[Rezension] Alana Falk: Das Herz der Quelle. Sternensturm

Montag, 17. April 2017 | Kommentieren
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Bildquelle: Arena Verlag
384 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag | Arena Verlag | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Band 1 von X

Erschienen: 03. Januar 2017

ISBN: 978-3-401-60290-5
Preis: 16,99 €

Weitere Informationen beim Verlag

Interessante Welt - solide Geschichte - nicht ganz überzeugende Protagonistin

Flutwellen, Unwetter, Vulkanausbrüche, Erdbeben - ohne die Magier der Gemeinschaft würden Menschen viel häufiger unter diesen Naturschauspielen zu leiden haben. Sie sind es, die mit ihrer Macht die Natur beruhigen und die Menschen schützen. Nur ganz allein können sie das nicht. Ein Magier braucht seine menschliche Quelle. Ohne die geht es nicht - aber mit ihr manchmal auch nicht so richtig.

Die Grundidee von Alana Falks neuem Werk finde ich großartig: Magier haben zwar große Mächte, sind aber ohne ihre Quelle, mit der sie eine Art Symbiose eingehen müssen, machtlos. Trotzdem sind es nicht die Quellen sondern die Magier, die die Spielregeln diktieren, denen Magier wie Quellen folgen müssen.
Die Handlung ist zweigeteilt. In Auckland, Neuseeland, folgt sie der neunzehnjährigen Magierin Liliana und ihrer frisch verbundenen Quelle Chris. Die beiden haben einige Probleme miteinander - und Chris zusätzlich mit der Gemeinschaft insgesamt - was die beiden immer wieder vor neue Konflikte stellt. Gleichzeitig sind sie gezwungen, schnellstmöglich das gemeinsame Zaubern zu lernen, denn die Gemeinschaft steht vor einem ihrer größten Einsätze zum Schutz der Menschen.
Während mir Chris sofort sympathisch war und ich seine rebellische Art mochte, hatte ich mit Liliana anfangs Probleme. Sie ist sehr darauf bedacht, die hohen Anforderungen ihrer Umgebung zu erfüllen und leidet darunter, als es ihr nicht gelingt. Den Druck, der dabei auf ihr (und Chris) lastet, konnte ich gut nachvollziehen. Leider wirkt Liliana zu Beginn nicht so alt, wie sie eigentlich ist, und ist sehr auf sich fokussiert, was ziemlich nervig ist. Glücklicherweise entwickelt sie sich im Laufe der Handlung deutlich weiter, sodass ich mich mit der Zeit richtig mit ihr anfreunden konnte.
Im zweiten Handlungsstrang sucht die Magierin Adara in Rom nach einem (eigentlich verbotenen) Weg, ihre verstorbene Quelle zurückzuholen. Dieser Teil der Handlung ist sehr düster; unterstützt noch von Hinweisen darauf, dass die Gemeinschaft nicht so gut und rechtschaffen ist, wie alle glauben wollen. Auf ihrer Suche eckt sie dabei immer wieder mit dem Wächter Seth an, einem Diener des Hohen Rates der Gemeinschaft, der scheinbar immer genau dort ist, wo Adara ihn am wenigsten haben möchte.
Adara war für mich von Anfang an die interessantere der beiden Protagonistinnen. Zwar ist sie sehr auf ihren Verlust konzentriert - was in ihrer Lage gut verständlich und daher nicht störend ist. Gleichzeitig hat sie allerdings einen deutlich kritischeren Blick auf die Welt als Liliana.
Den Wächter Seth mochte ich zu Beginn überhaupt nicht. Gefühllos, ratstreu und rücksichtslos. Das war zumindest mein erstes Bild von ihm. Als ich ihn im Laufe der Geschichte, soweit möglich, besser kennenlernte, war ich überrascht von seinem Charakter. Zum Ende hin konnte ich es mir ohne ihn gar nicht mehr vorstellen - da hätte einfach etwas gefehlt. Ihn kann ich bisher am wenigsten von allen Figuren einschätzen und bin daher sehr gespannt, wie es (nicht nur) mit ihm im nächsten Band weitergeht.
Durch den Wechsel zwischen Auckland und Rom wie auch durch Wendungen innerhalb der einzelnen Handlungsstränge ist die Geschichte abwechslungsreich und spannend gestaltet. Von Beginn an ist deutlich, dass die Handlung auf irgendein großes Ereignis zusteuert. Wie dieser "große Knall" dann tatsächlich ausgestaltet wird, hat mich sehr überrascht - und schockiert.
Insgesamt hat mir nur ein tieferer Einblick in die Funktionsweise der Gemeinschaft gefehlt. Die Handlung ist so auf die beiden Protagonistinnen und ihre Wege konzentriert, dass für ihre Lebenswelt nicht viel Zeit übrig bleibt. So ist mir bsp. noch immer nicht vollständig klar, was es mit den Wächtern auf sich hat. Wie man zu einem wird, was genau ihre Aufgaben und ihre Stellung in der Gemeinschaft sind etc. pp. Ich hoffe, dass das - wie auch einige andere offene Fragen - im nächsten Band geklärt wird.

Fazit: Alana Falk schafft eine angenehm neue Version von Magiern, die unerkannt unter uns leben. Die Handlung wird flüssig und spannend erzählt. Bei den Figuren fand ich insgesamt die Männer charakterstarker und interessanter als die Frauen, welche eher durch ihre Entwicklung im Laufe der Handlung bestechen.
Insgesamt ein solides Jugend-Fantasybuch, für das ich gern eine Leseempfehlung gebe.

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Klappentext

Es ist der größte Moment in Lilianas Leben und sie fürchtet ihn genauso sehr, wie sie ihn herbeisehnt. Endlich soll sie in die Gemeinschaft des Hohen Rates aufgenommen und mit ihrer Quelle verbunden werden. Denn jeder Magier braucht eine menschliche Energiequelle, um zaubern zu können. Doch es ist ausgerechnet Chris, der Liliana zugeordnet wird. Chris, der sich der Gemeinschaft verweigert und dessen früherer Magier auf ungeklärte Weise ums Leben kam. In seinen Augen sieht Liliana nichts als Hass. Es bleibt nicht viel Zeit, um sein Vertrauen zu gewinnen, denn in den Tiefen unter Neuseeland braut sich eine schreckliche Katastrophe zusammen und nur Liliana und Chris können sie aufhalten.

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