[Rezension] Ivo Pala: Schwarzer Horizont

Mittwoch, 12. Oktober 2016 | 1 Kommentar
Rezensionsexemplar
© Knaur TB
Wenn die Sonne nicht mehr aufgeht...

400 Seiten | Taschenbuch | Knaur TB | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Dark World Saga #1

Erschienen: 04. Oktober 2016

ISBN: 978-3426519158
Preis: 14,99 €

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Autoren-Info

Ivo Pala, geboren 1966 in Oestrich-Winkel im Rheingau, ist ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramaturg. Als Autor wurde er vor allem mit "Die Lazarus-Formel" sowie der "Elbenthal-Saga" bekannt. Seit 2012 veröffentlicht er zudem unter dem Pseudonym Richard Hagen Krimis. Mit dem ersten Band seiner "Dark World Saga" startet er 2016 einen neuen Mehrteiler.

Klappentext

EINE WELT AM ABGRUND, EIN NAMENSLOSES GRAUEN UND DREI HELDEN, DEREN SCHICKSAL IN DUNKELHEIT LIEGT

Seit dem Weltendonner herrscht ewige Nacht. Asche verdunkelt den Himmel, die Welt wird immer eisiger, nichts wächst mehr. Menschen verhungern auf den Straßen. Andere verschwinden spurlos auf mysteriöse Weise - angstvoll wird von Wesen geflüstert, die die Nacht hervorgebracht hat ...
Die Reiche Twyddyn und Milara führen einen erbitterten Krieg zu Land und zur See um die letzten Ressourcen und die Macht auf dem neu entdeckten, geheimnisvollen Kontinent Kutera.
In einem Sturm aus Schlachten und Intrigen müssen der Krieger Raymo, die Sklavin Lizia und der Mönch Ash ihrem unbarmherzigen Schicksal trotzen - oder mit ihrer Welt untergehen.

Meine Meinung

Seit dem Weltendonner geht die Sonne nicht mehr auf. Die Welt bleibt im Dunkeln, Kälte breitet sich aus. Nichts wächst mehr, das Essen wird allmählich knapp. In der Welt regiert das Recht des Stärken - wer zu schwach ist, bleibt auf der Strecke und geht unter. Während die beiden großen Reiche Twyddyn und Milara Kriege um die letzten Ressourcen führen, lauern in der Dunkelheit grausige Kreaturen auf ihre Opfer...
Die Welt ist zu einem durch und durch grausamen Ort geworden. Heimtückische Morde, Misstrauen, Ausbeutung und Verrat bestimmen das Leben der Menschen. Hier hinein wirft Ivo Pala seine drei Protagonisten: die Sklavin Lizia, den Krieger Raymo und den Mönch Ash, die alle drei ihren Weg durch die dunkle Welt gehen, immer mit der - vielleicht aussichtlosen - Hoffnung, dass die Sonne irgendwann zurückkehrt. Während sich die Wege von Lizia und Raymo jedoch kreuzen, bleibt Ash für sich allein auf einer fast schon unglaublichen Mission.
Die Handlung ist actionreich und spannungsgeladen, von der ersten bis zur letzten Seite. Sie springt immer wieder zwischen den drei Protagonisten. Kurze Kapitel fordern regelrecht zum Weiterlesen auf. Plötzliche, unvorhersehbare Wendungen halten die Spannung durchweg auf einem hohen Niveau. Langweilig wurde es mir beim Lesen kein einziges Mal, ganz im Gegenteil!
Neben den drei Protagonisten gibt es eine ganze Reihe von Nebenfiguren mit teils sehr außergewöhnlichen Namen. Nach einer kurzen Einlesephase fiel es mir allerdings nicht schwer, damit umzugehen und den Überblick zu behalten. Die Charaktere selbst sind durchweg lebendig und glaubwürdig dargestellt und spiegeln recht oft die Dunkelheit der Welt wider. Hinterhältigkeit, Lügen und Grausamkeit stehen da oft weit oben auf der Liste der Charaktereigenschaften.
Die Beziehungen der Charaktere untereinander waren ebenfalls überwiegend glaubhaft. Lediglich die Liebesbeziehungen von Raymo und Lizia bzw. dahingehende Gefühle ließen mich ab und an die Stirn runzeln. Sie entstanden mir einfach zu schnell und insbesondere bei Raymo wirkte es zum Teil wie "Liebe auf den ersten Blick im Beschleunigungsmodus".
Überrascht war ich von dem offenen Umgang mit Sexualität. In vielen Fantasy-Büchern wird dieser Part meistens ausgeklammert oder nur am Rande erwähnt, während Ivo Pala ihn mehrfach deutlich beschreibt. Angesichts der Grausamkeit der Welt, die sich auch in der Sexualität wiederfindet, verzichtet Ivo Pala auf Beschönigungen, was für mich sehr gut in den Erzählkanon der gesamten Geschichte gepasst hat.
In Ergänzung zur eigentlichen Handlung gibt es in dem Buch am Ende noch einen Glossar mit den wichtigsten Namen und entsprechenden Beschreibungen. Wirklich gebraucht habe ich den nicht. Viel lieber wäre mir angesichts der Größe der Welt, die Ivo Pala zeichnet, eine Karte zur besseren Übersicht gewesen. Aber vielleicht kommt die dann im zweiten Band?

Fazit

Mit "Schwarzer Horizont" liefert Ivo Pala den ersten Teil seiner neuen "Dark World Saga". Spannend, actionreich und blutig geht es in diesem düsteren Fantasy-Werk zu. Es ist definitiv nichts für schwache Nerven. Wer dagegen jedoch mal eine Abwechslung von der oftmals "weichgespülten" Romantasy sucht, ist hier bestens beraten. 
Für mich ist "Schwarzer Horizont" eindeutig eines der Highlights 2016!


Vielen Dank an den Verlag Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar.

1 Kommentar

  1. Das klingt ja spannend!
    Nur mit der Sexualität habe ich es nicht so, aber ansonsten, klingt es wirklich sehr lesenswert:)

    LG
    Valerie

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Vielen Dank für jedes Kommentar.