[Rezension] Vivian Vande Velde: Nie mehr zurück

Samstag, 17. Dezember 2016 | Kommentieren
Rezensionsexemplar
Quelle: ivi / Piper
23 Minuten, die über Leben oder Tod entscheiden.

208 Seiten | Klappenbroschur | ivi | Deutsch

Original: 23 Minutes
Übersetzer: Regina Jooß
Reihe: Einzelband

Erschienen: 02. November 2016

ISBN: 978-3-492-70415-1
Preis: 12,99 €

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Autoren-Info

Die amerikanische Kinder- und Jugendbuchautorin Vivian Vande Velde wurde 1951 in Rochester, New York, geboren. Im Alter von 28 Jahren - im  gleichen Jahr, in dem ihre Tochter geboren wurde - begann sie mit dem Schreiben. Seitdem hat sie mehr als 35 Bücher veröffentlicht und wurde mehrfach für ihre Werke ausgezeichnet, u.a. mit dem Edgar Award (Mystery Writers of America Best Young Adult Mystery) und dem Empire State Award for Excellence in Literature for Young People.

Klappentext

Ein Banküberfall.
Ein Mädchen, das durch die Zeit reisen kann.
Und nur ein Weg, um dem Tod zu entkommen.

Eigentlich wollte Zoe nur vor dem Regen fliehen, als sie die Bankfiliale betritt. Doch genau in diesem Moment wird die Bank überfallen und ein junger Mann erschossen. Plötzlich ist Zoe die einzige, die ihn noch retten könnte - denn Zoe kann die Zeit verändern. Doch das Spiel mit der Zeit ist gefährlich ...

Meine Meinung

Was wäre, wenn man ändern könnte, was geschehen ist?
Zoe kann es, zumindest ein wenig. 23 Minuten kann sie die Zeit zurückspielen und wenn sie will, sogar zehn Mal, ehe sich nichts mehr ändern lässt. Eine Fähigkeit, die ihr das Leben nicht unbedingt einfacher und die Vergangenheit nicht unbedingt besser macht als die ursprüngliche Zeit ...
Als sie zum Schutz vor dem Regen in eine Bankfiliale rennt, ahnt sie noch nicht, dass sie kurz darauf mitten in einem bewaffneten Banküberfall sein wird. Und ebenso wenig, dass während des Banküberfalls ein junger Mann erschossen wird, der Zoe kurz zuvor noch geholfen hatte. Zoe beschließt, die Zeit zurückzuspielen und ihm zu helfen. Doch beim Spielen mit der Zeit kann die kleinste Änderung große Folgen haben ...

Der Erzählstil von "Nie mehr zurück" erinnert an Filme wie "Lola rennt" oder "Und täglich grüßt das Murmeltier": Ein Zeitpunkt, ein Ort, die gleichen Personen, aber immer andere Ausgänge. Durch das Zeit Zurückspielen durchläuft Zoe eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie eine einzige Situation ausgehen kann. Dabei macht es ihr der Umstand, dass sie die einzige ist, die während des Zurückspielens ihre Erinnerungen behält, alles andere als einfacher.
Trotz des immer gleichen Settings gelingt es Vivian Vande Velde, eine spannende Geschichte zu gestalten, die nicht nur etwas für Jugendliche ist. Mit jeder durchlaufenen Version des Banküberfalls steigerte sich in meinen Augen die Spannung, ebenso wie die Machtlosigkeit einer Situation gegenüber, die einfach nicht besser werden will.
Dabei war der Schreibstil zunächst gewöhnungsbedürftig: Passend zur Protagonistin und Erzählerin Zoe wirkt der Stil wie die auf Papier gebannten Gedanken einer Fünfzehnjährigen. Mitunter sprunghaft, dann wieder fast schon unpassend detailverliebt, an anderen Stellen sehr emotional oder von immer wiederkehrenden Gedanken geplagt oder auch mal abschweifend ... Ich brauchte ein paar Seiten, um mich mit diesem Stil vertraut zu machen. Dann passte er jedoch sehr gut zu der Protagonistin und der subjektiven Sicht, aus der die Geschichte erzählt wird.
Was die Charaktere betrifft, wurden wirklich deutlich nur Zoe und der junge Mann aus der Bank beleuchtet, die mir beide schon nach kurzer Zeit symapthisch waren.
Da die Geschichte aus der Sicht von Zoe erzählt wird, erhält man einen recht guten Einblick in ihre Gedankenwelt. Dennoch bleibt ihr Charakter ohne richtige Tiefe - was durchaus auch der Kürze der Geschichte und dem Setting geschuldet sein kann, aber dennoch besser hätte sein können. Von ihrer Vergangenheit erfährt man nur Fetzen, die sich ein wenig zu einem persönlichen Hintergrund zusammensetzen lassen. Alles in allem bleibt ihre Geschichte, abgesehen von den 23 Minuten der Handlung, aber eher vage.
Auch über den jungen Mann erfährt man nicht allzu viel, das über Name, Alter und Beruf hinausgeht. Dennoch fand ich ihn etwas "greifbarer" als Zoe. Wirklich erklären kann ich das leider nicht, vermute aber, dass es mit Zoes häufigen (gedanklichen) Kommentaren zu seinem Verhalten und Beschreibungen von ihm zu tun hat.
Die Geschichte endet - ohne zu spoilern - offen, was eher den Eindruck erweckt, den ersten Band eines Mehrteilers als einen Einzelband vor sich zu haben. Ob hier noch weitere Zeitreise-Geschichten von Zoe geplant sein könnten?

Fazit

Jugendthriller trifft Zeitreise-Thematik. 
In "Nie mehr zurück" arbeitet Vivian Vande Velde ein Motiv neu auf, das aus manchen Filmen bereits bekannt ist, neu auf und beweist, dass für eine spannende Geschichte nicht unbedingt ein wechselndes Setting notwendig ist. Lediglich die Charaktere bleiben etwas hinter den Erwartungen zurück.


Das Buch erhielt ich als Rezensionsexemplar vom Verlag. Vielen Dank dafür!

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