Danke für 5 Jahre.

Samstag, 26. März 2016 | 1 Kommentar
Nein, es steht kein Blog-Geburtstag an.
Nein, auch kein anderes Jubiläum.
Und nein, ich hätte nicht gedacht, dass ich einem meiner nervigsten, beklopptesten, zwiegespaltensten Charaktere mal einen Dankes-Post widme.
Ganze fünf Jahre ist es mittlerweile tatsächlich her, seit ich die ersten Seiten von "Bloody Tears" schrieb und damit Jack erfand. Zwei weitere Teile sollten diesem einen in den nächsten Jahren folgen, bis sie schließlich stand: Die Geschichte um geheime Experimente an menschlichen Probanden und um einen Auftragskiller, der so wirklich keiner sein will, und sich ausgerechnet in eines seiner Opfer verliebt.

5 Jahre. 262 Seiten. 145.524 Wörter.

Es ist nicht mein längstes Projekt, aber sicher das, an dem ich am längsten geschrieben habe. Glauben, dass es tatsächlich fertig ist, kann ich es noch nicht so richtig. Mir scheint es immer noch, als hätte ich gerade den ersten Teil ohne wirkliche Planung geschrieben und hätte keinen Plan, wo ich mit der Geschichte eigentlich hin will. Wo ich letztlich mit ihr gelandet bin, hätte ich vor fünf Jahren allerdings auch nicht gedacht.
Manche meiner Charaktere verliere ich mit der Zeit. Sie verblassen, als hätte es sie nie wirklich gegeben. Jack dagegen hat mich munter die Jahre hinweg genervt. Ihn habe ich von Monat zu Monat besser kennengelernt. Wenn ich mir heute den ersten und teilweise den zweiten Teil ansehe, ist das noch nicht Jack, wie er sein sollte. Erst, seitdem ich in Teil 3 immer wieder in seine düstere Vergangenheit eingetaucht bin, habe ich das Gefühl, ihn wirklich zu kennen.
In den letzten Jahren habe ich viele Charaktere geschaffen. Jack ist und bleibt jedoch der, der mir am ehesten die Entwicklung eines Charakters gelehrt hat. Vom gefühlskalten Einzelgänger zum echten Teamplayer, Freund und Geliebten - mit allen Höhen und Tiefen.

Danke für diese Jahre.

Was als spontaner Einfall, als flüchtiges Plotbunny, begann, ist für mich heute eine Lehrgeschichte. Auch wenn sie längst nicht mehr meinem heutigen Stil entspricht, habe ich durch die Arbeit an ihr mehr gelernt als bei meinen anderen Projekten. Die Ausdauer dafür hätte ich früher wohl nicht gehabt. Trotz insgesamt fast zwei Jahren Pause - vor allem zwischen den einzelnen Teilen - habe ich noch nie so lange an einem Projekt gearbeitet. Wahnsinn.
Jetzt, wo dieses Projekt abgeschlossen ist, kann ich mich allmählich neuen großen Projekten widmen. Welche das sein werden, weiß ich noch nicht, zumal Jack mir immer noch im Kopf spukt.
Irgendwann sollte ich meine Bloody-Reihe dann auch mal überarbeiten. Es gibt ein paar Szenen, über die ich heute einfach nur noch den Kopf schütteln kann. Aber jetzt genieße ich erst einmal das Gefühl, ein Großprojekt erfolgreich abgeschlossen zu haben.

Und damit: Frohe Ostern!

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