[FaWeWo] Aufgetaucht!

Samstag, 23. September 2017 | 5 Kommentare
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Wie gestern angekündigt, soll es heute im letzten Teil der Vorstellungen um Fabelwesen des Wassers gehen. Ob dauerhaft mit Flossen oder nur zeitweise, ob Fisch, Vogel oder etwas anderes - heute wird es noch einmal so einige interessante Wesen geben!

Der Selkie

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Den Anfang bei den Wasserwesen machen die schottischen Seehund- oder Robbenmenschen, besser Selkies oder Selchies genannt.
Der Selkie gehört zur Gruppe der Tierwandler. Im Meer ist er eine (scheinbar) gewöhnliche Robbe. An Land kann er sein Fell ablegen und wird zu einem Menschen. Selkie-Frauen werden dabei häufig als besonders schön beschrieben, während Selkie-Männer körperlich eher untersetzt sind, charakterlich aber kräftig und furchtlos. Für die Rückverwandlung braucht der Selkie in jedem Fall sein Fell, auf das er daher als Mensch besonders gut Acht gibt.
Anders als bei vielen anderen Fabelwesen kommt es bei Selkies durchaus vor, dass sie eine Familie mit einem Menschen gründen. Kinder aus solchen Beziehungen haben oftmals dünne Schwimmhäute zwischen den Fingern. Selbst wenn sie nichts von ihrer Herkunft wissen, besitzen sie eine instinktive Furcht vor (tiefem) Wasser, da sie unterbewusst ahnen, dass sie sich im Wasser verändern werden.

Im Bücherversum

Mit "Selkie" von Antonia Neumayer rückten diese Fabelwesen erst kürzlich stärker in den Fokus und lösten sich aus ihrem Schattendasein.
Ebenfalls titelgebend sind die Selkies in den "Selkie-Chroniken" von Virginia Kantra. Daneben spielen sie z.B. in "Sturmherz" von Britta Strauß eine Rolle.

Die Sirene

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Äußerlich erinnert dieses Fabelwesen an die Harpyien, die ich euch bei den Fabelwesen der Lüfte vorgestellt habe - und sehr große Unterschiede gibt es zwischen den beiden auch nicht.
Genau wie die Harpyie entstammt die Sirene der griechischen Mythologie und ist zur Hälfte ein Mensch. Ihr Kopf und manchmal auch ihr Oberkörper bis zur Brust ist der einer Frau, selten auch der eines bärtigen Mannes. Ihre Größe ist ebenfalls mit der eines Menschen vergleichbar.
Der Rest ihres Körpers ist ursprünglich der eines Vogels mit großen scharfen Krallen. In modernern Versionen ist die Harpyie mitunter auch halb Mensch, halb Fisch. Der Übergang zu den Meerjungfrauen ist in dieser Variante fließend.
Sirenen leben in Gruppen in Meeresgrotten oder auf Klippen. Sie locken Seemänner mit ihrem betörenden Gesang, bis ihre Schiffe an den Klippen zerschellen und sie die Menschen töten können.

Im Bücherversum

Titelgebend sind die Sirenen in der "Sirenen-Trilogie" von Tricia Rayburn.
Nicht als solche benannt, aber mit den Eigenschaften der Sirenen übereinstimmend sind die Meerwesen in "Aquarius" von Thomas Finn.

Der Hippokamp

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Weiter geht es mit der griechischen Mythologie: Der Hippokamp (auch Hippokampos) ist ebenfalls ein Mischwesen. Er ist vorn ein Pferd und hinten ein Fisch. Seine Vorderhufe sind meist zu Flossen umgeformt und manchmal besitzt er sogar Flügel - wobei mir persönlich nicht klar ist, was er mit Flügeln im Wasser macht.
Der Hippokamp gilt als das Zug- oder Reittier verschiedener Meeresgötter und anderer Wasserwesen.
Charakterlich wird er als edel und temperamentvoll beschrieben. Sollten Menschen ihm einmal begegnen, brauchen sie sich nicht zu fürchten, solange sie ihm friedlich entgegentreten. Er ist gutmütig und im Regelfall nicht aggressiv.

Im Bücherversum

Suche Hippokamp ... Bisher bin ich nicht fündig geworden. Wisst ihr mehr?

