[Rezension] Samantha Shannon: The Mime Order

Donnerstag, 27. September 2018 | 2 Kommentare
buchcover
Buchcover © Bloomsbury UK
Werbung

510 Seiten | 2017 | Bloomsbury UK | Englisch

Originalausgabe

Reihe: The Bone Season #2

Weitere Informationen beim Verlag

Hinweis: Diese Rezension bezieht sich auf den zweiten Teil der "The Bone Season"-Reihe und bezieht Informationen aus dem ersten Teil mit ein.

Hier geht es zur Rezension von Band eins.

Gelungene Fortsetzung

Paige ist zurück in London, aber einfach zurückkehren in ihr altes Leben kann sie nicht. Die Erkenntnisse aus Sheol I haben sie tief erschüttert. Umso mehr kämpft sie darum, vom Londoner Syndikat gehört zu werden, denn nur eine Rebellion der Seher könnte die Rephaim noch aufhalten. Doch das Syndikat ist tief gespalten und ohne Beweise wird Paiges Zeit knapp.

Sprachwechsel

Nachdem ich "The Bone Season" noch in der deutschen Übersetzung gelesen habe, bin ich für den zweiten Band nun zum Original gewechselt. Ein Grund dafür ist die Übersetzung: Die Reihe wurde lediglich bis zum zweiten von bislang drei erschienenen Teilen übersetzt. Mehr ist aktuell nicht geplant, obwohl es wohl sieben Bände werden sollen. Grund genug für mich, direkt zur Originalversion zu switchen. Bereut habe ich das in keinem Moment.

Tolle Atmosphäre mit kleinem Manko

Nachdem ein Großteil der Handlung des ersten Bandes in der Rephaimstadt Sheol I spielte, geht es im zweiten Teil zurück nach London. Das Seher-Syndikat wurde im ersten Band nur oberflächlich eingeführt. Umso mehr freute mich der tiefere Einblick in seine Strukturen und Handelnden im zweiten Band. Ich lernte eine Vielzahl neuer, eigenwilliger Charaktere kennen und verfolgte die verworrenen Beziehungen zwischen ihnen. Die Konflike und Intrigen, die ich auf diese Weise kennenlernte, bildeten einen tollen Grundtenor für diesen zweiten Teil. Hinzu kam die Bedrohung von außen durch das Scion-Regime, das seine Jagd auf Seher und insbesondere auf Paige ausweitet, und damit den Druck auf das Syndikat erhöht. Atmosphärisch war "The Mime Order" dadurch definitiv eine Freude!
Nichtsdestotrotz blieb meine leichte Enttäuschung über das grundlegende Setting bestehen. Weiterhin vermisste ich futuristische Elemente, die klar machen, dass die Geschichte wirklich 2059 spielt. So blieb die Jahreszahl erneut eine hohle Phrase ohne Bedeutung.

Spannende Handlung

Während zu Beginn alles noch relativ ruhig war, fand ich mich schnell in einer Spirale aus Intrigen, Konflikten, Starrköpfen und Gewalt wieder. Zwar war mir bereits durch Paiges Gedanken klar, dass das Syndikat alles andere als nett und friedlich ist, doch es nun quasi selbst zu erleben, machte alles viel eindringlicher und lebendiger.
Spätestens ab der Mitte des Buches nahm die Geschichte wirklich Fahrt auf und konnte mich fesseln. Überraschende Twists sorgten bei mir bis zum Schluss für das notwendige Interesse.

Überzeugende Charaktere

Paige konnte mich bereits im ersten Band mit ihrer rebellischen, gleichsam sympathischen Art begeistern. Im zweiten Teil kämpft sie nun mit dem Zwiespalt zwischen ihrem alten, gewohnten Leben und der Person, die sie in und durch Sheol I geworden ist. Die Entwicklung, die sich darin abzeichnet, hat mir sehr gut gefallen.
Neben ihr gibt es allerhand Nebenfiguren, von denen manche bereits bekannt sind und andere neu eingeführt werden. Gerade die vielen Syndikatsmitglieder blieben zu einem Großteil eher blass, was aber vermutlich an der schieren Menge lag und daran, dass sie nur als Syndikat und nicht als Einzelpersonen wichtig für die Geschichte waren. Gestört hat es mich daher nicht.

FAZIT: Den Kinderschuhen entwachsen.

"The Mime Order" hat viele der Kritikpunkte, die ich für den ersten Teil hatte, überwunden. Es scheint, als sei die Geschichte nach ein paar Startschwierigkeiten nun richtig "im Flow". Entsprechend überzeugen konnten die Handlung und die Charaktere. Nur das Setting enttäuscht noch immer ein kleines bisschen.

bewertung_4_pergamentfalter

Zusammenfassung

Positiv Neutral Negativ
  • Eingängige Sprache
  • Einblicke in das Londoner Syndikat
  • Atmosphäre
  • Spannende Handlung
  • Unerwartete Wendungen
  • Überzeugende Protagonistin
  • Einblicke in Arcturus' Persönlichkeit
  • Verhältnis zwischen Paige und Arcturus
  • Vielzahl der Charaktere sorgte manchmal für Verwirrung
  • Trotz 2059 kein futuristisches Setting

Weitere Meinungen

Die Reihe im Überblick

  1. The Bone Season [dt.: The Bone Season - Die Träumerin]
  2. The Mime Order [dt.: Die Denkerfürsten]
  3. The Song Rising

2 Kommentare

  1. Hi Sarah :)
    Ich kann deine Rezension richtig gut nachvollziehen. Meiner Meinung nach steigert sich die Reihe von Buch zu Buch. Ich war nach Band 1 relativ unsicher, ob ich weiterlesen soll. Aber da ich den zweiten schon im Regal hatte, hab ich ihn einfach mal gelesen. Und Band drei gleich hinterher. Und mittlerweile hat sich die Reihe zu einer meiner liebsten gemausert :D
    Liebe Grüße
    Katja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Katja,

      stimmt, da stimme ich dir absolut zu! Ist auch mal schön zu sehen, wie sich eine Reihe, die erstmal nur Durchschnitt mit interessanten Grundideen war, entwickelt und zu etwas richtig Tollem wird. Hoffe, auf dem Niveau von Band 3 bleiben die folgenden dann auch ;-)

      Liebe Grüße
      Sarah

      Löschen

Vielen Dank für deinen Kommentar!

Hinweis: Mit dem Abschicken deines Kommentars akzeptierst du, dass der von dir geschriebene Kommentar und die personenbezogenen Daten, die damit verbunden sind (z.B. Username, E-Mailadresse, verknüpftes Profil auf Google/ Wordpress) an Google-Server übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhältst du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.