8 Weisheiten aus J. R. R. Tolkiens "Der Herr der Ringe"

Samstag, 11. August 2018 | 6 Kommentare
klassiker

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J. R. R. TOLKIEN: DER HERR DER RINGE

Original: The Lord of the Rings
Erstveröffentlichung: 1954/55

Genre: Fantasy

Gelesene Ausgabe:
Übersetzerin: Margaret Carroux (Gedichte: E.-M. von Freymann) | 1177 Seiten | Hardcover | 1991 | Klett-Cotta | Büchergilde-Gutenberg-Lizenzausgabe

"Der Herr der Ringe" ist vermutlich einer der Klassiker der Phantastik schlechthin. Kein Wunder also, dass mir das Buch - bzw. seine drei Bände - schon mehrfach als Must-Read nahegelegt wurde. Trotzdem habe ich mich lange dagegen gesträubt, es zu lesen. Nur die Filme habe ich geschaut. Mit gutem Grund, denn Tolkien und ich haben eine etwas unschöne Vorgeschichte.

In der sechsten Klasse mussten wir den "Kleinen Hobbit" lesen. Toll!, mögen manche von euch jetzt denken. Dachte ich damals anfangs auch. Doch mag es nun an den zermürbenden Textarbeiten gelegen haben, an einer Lehrerin, die ich nie mochte, oder tatsächlich an dem Buch selbst in meiner damaligen Wahrnehmung - der "Hobbit" wurde in dieser Zeit für mich zum roten Tuch. Das Buch steht bis heute in einem versteckten Winkel meines Regals, damit ich es bloß nicht sehen muss. Nur trennen konnte ich mich bis heute nicht davon. Vielleicht auch das aus gutem Grund.

Im vergangenen Winter habe ich mich Tolkien schließlich durch die "Briefe vom Weihnachtsmann" wieder angenähert und war wider Erwarten begeistert. Als ich dann, passend zur Klassiker-Leseliste, den "Herrn der Ringe" in der Hochschulbibliothek entdeckt habe, dachte ich mir: Mehr als es probieren kann ich nicht.

Gesagt, getan.
Und ich muss euch etwas gestehen: Ich wollte am Ende nicht mehr weg aus Mittelerde.

Die Handlung

Der junge Hobbit Frodo erhält einen Ring, dem eine dunkle Macht innewohnt. Um zu verhindern, dass der Ring in die Hände des dunklen Herrschers Sauron fällt, verlässt Frodo seine Heimat, das Auenland, und wird schließlich Teil einer Gemeinschaft, die es sich zum Ziel setzt, den Ring ein für alle Mal zu vernichten.

"Der Herr der Ringe" hat mich vor allem mit seiner Vielfältigkeit begeistert. Mit einer Handlung, die zwar manchmal Längen hatte, aber trotzdem immer wieder überraschen konnte. Mit einer so facettenreichen, detaillierten Welt, wie ich sie selten erlebt habe. Und mit kleinen Weisheiten, die auch außerhalb der Geschichte gut funktionieren.

Passend zum letzten Punkt geht es daher heute um

8 Weisheiten aus "Der Herr der Ringe"

1. Freundschaft und Zusammenhalt überwinden Grenzen.

Vier Hobbits, zwei Menschen, ein Elb, ein Zwerg und ein Zauberer: Was nach einer bunten Mischung klingt, ist die Gemeinschaft des Ringes. Neun verschiedene Charaktere, die sich trotz ihrer teils großen Unterschiede und möglicher Vorurteile zusammenraufen und dabei Zusammenhalt und Freundschaft finden. Das bestätigt nur, was der Volksmund schon lange berichtet: Freundschaft überwindet Grenzen.

2. Wahre Freunde sind das teuerste Gut.

Was wäre Frodo nur ohne Sam? Er selbst gibt an mehreren Stellen im Buch zu, dass er niemals so weit gekommen wäre ohne seinen treuen Begleiter. Nur um Frodo beizustehen, überwindet Sam seine Ängste und wächst weit über sich hinaus. Die beiden halten auch dann noch zusammen, als alles ausweglos erscheint. Solche Freunde sind die besten; die, die selbst in dunklen Zeiten nicht davonlaufen.

3. Hör auf dein Herz.

Eine Weisheit des lieben Sam, der die besten Entscheidungen nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen trifft. Manchmal wird Logik einfach überbewertet. Ein Hoch auf das Bauchgefühl!

4. Verliere niemals die Hoffnung.

Auch wenn du das Licht am Ende des Tunnels nicht siehst - es könnte ganz unerwartet hinter der nächsten Kurve auftauchen.
Ich habe die Male, in denen die Lage der Charaktere hoffnungslos schien, nicht mitgezählt, doch es waren einige. Aufgegeben haben sie niemals, auch wenn es schwer fiel, denn nur wer die Hoffnung nicht aufgibt, kann am Ende siegreich sein.