Der Leviathan

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Jetzt wird es monströs: Der Leviathan ist ein Seeungeheuer aus der jüdisch-christlichen Mythologie. Er reiht sich in die Gruppe der Mischwesen ein, wobei seine Gestalt nicht eindeutig beschrieben ist. Sie reicht vom Drachen über eine Schlange bis hin zu Wal und Krokodil und verschiedensten Mischformen aus diesen Tieren. Einig sind sich die Beschreibungen zumindest in einem: seiner enormen Größe, mit der er Schiffen gefährlich werden kann.
Der Leviathan gilt als gefährliches Wesen der Unterwasserwelten, das weit draußen auf dem Meer zuschlägt, wo es für die Seeleute keine Hilfe mehr gibt. Dargestellt wird er des Öfteren im Zusammenhang mit Stürmen - allerdings konnte ich nichts finden, das darauf hinweist, dass der Leviathan das Wetter beeinflussen kann. Einzig riesige Wellen vermag er durch seine schiere Größe zu erzeugen. Zudem wird ihm manchmal die Fähigkeit Feuer zu speien zugeschrieben.

Im Bücherversum

Seeungeheuer ja, aber kein Leviathan, der klar als solcher bezeichnet wurde. Auch hier freue ich mich, wenn ihr mehr wisst!

Die Aspidochelone

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Riesig geht es weiter: Hatten wir eben noch die Seeschlange, sind wir jetzt bei lebenden Inseln angekommen. Genauer gesagt bei der Inselschildkröte Aspidochelone.
Wie ihre Bezeichnung schon andeutet, trägt diese riesige Schildkröte auf ihrem Panzer eine komplette Insel. In selteneren Varianten ist es auch ein Wal, auf dessen Rücken eine Insel entstanden ist.
Auf Menschen wirkt die Aspidochelone meist wie eine einfache Insel. Das kann allerdings schnell zur tückischen Gefahr werden: Die Aspidochelone fürchtet das Feuer. Entzündet sich etwas auf ihrem Rücken (oder wird entzündet), taucht sie rasch ab, um es zu löschen. Dabei erzeugt sie riesige Wellen, die leicht Schiffe in die Tiefe mitreißen, die an der scheinbaren Insel angelegt hatten.
Eine weitere Gefahr, die von der Aspidochelone ausgeht, ist ihr süßer Atem, mit dem sie Menschen und Fische anlockt, um sie zu fressen.

Im Bücherversum

Nicht als solche benannt, aber trotzdem ziemlich markant ist eine Inselschildkröte in "Ein Meer aus Tinte und Gold" von Traci Chee.

Der Kappa

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Zurück zu menschlicher Größe geht es mit dem japanischen Dämon Kappa. Seine Größe variiert zwischen der eines drei- bis zehnjährigen Kindes - im Vergleich zur Aspidochelone also ein echter Winzling!
Mitunter wird der Kappa als Mischwesen aus Mensch und Schildkröte beschrieben, häufiger jedoch bloß als Dämon. Sein Körper ist blau-gelb bis grün und mit Haaren oder Schuppen bedeckt, sein Gesicht dagegen blau-schwarz. Der Kappa hat oftmals einen schnabelförmigen Mund und in einigen Beschreibungen auch einen Rückenschild. Charakteristisch ist sein eingewölbter Schädel. Die Wölbung ist dabei mit einer magischen Flüssigkeit gefüllt, die die Lebenskraft repräsentiert. Verschüttet der Kappa diese Flüssigkeit an Land, muss er stark geschwächt ins Wasser zurückkehren.
Der Kappa lebt zumeist im Süßwasser, bsp. in Teichen oder langsam fließenden Gewässern. Um seine Lieblingsgemüse - grüne Gurken und Auberginen - zu stehlen oder sich mit Menschen im Sumo-Ringen zu messen, kommt er aber auch an Land.
Von seinem durchaus niedlich oder tapsig wirkenden Äußeren sollte sich jedoch niemand täuschen lassen: Der Kappa ist hinterlistig und gefährlich. Aus dem Wasser heraus attackiert er Menschen und Tiere (bevorzugt Rinder und Pferde), frisst ihre Leber und trinkt ihr Blut. Allerdings wird er auch als einfältig beschrieben und kann leicht ausgetrickst werden. Seine Abneigungen machen es ebenfalls einfach, ihn abzuwehren. Der Kappa hasst Sesam, Inger, Spucke, Eisen und Flaschenkürbisse.

