[Rezension] Miroslav Nemec: Die Toten von der Falkneralm

Freitag, 19. August 2016 | Kommentieren
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Bildquelle: Bloggerportal
256 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag | Knaus | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Bisher Einzelband

Erschienen: 15. August 2016

ISBN: 978-3-8135-0702-7
Preis: 19,99 €

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Meine Meinung

Miroslav Nemec als Ivo Batic ermittelt in Morden aus dem Drehbuch. Das ist der Standard im Münchner Tatort. Dass Miroslav Nemec nun - ganz als er selbst - in echten Morden (aus der Feder desselben) ermittelt, ist neu und hatte für mich bereits in sich eigenen gewissen Witz.
Miroslav Nemec ist in diesem Krimi nicht nur der Autor, sondern gleichzeitig der Protagonist. Die Grundsituation ist knapp erzählt: Eigentlich sollte Nemec im Rahmen des "Mörderischen Wochenendes" auf der "Falkneralm" eine Krimi-Lesung abhalten. Bevor es jedoch dazu kommen kann, kommt es zu einer Reihe merkwürdiger Todesfälle - angebliche Unfälle, deren ungewöhnliche Häufung Nemec jedoch zu Gedanken über potentielle Morde und erste Ermittlungen anregt. Dieses Mal ganz als er selbst, ganz ohne Drehbuch. Und natürlich mit echten Leichen.
"Die Toten von der Falkneralm" ist einerseits eine erfundende Geschichte, andererseits jedoch autobiografisch angelegt. Immer wieder fließen persönliche Erinnerungen, Erfahrungen und Anekdoten des Autors ein. Selbst Familienmitglieder haben ihre Auftritte - was unweigerlich zu der (nicht beantworteten) Frage führt, wie viel von diesem Buch tatsächlich existiert. Zumindest vorstellbar ist, dass alles davon existiert. Ein Resort mit dem Namen "Falkneralm" in den Alpen gibt es tatsächlich. Und die einzelnen Charaktere waren derart realistisch dargestellt, dass ich mir als Leser sehr gut vorstellen konnte, mit eben jenen Charakteren an eben jenem Ort ein "Mörderisches Wochenende" zu buchen (nur dann bitte ohne Tote).
Die Handlung selbst ließ immer wieder an einen Tatort aus dem Fernsehen denken: Merkwürdige Unfälle, Verstrickungen, falsche Fährten. Über allem die Frage, ob es Mord oder nicht doch eine ungewöhnliche - aber vielleicht doch mögliche - Reihung von echten Unfällen war. Nemec dabei einmal ganz in der Rolle des Schauspielers und nicht in der des polizeilichen Ermittlers zu erleben, der Polizeiarbeit nur aus dem Drehbuch kennt und auch sonst nur wenige Gemeinsamkeiten mit Ivo Batic hat, war interessant zu lesen. Eine unterschwellige, aber nicht übermäßge Spannung wurde die gesamte Geschichte über aufrechterhalten. Das Ende selbst war mir jedoch zu schnell abgehandelt und wirkte, als hätte der Autor schnell fertig werden wollen.
Ebenfalls dezent störend fand ich die - besonders zu Anfang auftretende - Häufung von Zitaten und merkwürdigen Witzen. Was vermutlich erheiternd wirken sollte, hat meinen Lesefluss und die Geschichte selbst, in meinen Augen, doch eher unterbrochen als befördert.

Fazit

In seinem ersten "echten" Fall konnte mich Miroslav Nemec, trotz der einen oder anderen Schwäche, überzeugen. "Die Toten von der Falkneralm" ist ein kurzweiliger Krimi mit subtilem Witz und eigenem Charm - quasi der Tatort zum Mitnehmen für den (Kurz)Urlaub.

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Klappentext

Drei echte Tote für Miroslav Nemec

Eigentlich hätte es ein entspanntes "Mörderisches Wochenende" werden sollen für den Tatort-Schauspieler Miroslav Nemec: Lesung aus einem Krimi und gutes Essen in einem schönen Berghotel.
Doch dann kommt es auf der "Falkneralm" zu einer Serie seltsamer Todesfälle. Und der Kommissar-Darsteller Nemec muss nicht nur echte Leichen anfassen, er sieht sich sogar veranlasst, wirklich zu ermitteln. Kann das gut gehen?

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