[Rezension] Laurin Dahlem: Imperia - Im Schatten des Drachen

Montag, 14. November 2016 | Kommentieren
© Verlag in Farbe und Bunt
High-Fantasy mit asiatischem Flair

320 Seiten | Taschenbuch | Verlag in Farbe und Bunt | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Einzelband

Erschienen: 29. Januar 2016

ISBN: 978-3941864610
Preis: 14,80 €

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Autoren-Info

Laurin Dahlem ist ein junger Fantasy-Autor. Er lebt und arbeitet in Süddeutschland. Seine bisher erschienen Werke thematisieren mehr oder minder deutlich die Liebe zwischen Männern.

Klappentext

Der junge Landadlige Hao hat nur ein Ziel: der Kaisergarde beizutreten und dem Kaiserreich im Kampf gegen die rebellischen Yin beizustehen. Als sich sein Wunsch endlich erfüllt, ist sein Leben scheinbar perfekt. Doch bald schon kommen ihm erste Zweifel am unerbittlichen Regime des Kaisers, der alle Yin brutal auslöschen lässt. Bevor er sich versieht, wird Hao in ein Machtspiel aus Verrat, Intrige und Mord am Kaiserhof hineingezogen. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Kyu-Sung, Bastardsohn des Kaisers, der Gefühle in Hao weckt, die er sich lange nicht eingestehen will.

Meine Meinung


Der junge Landadlige Hao führt ein beschauliches Leben in einem kleinen Dorf. In seinen Träumen ist er ein Kaisergardist, ein Mitglied jener Truppe in den Diensten des Kaisers, die die Sicherheit des Landes vor den Yin, Beherrschern der Elemente, gewährleistet. Als er dem Kaisergardisten Kyu-Sung, dem Bastardsohn des Kaisers, begegnet, stellt das sein gesamtes Leben auf den Kopf. Nicht nur bekommt er plötzlich die Chance, tatsächlich der Kaisergarde beizutreten. Gleichzeitig weckt Kyu-Sung unerwartete Gefühle in Hao. Während er versucht, sich diesen Gefühlen zu widersetzen, keimen erste Zweifel an der Aufgabe der Kaisergardisten in ihm auf. Ist es wirklich richtig, alle Yin auszulöschen?

Fantasy meets asiatisches Kaiserreich!
In seinem Roman entwirft Laurin Dahlem eine faszinierende, asiatisch angehauchte Welt namens Imperia, die mir immer wieder das Gefühl gab, im alten China oder Japan zu sein. Nur magischer als die Realität. Die Welt war in sich schlüssig und mit seinen Worten ließ der Autor wunderbare Bilder in meiner Fantasie entstehen.
Die Charaktere von "Imperia" waren mir überwiegend sympathisch. Vor allem die beiden zum Teil nahezu gegensätzlichen Protagonisten Hao und Kyu-Sung sind mir schnell ans Herz gewachsen. Hao versucht, nach seinen Idealen zu leben und geht seinen Weg mit reinem Herzen und einem starken Sinn für Gerechtigkeit. Kyu-Sung auf der anderen Seite ist meist distanziert und stellt seine Loyalität dem Kaiser gegenüber über alles. Bis ihm unerwartete Gefühle dazwischenfunken.
Neben diesen beiden Protagonisten gibt es eine ganze Reihe von Nebenfiguren, die, bis auf wenige Ausnahmen, in sich logisch handeln. Einige von ihnen geben zu Beginn den Anschein, bedeutsam für die  Fortentwicklung der Geschichte zu sein. Im Laufe der Geschichte verschwinden sie jedoch mal spurlos, mal erscheinen sie nur noch am Rande. Schade!
Die Handlung selbst startet mit viel Potenzial. Haos erste Schritte zum Kaisergardisten werden wunderbar detailliert erzählt. Immer wieder fließen dabei Haos Gedanken ein, die nachvollziehbar sind und der Handlung eine subjektive Note verleihen. Ab etwa der Hälfte des Buches fängt die Handlung allerdings an zu schwächeln. Zeitsprünge werden immer häufiger; die vergangene Zeit zwischen Abschnitten immer länger. Vor allem die bedeutsamen Kämpfe am Schluss und das Finale des Buches werden zu schnell abgehandelt. Statt detaillierter Handlung gibt es eher Überblicke über das Geschehene und diese auch nur sehr knapp zusammengefasst. Mir stellte sich dabei immer wieder die Frage, ob der Autor keine Lust mehr hatte oder nur eine begrenzte Zahl an Seiten hatte. Schade ist es allemal, denn damit wurde erneut viel Potenzial verschenkt. Auch der Sinneswandel einer der Figuren am Ende der Geschichte kam für mich zu plötzlich und war angesichts der vergangenen Handlung nicht wirklich nachvollziehbar.

Fazit

Faszinierende Welt, sympathische Charaktere, gute Ausgangspunkte für eine spannende Geschichte - schade, dass Laurin Dahlem dieses Potenzial vielfach vergeben hat.


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