie man ein Blogspot-Template schreibt, ist unvollständig und Blogger selbst ist stellenweise ziemlich verschachtelt.
Also doch kein komplett eigenes Design. Möglichst viel selbst machen wollte ich trotzdem - auch um dafür zu sorgen, dass mein Blog auf sämtlichen Geräten vom Computer bis zum Smartphone schick aussieht. In zwei Monaten baute ich ein Design, das mir gefällt und das responsiv ist, d.h. es passt sich automatisch an die Bildschirmgröße an. Im Zuge dessen koppelte ich meinen Blog auch weitestgehend vom Blog-Editor ab. Genutzt hatte ich den schon lange nicht mehr, also konnte ich auch direkt alle Angaben zu Größe, Farbe, Schriftart etc. in den Code schreiben.

Heute

Seit meiner ersten Begegnung mit HTML sind inzwischen fast 10 Jahre vergangen. Mein Vergangenheits-Ich hätte wohl niemals gedacht, dass ich HTML und CSS verstehe und lieber direkt am Quellcode statt im Blog-Editor arbeite.
Heute fühlt sich das ganz normal an und ich gehe vollkommen selbstverständlich direkt in den HTML-Editor, wenn ich etwas ändern will. HTML-Tags und CSS-Befehle sind für mich keine böhmischen Dörfer mehr, auch wenn ich bei weitem noch nicht alles verstehe und immer mal wieder Dinge nachschlage. Gerade bei komplexeren Strukturen weiche ich auch heute noch gern auf Tutorials aus und passe mir die nach meinen Wünschen an, statt selbst "aus dem Nichts heraus" etwas zu schreiben.
Trotzdem bin ich damit zufrieden. Zu weiten Teilen kann ich heute selbst entscheiden, wie mein Blog aussieht. Über die Jahre ist gerade der CSS-Bereich meines Blogs gehörig gewachsen und darauf bin ich stolz, weil ich weiß, dass ich das alles gemacht habe.

Letzten Endes habe ich vor allem eines gelernt: HTML und CSS sind wie jede andere Fremdsprache, die wir lernen können. Von heute auf morgen geht nichts - aber es lohnt sich, dran zu bleiben! Auch wenn man mitunter an Grammatik unnd Vokabular verzweifelt *lach*

4 Kommentare

  1. Wow, danke für deinen tollen Beitrag :) Ich versuche mich auch immer ein wenig an HTML. Habe aber oft so einen Respekt davor und wahnsinnig Angst, alles auf meinem Blog zu schrotten :D Bisher konnte ich aber das Schlimmste vermeiden *lach*

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    1. Danke dir für deinen Kommentar :-)
      Einfach Backup machen und dann kann nichts passieren, auch wenn du durch deine Änderungen was kaputt machen solltest. Alles, was du im HTML und CSS änderst, kannst du durch das Wiedereinstellen eines Backups wieder rückgängig machen. Also ruhig richtig rantrauen und ausprobieren, wenn du es lernen möchtest :D

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  2. Hey Sarah!
    Ich hab erst vor einem halben Jahr damit angefangen mich mit Webdesign zu beschäftigen, davor war mir das auch ein Buch mit sieben Siegeln, aber es lässt sich eigentlich schnell lernen. :D
    Da ich keine Ahnung hatte, hab ich auf meinem Blog erstmal ein vorgefertigtes Template eingebaut und es dann immer weiter getweakt, bis ich zufrieden war. So hab ich CSS gelernt.
    Viele Grüße, Aurora

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    1. Hallo Aurora,

      ja, wenn man sich erstmal wirklich damit beschäftigt, dann, finde ich, kommt man recht schnell rein und sieht Fortschritte. War damals total überrascht, wie schnell ich CSS kapiert habe :'D
      Super, dann sind wir ja fast den gleichen Lernweg gegangen. Ich finde, mit richtigen Projekten, mit denen man vorwärts kommen möchte, lernt es sich einfach viel besser.

      Liebe Grüße
      Sarah

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