[Rezension] V. E. Schwab: A Conjuring of Light

Sonntag, 25. Februar 2018 | Kommentieren
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672 Seiten | 2017 | Titan Books | Englisch

Originalausgabe

Reihe: Darker Shade of Magic #3 (Finale)

Weitere Informationen beim Verlag

Hinweis: Diese Rezension bezieht sich auf den dritten Teil der "A Darker Shade of Magic"-Trilogie und bezieht Informationen aus den ersten zwei Teilen mit ein.

Hier geht es zu den Rezensionen zu Band eins und Band zwei.

Zurück zu gewohnter Form?

Die dunkle Macht, die einst das schwarze London vernichtete, hat das rote London erreicht. In dem verzweifelten Versuch, ihre Welt zu retten, stellen sich Kell, Rhy, Lila und ihre Wegbegleiter dem selbsternannten Gott, der das rote London zu seinem Reich machen will. Doch wie hält man etwas auf, das durch und durch aus reiner Magie besteht?

Nachdem mich der zweite Band recht zwiegespalten zurückließ, war ich sehr gespannt auf das Finale. Würde es ein krönender Abschluss der Reihe werden? Würde es die Begeisterung, die ich für den ersten Band empfand, von Neuem wecken können? Würde ich die Reihe zufrieden zur Seite legen können?

Zurück in den Kampf!

Die Geschichte schließt ohne Zeitsprung an Band zwei an. Wem die vergangenen Ereignisse nicht mehr ganz so gut in Erinnerung sind, der könnte hier ein paar Startschwierigkeiten haben, weil nur wenig noch einmal erklärt wird. Da ich beide Bücher direkt hintereinander gelesen habe, hatte ich allerdings keine Probleme.
Die Handlung springt wieder zwischen den unterschiedlichen Charakteren, allen voran Kell, Lila, Rhy und Alucard, aber auch andere Nebenfiguren kommen hin und wieder zu Wort. Der Kampf, der im roten London tobt, scheint aussichtslos und da die Autorin ohne Scheu auch liebgewonnene Charaktere opfert, war mir ziemlich schnell nicht mehr klar, ob es hier wirklich ein gutes Ende geben wird. Das hat definitiv dem Spannungslevel gut getan, denn so war ich interessiert daran, wie die Handlung vorangeht und was sich die Autorin hat einfallen lassen. So fesselnd, wie ich den ersten Band empfand, war "A Conjuring of Light" jedoch leider nicht.
Den Hauptgrund dafür sehe ich in den eingeschobenen Rückblicken, die immer mal wieder den Erzählfluss brachen. Sie führten mich zurück ins weiße London, in dem ich ausgerechnet Holland, mit dem ich zuvor überhaupt nichts anfangen konnte, besser kennenlernte. Was zunächst einfach nur irritierend war, entwickelte sich für mich bald zu einer interessanten Nebenhandlung, die mir diesen unnahbaren Charakter näherbrachte. Die Unterbrechungen im Erzählfluss waren also durchaus interessant und halfen mir, die eine oder andere Entwicklung in der zweiten Hälfte des Buches besser zu verstehen. Dennoch blieben es Unterbrechungen.

Die Stärke des Buches ...

... lag wieder einmal nicht in der Handlung - die wäre an sich vielleicht gar nicht so toll gewesen, sondern in den Figuren. Ich kann es nicht oft genug sagen, aber ich mag die verschiedenen Charaktere und ihre lebendige Darstellung. Dieser Mix aus Emotion, Ernst und Humor ist auch dieses Mal wieder super gelungen!
Zudem war die Entwicklung der Beziehungen zwischen ihnen wunderbar deutlich. Rhy und Kell kämpfen immer noch mit den Ereignissen aus Band eins. Rhy und Alucard haben ebenfalls eine gemeinsame Vergangenheit, die Narben hinterlassen hat. Kell und Lila kommen sich näher. Kell, Rhy, Lila und Holland haben so einiges miteinander zu klären. Und so weiter ... Neben der Macht, die London bedroht, gibt es einige Nebenhandlungen, die Leben in die Geschichte bringen.
In Band zwei hatte mich außerdem gestört, dass Lilas Besonderheit so häufig betont wurde. In Band drei schwingt ihre Besonderheit zwar weiterhin mit, doch sie steht nicht mehr so sehr im Vordergrund. Den faden Beigeschmack, den sie bei mir hinterlassen hat, konnte "A Conjuring of Light" zwar nicht mehr wett machen, aber Lila wurde mir immerhin wieder etwas sympathischer.

Ein Wort zum Finale [mögl. Spoiler!]

"Ich könnte einen vierten Band vertragen." Das war mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch zur Seite gelegt habe. Nicht, weil ich nicht raus aus der Welt und weg von den Charakteren wollte (Okay, doch, das auch), sondern weil Fragen offen bleiben, die ich lieber geklärt gesehen hätte.
Zunächst einmal hätte ich mir gewünscht, dass noch mehr über Kells Vergangenheit bekannt wird. Die Chance dazu wäre da gewesen, bleibt allerdings ungenutzt.
Zudem werden zwar nahezu alle Handlungsstränge abgeschlossen, aber einer bleibt übrig. Der ist nicht extrem bedeutend für die Geschichte, birgt allerdings Anknüpfungspunkte, wie ich sie sonst nur innerhalb einer Reihe, aber garantiert nicht an ihrem Ende kenne. Die letzte Szene zu diesem Handlungsstrang klingt, als würde es weiter gehen. Als müsste es weitergehen. Geht es aber nicht. Obwohl dieser Strang nicht nur Stoff für ein paar weitere Szenen, sondern vielleicht sogar für ein weiteres Buch geboten hätte. Schade!

[mögl. Spoiler zu Ende]

FAZIT

"A Conjuring of Light" ist ein würdiger Abschluss dieser Reihe. Nach dem recht ruhigen zweiten Band überzeugt es mit zurückgewonnener Spannung. Die Figuren und insbesondere ihre Beziehungen untereinander sind abermals die große Stärke der Geschichte und machen sie wunderbar lebendig. Leider werden nicht alle Handlungsteile so abgeschlossen, wie ich es mir von einem Finale gewünscht habe.

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Zusammenfassung

Positiv Neutral Negativ
  • Worldbuilding
  • Schreibstil
  • logische Fortsetzung der Geschichte
  • Entwicklung der Beziehungen zwischen den Figuren
  • Spannung
  • Einblicke in Hollands Vergangenheit, die den Erzählfluss brechen
  • Kells unklare Vergangenheit
  • ein nicht abgeschlossener Erzählstrang

Weitere Meinungen

Ihr habt eine Rezension zu "A Conjuring of Light" (bzw. ab April "Die Beschwörung des Lichts") geschrieben und möchtet hier verlinkt werden? Dann schreibt mir gern!

Die Reihe im Überblick

  1. A Darker Shade of Magic [deutsch: Vier Farben der Magie]
  2. A Gathering of Shadows [deutsch: Die Verzauberung der Schatten]
  3. A Conjuring of Light [deutsch: Die Beschwörung des Lichts (ET: 25. April 2018)]

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