[Rezension] Jenny-Mai Nuyen: Feenlicht

Sonntag, 29. Oktober 2017 | Kommentieren
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475 Seiten | 2009 | cbt | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Die Sturmjäger von Aradon #1

[Nicht mehr auf der Verlagswebseite gelistet.]

Mal wieder eine Reise ...

In der Welt der Sturmjägerin Hel dreht sich alles um Lirium, die geheimnisvolle Substanz, die das Land lebendig werden lässt. Mit ihren fliegenden Schiffen sammeln die Sturmjäger das Lirium, damit die Magier es zum Zaubern nutzen können. Als ein mächtiger Liriumsturm aus dem Nichts auftaucht und Hels Schiff zerfetzt, überlebt sie nur durch die Hilfe eines mysteriösen Fremden. Getrieben von der Frage, warum ihre Freunde sterben mussten, begibt Hel sich auf eine Reise, die sie mitten hinein in einen drohenden Krieg führt.

Lebendiges Land und sterbende Handlung

Stell dir vor, das Land wäre nicht der feste Boden unter deinen Füßen, sondern könne sich jederzeit verformen, aufreißen und verschlingen, was auf ihm stand.
In "Feenlicht" präsentiert Jenny-Mai Nuyen eine faszinierende Fantasywelt, in der einmal nicht die Bewohner, sondern das Land selbst die größte Bedrohung darstellt. Dieses Konzept hat mir sehr gut gefallen, da ich es bisher von noch keinem Buch in dieser Form kenne. Für eine gute Orientierung im Lebendigen Land sorgt zudem eine Karte gleich zu Beginn des Buches.
Die Geschichte beginnt ohne große Einführung und rasch kommt es zu einem ersten Höhepunkt, der die Spannung hochschnellen lässt. Hels anschließende Reise mit ihrem unbekannten Retter ließen für mich die Hoffnung auf eine spannende Geschichte wachsen - wenngleich früh deutlich wird, dass hier (mal wieder) das recht ausgetretene Reisemotiv bemüht wird. Die Zweifel, die ich mittlerweile immer habe, wenn es um (Helden-) Reisen geht, haben sich dann leider auch bestätigt. Nach einem guten ersten Drittel kommt die Geschichte mehr und mehr zur Ruhe. Viele Szenen sind langatmig und die kleinen spannenderen Höhepunkte konnten letztlich auch kaum mehr, als mich vom Abbruch dieses Buches abzuhalten.

Abwechslung gesucht

Während mich die Handlung über weite Strecken also eher gelangweilt hat, hatte ich genügend Zeit, die Charaktere kennenzulernen. Wenigstens hier wurde es besser!
Die Geschichte wird größtenteils aus der Perspektive von Hel erzählt, seltener kommen auch andere Figuren zu Wort. Hel hat ein gesundes Auge und ein Erblindetes, mit dem sie das sonst unsichtbare Lirium in der Welt sehen kann. Woher genau sie kommt und was in ihrer Vergangenheit, an die sie sich nicht erinnert, geschah, weiß niemand. Sie ist eine Sturmjägerin durch und durch, die sich von dem rauen Umgang in der von Männern dominierten Welt nicht unterkriegen lässt. Mir hat sie als Protagonistin gut gefallen, auch wenn ich es schade fand, dass ihre Sichteinschränkung nur dann thematisiert wurde, wenn es um das Lirium ging oder sie sich hässlich fühlte. Andere mögliche Probleme wie bsp. ein eingeschränktes Sichtfeld oder Probleme beim Schätzen von Abständen durch die einseitige Sicht wurden nie erwähnt.
Die Nebenfiguren - von dem fremden Retter, über ihren Begleiter Nova und den Kämpfer Karat bis hin zur Magierschaft Aradons - fand ich gut, aber nicht vollends überzeugend. Von Nova einmal abgesehen scheint kein Charakter wirkliche Tiefe zu besitzen. Die Persönlichkeiten bleiben, vielleicht auch durch die Erzählperspektive, sehr an der Oberfläche und wirkliche Details lernte ich von kaum einer Figur kennen. Von einer Persönlichkeitsentwicklung im Verlauf der Reise will ich erst gar nicht anfangen.
Eine kleine "Aufheiterung" gibt es am Ende des Buches: Hier finden sich ein paar Zeichnungen der Charaktere, die ein schönes, in der Buchwelt nicht allzu weit verbreitetes Gimmick sind.

FAZIT

Trotz einer faszinierenden Welt und guten Handlungsansätzen konnte mich "Feenlicht" nicht wirklich überzeugen.
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Klappentext

Als die junge Sturmjägerin Hel ausgesandt wird, um vier Dämonen zu finden, steht alles auf dem Spiel: die Zukunft der Magie sowie der Frieden zwischen den Zwergen, Isen und Menschen. Doch dann rettet ihr einer der Dämonen das Leben und stellt sie vor eine schreckliche Entscheidung: ihren Feind zu hassen oder zu lieben.

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