[FaWeWo] Dem Himmel so nah!

Dienstag, 19. September 2017 | 3 Kommentare
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Mit der ersten Vorstellungsrunde könnt ihr euch gleich mal vom Boden der Tatsachen verabschieden, denn es geht hoch hinaus! Alles, was Flügel hat und fliegen kann, ist heute hier gut aufgehoben. Adler und Falke sind etwas für Anfänger und Drachen und Engel kennt jeder, der sich erstmals in die Fantasy verirrt. Wir starten direkt mit dem fantastischen Fortgeschrittenenpaket!

Der Greif

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Los geht es mit einer noch recht bekannten Gestalt: Der Greif entspringt der altorientalischen Mythologie und gehört zu den unsterblichen Mischwesen. Klassischerweise sieht er vorn aus wie ein Raubvogel - entweder nur am Kopf oder bis hinunter zu den Vorderfüßen - und hinten wie ein Löwe. Dazu besitzt er häufig Flügel. Über die Jahrhunderte sind allerdings auch Abwandlungen entstanden. So gibt es den Greifen durchaus auch mal mit Schlangenkopf oder Skorpionschwanz zu sehen.
Den Erzählungen zufolge lebt er zumeist in bergigen Gebieten, wo er seine Ruhe und Freiheit genießt. Tritt er doch einmal in die Dienste eines Menschen oder anderen Wesens, agiert er häufig als Wächter.
Charakterlich vereint der Greif Eigenschaften, die den Tieren zugeschrieben werden, aus denen sich sein Aussehen zusammensetzt: Er gilt als majestätisch, mutig und ehrbar. Seine magischen Fähigkeiten setzt er überwiegend für das Gute ein - aber Vorsicht! Auch einen Greifen sollte man nicht reizen.

Im Bücherversum

Der Greif ist u.a. titelgebend in Wolfgang und Heike Hohlbeins Fantasyabenteuer "Der Greif" sowie in "Drachenreiter - Die Feder eines Greifs" von Cornelia Funke.

Verwechslungsgefahr!

Potterheads aufgepasst! Ihr erinnert euch sicherlich alle an Seidenschnabel, den Hippogreif, der nicht nur namentlich recht viel Ähnlichkeit mit dem Greifen hat. Dennoch sind es zwei unterschiedliche Wesen.
Im Gegensatz zum Greifen sieht der Hippogreif bzw. Hippogryph, wie es in der Mythologie richtig heißt, hinten nicht wie ein Löwe, sondern wie ein Pferd aus. Über Verwandtschaftsbeziehungen und etwaige Seitensprünge darf gern spekuliert werden ...

Der Pegasus

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Wenn in den Weiten des Himmels ein Wiehern zu hören ist, kann das nur einer sein: Pegasus (auch Pegasos), das geflügelte Pferd aus der griechischen Mythologie!
Durch seine weiße Fellfarbe und die goldenen Flügel ist er leicht zu erkennen. Mit einer Kreuzung aus Pferd und Vogel haben wir es hier trotzdem nicht so ganz zu tun. Pegasus gilt vielmehr als Kind des Meeresgottes Poseidon und der schlangenköpfigen Medusa. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin froh, dass er nicht nach seinen Eltern kommt ...
Charakterlich ist Pegasus kein ganz einfacher Zeitgenosse: Zwar wird er einerseits als rein und edel beschrieben, andererseits kann er aber auch ganz schön arrogant sein. Trotzdem darf man sich freuen, ihm überhaupt einmal zu begegnen. Pegasus liebt die Unabhängigkeit und hält sich normalerweise von Menschen und anderen Fabelwesen fern.

Im Bücherversum

Unabhängigkeit hin oder her, ganz so selten sind Pegasi in der Fantasyliteratur dann doch nicht. In der Buchreihe rund um "Percy Jackson" von Rick Riordan leben sie in den beiden Camps Half-Blood und Jupiter. Darüberhinaus treten sie z.B. in Cornelia Funkes Dilogie "Drachenreiter"/ "Drachenreiter - Die Feder eines Greifs" auf.
In leicht abgewandelter Form findet sich der Pegasus sogar im Titel von Chris P. Rolls' "Pegasuscitar".

Die Harpyie

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Noch ein Mischwesen, aber kein so freundliches wie der Greif: Die Harpyie. Auch sie entstammt der griechischen Mythologie und ist halb Vogel, halb Mensch. Ihr menschlicher Teil umfasst mal nur den Kopf, mal reicht er bis zur Brust. Immer ist er eine Frau, allerdings variiert die Darstellung zwischen einer schönen jungen Frau mit wallendem Haar und einer hässlichen Alten. Der Rest ihres Körpers ist der eines Vogels und erinnert in seinem Aussehen häufig an einen Geier.
Vor Harpyien sollte man sich in Acht nehmen: Sie gelten als bösartig, tückisch, blutgierig und aggressiv. Nebst diesem Charakter sind sie die perfekten Jäger: Fliegend sind sie sehr schnell und gegen ihre scharfen Klauen hat kaum jemand eine Chance. Zudem wird ihnen nachgesagt, Stürme über dem Meer entfachen zu können - Seeleute sollten sich also in Acht nehmen!

