[Rezension] Cassandra Clare: City of Fallen Angels

Freitag, 23. September 2016 | Kommentieren
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Bildquelle: Margaret K. McElderry Books
480 Seiten | Taschenbuch | Margaret K. McElderry Books | Englisch

Originalausgabe

Reihe: Mortal Instruments 4 von 6

Erschienen: 01. September 2015

ISBN: 978-1481455992
Preis: 13,99 $

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Meine Meinung

Ursprünglich war die "Mortal Instruments"-Saga nur als Trilogie geplant. Aufgrund des großen Erfolges folgten schließlich jedoch noch drei weitere Bände. Eine unnötige Streckung der Geschichte, die sie in die Länge zieht und langweilig macht - oder doch nochmal eine sinnvolle Weiterführung?
Nachdem der Kampf in Alicante geschlagen, der Frieden zwischen Downworldern und Shadowhuntern wiederhergestellt und Valentine tot ist, könnte alles so schön sein. Zurück in New York nimmt Clary ihre Ausbildung zum Shadowhunter auf, auch wenn längst noch nicht alle notwendigen Lehrer da sind. Nach den Ereignissen in Band 3 darf sie ihren geliebten Jace endlich offen lieben, ohne sich deswegen schlecht zu fühlen. Doch nicht alles ist so friedlich, wie es scheint. Jemand ermordet Shadowhunter, ohne Spuren zu hinterlassen, was zu einem neuen Konflikt zwischen Downworldern und Shadowhuntern führen kann. Gleichzeitig zieht sich Jace immer mehr von Clary zurück. Auf der Suche nach Antworten für sein Verhalten muss Clary feststellen, dass sie mit einer einzigen Entscheidung dafür gesorgt hat, dass sie alles verlieren könnte.

"To love is to destroy", ein immer wiederkehrender Satz in der Buchreihe, bekommt mit diesem Band noch einmal eine neue Dimension. Die Handlung ist gespalten: Einerseits geht es um Clary und Jace und die toten Shadowhunter. Andererseits versucht Simon, sein neues Leben als Vampir und mit dem Fluch auf die Reihe zu bekommen und findet dabei einen unerwarteten Unterstützer, der ein dunkles Geheimnis verbirgt. Durch diese Aufspaltung erhielt ich wieder ein lebendiges Bild von der Welt. Ich konnte die unterschiedlichsten Charaktere begleiten und bekam dabei an keiner Stelle das Gefühl, in diesem Band zu wenig über eine Hauptfiguren zu erfahren. Die verschiedenen Handlungsstränge verknüpfen sich im Laufe der Handlung immer weiter, bis sie sich in einem starken Finale endgültig vereinen, das deutliches Spannungspotenzial für den nächsten Band bietet.
Die meisten Charaktere haben sich dieses Mal wieder deutlich weiterentwickelt, was ich angesichts der Länge der Reihe sehr begrüßt habe.
Simon versucht, in sein Leben als Vampir hineinzuwachsen und gleichzeitig sein menschliches Leben aufrecht zu erhalten. Dass plötzlich jeder ihn wegen seines Fluches auf seiner Seite haben will, macht es ihm alles andere als einfacher...
Isabelle muss sich mit ihren Gefühlen auseinandersetzen und herausfinden, was sie wirklich will. Durch einige Parts aus ihrer Perspektive habe ich sie erstmals besser kennenlernen können. Sie ist eben doch nicht nur die starke Frau mit der Peitsche ...
Magnus und Alec scheinen nach einer gemeinsamen Reise endlich richtig zueinander gefunden zu haben, doch ein unterschwelliger Konflikt bricht auf und stürzt die beiden in eine Krise. Seit diesem Band weiß ich, dass selbst der ruhige, gewissenhafte Alec eifersüchtig werden kann...!
Jace hat derweil seine eigenen Probleme, die er eigentlich ganz allein lösen will, obwohl er damit komplett überfordert ist.
Wirklich enttäuscht hat mich in diesem Band lediglich Clary. Nach einigen Fortschritten im letzten Band tritt sie wieder auf der Stelle. Zwar macht sie ihre Ausbildung, doch wirkliche Erfolge kann sie dabei nicht verbuchen und auch an ihrer besonderen Fähigkeit arbeitet sie nicht. Vielmehr lässt sie alles auf sich zu kommen und wartet lieber, statt etwas für ihre eigene Entwicklung zu tun. Sie ist wieder in die Opferrolle verfallen, obwohl sie so viel Potenzial hat, zu einem echten Shadowhunter zu werden. Sie müsste ihre Chance nur endlich einmal ergreifen und nicht länger faul darauf warten, dass sich etwas ändert!
Weiterhin tauchen ein paar neue Charaktere auf. Darunter Camille, ein uralter Vampir und alte Bekannte von Magnus, und Kyle, Simons neuer Mitbewohner. Tolle Charaktere mit selbstständigen Persönlichkeiten, die jedoch auch wieder neue Konflikte mitbringen und damit das Leben (abgesehen von toten Shadowhuntern und nicht ganz so träumerischen Albträumen) alles andere als einfacher machen ...

Fazit

Nach dem Tod von Valentine war ich skeptisch, ob Cassandra Clare der Fortsetzung der "Mortal Instruments"-Reihe wieder ordentlich Spannung einhauchen könnte. Mit einem neuen und einem neu-alten Feind ist ihr das definitiv gelungen. Neue Charaktere und interessante Entwicklungen der bereits bekannten Figuren erhalten der Welt, die Cassandra Clare entwirft, ihre Lebendigkeit. Dank des neuen Twists und damit eines neuen Grundkonflikts bleibt die Reihe interessant und ich bin gespannt, wie sie sich in den letzten beiden Bänden entwickelt.

bewertung_4_pergamentfalter

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