[Rezension] Catherine Shepherd: Krähenmutter

Dienstag, 4. Oktober 2016 | Kommentieren

© Piper
Der Horror aller Eltern: Spurlos verschwindende Kinder

288 Seiten | Taschenbuch | Piper | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Einzelband

Erschienen: 04. Oktober 2016

ISBN: 978-3-492-30965-3
Preis: 9,99 €

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Autoren-Info

Katrin Schäfer alias Catherine Shepherd ist eine deutsche Autorin. Sie wurde am 28. Oktober 1972 geboren, studierte BWL und arbeitete im Bankwesen. Nachdem sie bereits in Kindertagen erste Schreiberfahrungen sammelte, kam sie später wieder zu ihrem Hobby zurück und veröffentlichte 2012 ihren ersten Thriller "Der Puzzlemörder von Zons". Ihr Debüt war zugleich der erste von aktuell sechs Bänden der Zons-Krimi-Reihe. Nach eigenen Angaben hat sie bisher über 800.000 Bücher verkauft.
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Klappentext

DAS BÖSE LAUERT IMMER HINTER EINER FREUNDLICHEN MASKE.

Ermittlerin Laura Kern steht vor einem Rätsel. Ein Kind wurde am hellichten Tag aus einem Supermarkt entführt, doch es gibt keine Lösegeldforderung. Auch die Eltern schweigen sich aus - stecken sie womöglich mit den Tätern unter einer Decke? Laura und ihr Partner Max kämpfen sich durch einen Strudel widersprüchlicher Zeugenaussagen, während ihnen das Innenministerium im Nacken sitzt. Doch dann verschwindet der Vater des Kindes. Umd dem LKA läuft die Zeit davon ...

Meine Meinung

Zugegeben, mit dem Begriff "Rabenmutter" können vermutlich viele etwas anfangen. Dass der Rabe bei diesem Buchtitel durch eine Krähe ersetzt wurde, ließ mich zunächst stutzen, als ich das Buch sah. Mittlerweile empfinde ich den Titel aber als passend. Im Gegensatz zum Raben klingt der Begriff "Krähe" härter. Vielleicht kann man sogar soweit gehen, ihn als gefährlicher klingend einzustufen. In jedem Fall hat "Krähenmutter" einen deutlich dunkleren Unterton als "Rabenmutter" - und ist damit der perfekte Ausgangspunkt für diese Geschichte.

Jährlich verschwinden in Deutschland etwa 100.000 Kinder. In Catherine Shepherds neuestem Werk ereilt dieses Schicksal auch eine junge Mutter in Berlin: Ihr wenige Monate alter Sohn verschwindet spurlos, als sie sich nur einmal kurz vom Kinderwagen entfernt hat. Für die beiden eingesetzten LKA-Ermittler Laura und Max ist schnell klar, dass es ich bei dieser Entführung nicht um einen normalen Fall handelt. Die Lösegeldforderung bleibt aus, das Kind bleibt verschwunden und als sich die Innensenatorin einschaltet und auch noch der Vater des Kindes verschwindet, läuft ihnen die Zeit davon ...

Die Handlung dieses Thrillers spielt auf mehreren Ebenen: Zum Ersten ganz klar der Fall selbst inkl. der Polizeiarbeit, den Besprechungen und internen Konflikten. Zum Zweiten die persönliche Ebene der beiden Hauptcharaktere Laura und Max, die neben der Arbeit mit ihren eigenen Abgründen und Problemen zu kämpfen hatten. Zum Dritten durch kurze Einblicke in das Leben von jemandem, der nur "Baby" genannt wird, und seiner Mutter. Durch diese unterschiedlichen Ebenen und damit verbundene Perspektivwechsel bekam ich einen Rundumblick über die Handlung. Gleichzeitig wurden dadurch immer wieder neue Fragen aufgeworfen, die mich weiterlesen ließen. Die Spannung wurde beinahe durchgehend aufrechterhalten.

Die Charaktere waren allesamt lebendig beschrieben. Der Einblick insbesondere in Lauras Persönlichkeit hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn mir ihre Vergangenheit schon fast klischeehaft erschien, angesichts der vielen Thriller und Krimis, die eine ähnliche Grundlage für ihre Hauptcharaktere besitzen. Insgesamt bin ich leider mit keinem der Charaktere richtig warm geworden, habe aber trotzdem gern ihren Fall verfolgt.


Fazit

Obgleich die Charaktere mich nicht gänzlich überzeugen konnten, hatte ich Spaß an diesem Buch. Die Handlung ist flüssig und spannend und ließ sich gut verfolgen. Perspektivwechsel regten mich dazu an, weiterzulesen und mehr über den Fall und die damit verbundenen Personen herauszufinden.

Insgesamt würde ich das Buch allerdings eher als Krimi denn als Thriller einstufen. Für einen Thriller hat mir letztenendes noch eine ordentliche Portion zusätzliche Spannung gefehlt.

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