Im Bücherversum

Die Harpyien erscheinen sowohl bei "Percy Jackson" als auch bei den "Helden des Olymp" von Rick Riordan mehrfach oder werden zumindest genannt.
In "Das letzte Einhorn" von Peter S. Beagle lebt eine Harpyie im Zirkus der Hexe Mommy Fortuna.
Titelgebend erscheint sie u.a. in "Das Lied der Harypie" von Thea Harrison und in "Das Herz der Harypie" von Rebekka Pax.

Der Phönix

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Von der tödlichen Harypie zurück zu einem wesentlich friedlicheren Fabelwesen: Dem Phönix. Die Bezeichnung "Phönix" geht auf die griechische Mythologie zurück, eine ähnliche Gestalt gab es jedoch schon im alten Ägypten, hier als Totengott Benu.
Der Phönix ist ein Vogel, der am Ende seines Lebenszyklus in seinem Nest stirbt und verbrennt. In seiner Asche entsteht ein Ei, aus dem er wiederaufersteht. Manches Mal ist sein Lebenszyklus auch an den Sonnenauf- und -untergang gebunden.
Getreu dem Motto "Wie ein Phönix aus der Asche" steht er für das Stetige und die Unsterblichkeit. Beschrieben wird er als Vogel mit brennendem oder goldenem und rotem oder purpurnem Federkleid. Neben seinem auffälligen Äußeren ist er auch an seinem wohlklingenden Gesang leicht zu erkennen.

Im Bücherversum

Einer der bekanntesten Phönixe der modernen Fantasyliteratur ist Fawkes in "Harry Potter" von Joanne K. Rowling, der bei Albus Dumbledore lebt.
Titelgebend ist der Phönix zudem u.a. in der "Phönix-Saga" von Julia Zieschang und in "Phoenix - Tochter der Asche" von Ann-Kathrin Karschnick zu finden.


Der Simurgh

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Für viele geht es vermutlich spätestens jetzt in die Welt des Unbekannten. Der Simurgh (auch Simorgh) ist ein weiteres Mischwesen der Lüfte, dieses Mal aus der persischen Mythologie. Obwohl dieser Vogel im Deutschen einen männlichen Artikel hat, wird er als Wesen überwiegend weiblich aufgefasst. Sie gilt als Königin der Vögel und Schutzvogel und verfügt über übernatürliche Kräfte.
Äußerlich besitzt der Simurgh einen Vogelkörper mit den Flügeln eines Falken, Adlers oder Geiers. Manchmal wird er auch als Fledermaus mit Pfauenschwanzfedern dargestellt. Sein Kopf ist der eines Hundes. Daneben ist es vor allem seine schiere Größe, mit der der Simurgh auffällt.
Charakterlich wird der große Vogel als reines, gütiges Tier beschrieben, das sich anderen Wesen gegenüber friedlich verhält.

Im Bücherversum

Bislang ist mir in keinem Buch ein Simurgh begegnet und auch bei meinen Recherchen habe ich zumindest auf dem deutschsprachigen Markt keines gefunden.

Der Roch

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Nach dem großen Simurgh wird es mit dem letzten Fabelwesen der Lüfte noch eine Spur größer. Der Roch (auch Ruch) entstammt der orientalischen Mythologie und erlangte vor allem durch die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht Bekanntheit.
Der riesige Vogel hat rotbraune Federn und ist mit einer Flügelspannweite, die zwischen zehn und 50 Metern variiert, eindeutig ein Riese der luftigen Höhen.
Erzählungen zufolge kann er mit seinen riesigen Schwingen den Himmel für kurze Zeit verdunkeln. Seine Nester baut er auf mächtigen Bäumen und wer den Roch richtig glücklich machen will, versorgt ihn am besten mit seiner Lieblingsspeise: Elefanten.
Angesichts seiner Größe hat der Roch kaum einen ernstzunehmenden Feind. Für wagemutige Jäger kann er trotzdem interessant sein: Traut man den Geschichten, wirkt der Verzehr seines Fleisches auf den Menschen verjüngend.

Im Bücherversum

Ebenso wenig wie den Simurgh konnte ich den Roch finden.

Im Gespräch

Welchem dieser Wesen würdet ihr gern einmal begegnen? Und welchem lieber nicht?

Falls ihr weitere Bücher kennt, in denen diese Fabelwesen auftauchen, schreibt mir gerne! Vielleicht kennt ihr sogar Fantasybücher, in denen Simurgh und Roch eine Rolle spielen.

3 Kommentare

  1. Hallo,

    das finde ich wirklich sehr interessant und toll, dass du hier die Fabelwesen auflistest. Außer die beiden letzten Fabelwesen kannte ich alle.
    Ich würde so gerne mal Pegasus begegnen. Aber ich glaube eher, weil ich eine nette, romantische Vorstellung von ihm habe. Inspiriert von Pegasus aus dem Disney Film Hercules. ;)

    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

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    1. Hey!
      Danke dir! Die nächsten Tage werden noch einige unbekanntere mehr kommen ;)

      Oh ja, der Disney-Pegasus ist wirklich toll! Abgesehen davon; die Griechen zwar nur einen Pegasus, aber allein, dass es einen gültigen Plural gibt, ist doch schon ein Zeichen, dass es unterschiedliche Pegasi gibt. Die können immerhin nicht alle so (arrogant) sein ;D

      Liebe Grüße
      Sarah

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    2. Hallo,
      ach ich wusste gar nicht, dass es einen Plural gibt. Aber dann kann ich ja weiterhoffen, dass ich einem netten Pegasus begegne, der mich mal mitfliegen lässt. ;D
      Liebe Grüße
      Diana

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