Im Bücherversum

Kein Kappa in Sicht ... Und bei euch?

Das Kelpie

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Mit den Selkies starteten wir bei den schottischen Erzählungen und nun enden wir mit ihnen, denn auch das Kelpie stammt aus Schottland.
Dieser Wasserdämon lebt manchmal in fließenden Gewässern und manchmal an den tiefsten Stellen von Flüssen und Seen. Beschrieben wird er als großes Pferd, das im Wasser manchmal einen Fischschwanz hat. Sein Fell ist meist schwarz, seltener auch weiß und besitzt einen bläulichen Schimmer.
An Land kann das Kelpie die Gestalt eines Menschen annehmen. Seine Haut ist dann weich und kalt.
Vorsicht ist in jedem Fall geboten, wenn einem ein bereits aufgezäumtes Pferd begegnet: Genau so erscheint das Kelpie seinen Opfern. Es verspricht, sie durch Flüsse oder Seen zu tragen, nur um sie in die Tiefe zu ziehen und zu töten, sobald sie aufgestiegen sind. Gelingt es einem Menschen jedoch, dem Kelpie eigenes Zaumzeug anzulegen oder ihm einen Schleier über den Kopf zu werfen, muss der Wasserdämon ihm zu Diensten sein. Vorsichtig sollte man dennoch bleiben - das Kelpie wird versuchen, sich wieder von seinem unliebsamen Herren zu befreien.

Im Bücherversum

In "Plötzlich Fee" von Julie Kagawa werden Kelpies erwähnt. Falls jemand von euch die Bücher gelesen hat: Taucht das Kelpie hier auch richtig auf?
Und auch in "Wolfsmagie" von Lori Handeland spielen Kelpies eine Rolle.

Im Gespräch

Welches Wasserwesen findet ihr am spannendsten? 
Nachdem wir nun auch am Ende der Vorstellungen sind: Welches der 27 vorgestellten Fabelwesen ist euer Favorit? Vielleicht sogar eines der heute Vorgestellten?

Wem Hippokamp, Kelpie und Co. bereits in Büchern begegnet ist, kann sich wie gehabt sehr gern melden!

5 Kommentare

  1. Spannend, dass die Sirene halb ein Greifvogel war. Ich hab jetzt gar keine Geschichte dazu im Kopf, aber ich hab mir immer mehr was meerjungfrauenartiges vorgestellt...

    Ich mag Selkies sehr gerne, wahrscheinlich, weil sie oft in irischen Erzählungen vorkommen. Und ich liebe Irland nunmal wie verrückt :D
    Aber ob sie mein Liebling wären... Puh. Da muss ich nochmal alle Beiträge rekapitulieren, es waren so viele, ich glaub, ich hab die Hälfte schon wieder vergessen :D

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  2. Ich habe ein Buch mit Leviathan! In einem der "Wellenläufer"-Bände von Kai Meyer kommt einer vor meine ich, ist aber auch schon länger her, dass ich die gelesen habe ^^

    Danke auf jeden Fall für alle deine Beiträge über Fabelwesen, ich finde die sehr interessant :)

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Hey Lena,
      danke dir, dann gibts ihn ja doch in der modernen Fantasy ^^
      Freut mich, dass dir die Beiträge gefallen!

      Liebe Grüße
      Sarah

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  3. Hallo Sarah :)

    Ich bin über deine Vorstellung der Fabelwesen erst heute zufällig gestolpert und werde mir jetzt gleich auch noch deine anderen Beiträge anschauen. Vor allem die Tipps in welchen Büchern die Wesen vorkommen finde ich super - für mich kann es einfach nicht genug Geschichten mit Fabelwesen geben und das ein oder andere Buch hat es direkt auf die Wunschliste geschafft 😍 Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag 😊 #litnetzwerk

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Facebook)

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    1. Hallo Lisa,
      das freut mich, genau so sollte es sein ^^ Ich wünsche dir noch ganz viel Spaß beim Stöbern!

      Liebe Grüße
      Sarah

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