5. Es geht immer irgendwie weiter.

Auch wenn die Hoffnung dünn gesät ist und man nicht weiß, wie man weiter machen soll: Die Zeit läuft unerbittlich weiter. Auch wenn alles hoffnungslos und wie eine Sackgasse erscheint - es geht voran. Manchmal in kleinen Schritten, die man kaum sieht. Manchmal mit unerwarteter Hilfe von außen, von Freunden, Bekannten oder Fremden, die erst noch zu Freunden werden müssen.

6. Mit Freundschaft und Liebe kommt man weiter als mit Hass und Bosheit.

Ich will nicht spoilern, auch wenn viele die Geschichte bereits kennen. Daher: Wer sie kennt, weiß um ihren Ausgang und versteht diese Lehre. Wer sie noch nicht kennt, sollte schleunigst "Der Herr der Ringe" lesen (oder meinetwegen auch die Filme schauen ;-) ).

7. Mut ist nicht abhängig von der Körpergröße.

Auch die Kleinsten können große Taten vollbringen. Schaut euch die Leistungen der Hobbits an oder die Kampfkraft von Gimli, dem Zwerg. Körperlich sind sie nicht sonderlich groß, doch sie werden zu ganz Großen durch die Leistungen, die sie vollbringen.

8. Wer reist, kommt niemals so wieder, wie er ging.

Reisen lehren uns kleine oder große Dinge. Manchmal sind die Veränderungen, die wir mitbringen, wenn wir wiederkommen, nur sehr klein und kaum zu bemerken. Dann sind sie nur als Wissen in unserem Kopf. Und manchmal sind sie überdeutlich - wie auch die Hobbits aus der Ringgemeinschaft erleben (müssen), als sie nach langer Reise auf andere Hobbits treffen.

Im Gespräch

Habt ihr "Der Herr der Ringe" bereits gelesen? Oder als Film gesehen?
Fallen euch noch weitere Weisheiten aus der Geschichte ein?

6 Kommentare

  1. Huhu!

    Oh ja, Herr der Ringe hat definitiv Längen *lach* Aber trotzdem liebe ich die Geschichte so sehr - zum einen für die grandiosen Ideen, und eben die Botschaften, die du so schön aufgelistet hast. An sich stecken solche "Wahrheiten" in jeder Geschichte, man muss nur genau hinschauen - aber hier sind sie für mich ein schon herausragender Bestandteil!
    Gerade die Freundschaft von Sam und Frodo, aber auch Gollum und seine Rolle - und Gandalfs weise Voraussicht, dass dieser unselige Kerl noch eine wichtige Rolle spielen wird ...

    Eine großartige Geschichte! <3

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hey!

      Das stimmt, eigentlich findet man sie überall. Nur nicht ganz so offensichtlich, eher unterschwellig :-) Ohne sie kann ich mir hier die Geschichte gar nicht vorstellen. Sie sind einfach so wichtig im Verlauf.

      Liebe Grüße und danke dir für deinen Kommentar!
      Sarah

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  2. Hi Sarah,

    wie schön, dass du Tolkien trotz deiner unschönen Vorgeschichte doch noch für dich entdeckt hast! Ich liebe die Geschichte und finde, du hast in deinem Beitrag so ziemlich alle schönen und wichtigen Botschaften, die sie vermittelt, genannt. Tolkien hat mit "Herr der Ringe" in vielerlei Hinsicht ein Meisterwerk geschaffen. Wie du schon sagtest, so einen gelungenen Weltenbau findet man selten.

    Liebe Grüße
    Anka

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    1. Hey Anka,

      oh ja, da bin ich auch sehr froh drüber! Mittlerweile will ich es nicht mehr missen wollen.

      Liebe Grüße
      Sarah

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  3. Ich bin auch ein ganz großer Fan von "Der Herr der Ringe" und zwar vom Buch und den Filmen. Ich hab es während meiner Schulzeit gelesen, als dann auch die Filme nach und nach in die Kinos kamen. Es war zwar ein kleiner Kampf, weil das Buch eben doch recht dick ist und der Erzählstil nicht ganz zur modernen lockeren Sprache passt. Aber gerade deshalb ist es für mich ein Bücherschatz, den ich nicht missen will - und das Entdecken von Mittelerde ist einfach ein Abenteuer, das es wert ist! (Aus heutiger Perspektive könnte das Buch natürlich weit mehr weibliche, starke Charaktere vertragen...)

    Viele Grüße
    Ramona (#litnetzwerk)

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    1. Hallo Ramona,

      oh wow, du hast "Der Herr der Ringe" in der Schule gelesen? Ich kann mich erinnern, dass meine Lehrerin damals schon auf den Hobbit kaum Lust hatte, weil er "so lang" ist. HdR ist ja nochmal ein gutes Stück länger...

      Der Stil ist wirklich beachtenswert. Generell das gesamte Werk, so viel Fantasie, wie dort drin steckt. Aber ja, ein paar mehr Frauen wären sicher schön gewesen ;-)

      Liebe Grüße
      Sarah

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