[Rezension] Markus Heitz: AERA - Die Rückkehr der Götter

Mittwoch, 6. Januar 2016 | Kommentieren
Hallo ihr Lieben!
Das neue Jahr 2016 ist jetzt schon fast eine Woche alt. Zeit für die erste Rezension! Was ich gleich im Voraus versprechen kann: Ich werde jetzt wohl wieder häufiger zum Lesen kommen. Damit sollten die Abstände zwischen den einzelnen Rezensionen wieder schrumpfen. ;-)
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Knaur-Verlag, der mir das folgende Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


cover
Bildquelle: Knaur TB
784 Seiten | Taschenbuch | Knaur TB | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Bisher Einzelband

Erschienen: 02. November 2015

ISBN: 978-3-426-51861-8
Preis: 9,99 €

Zur Leseprobe | Weitere Informationen beim Verlag

Rezensionsexemplar

Meine Meinung

Mit "AERA" erschafft Markus Heitz eine neue faszinierende Welt: 2012, das Jahr, in dem der Weltuntergang befürchtet wurde, wurde zum Jahr des großen Umbruchs: Die alten Götter, die mit Verbreitung des Juden- und Christentums und des Islams verdrängt wurden, kehrten leibhaftig zurück und nahmen sich ihre alten Reiche und Anhänger zurück. Währenddessen warteten Juden, Christen und Muslime erfolglos auf das Erscheinen ihres Gottes und schrumpften schließlich, aufgrund der Übermacht der anderen Religionen, zu Sekten ohne Gott zusammen, die mal mehr, mal weniger stark verfolgt werden.
"AERA- Die Rückkehr der Götter" spielt im Jahr 2019: Die Übergangskriege und das große Blutvergießen sind vorbei. Die Welt ist wieder einigermaßen zur Ruhe gekommen. Die Götter zeigen sich halbwegs friedlich und bleiben in ihren Gebieten, ohne Anspruch auf weitere zu erheben.
Mitten in dieser neuen Welt steht Malleus Bourreau, Interpol-Ermittler und bekennender Atheist. Statt an die Götter zu glauben, wie die anderen Menschen, sucht er nach alternativen Erklärungen, auch wenn er sich der Macht der Entitäten nicht gänzlich verschließen kann. In seinem Job ist er einer der Besten, denn er lässt sich auf der Suche nach der Wahrheit nicht einmal von den sogenannten Göttern einschüchtern.
Göttlichkeit, die an Malleus' Überzeugungen scheiterte. Wo sich andere in den Staub warfen, zündete er sich eine Culebra an und stellte Fragen. Auch einem Gott, wenn es denn einer wagte, sich seinem Verhör zu stellen.
(Seite 44)
"AERA" wurde zunächst als Ebook-Episodenreihe veröffentlicht. Die erste Staffel, bestehend aus zehn Episoden, erschien im November 2015 als Printausgabe. Der Episodencharakter ist darin beibehalten. Einzelne Episoden erscheinen wie Kapitel, die noch einmal in sich durch Perspektivenwechsel unterteilt sind. Die Hauptperspektive ist die des Protagonisten Malleus Bourreau, der seiner Arbeit nachgeht - Mal im Auftrag von Interpol, mal als Privatermittler, wenn es seine Zeit zulässt. Daneben finden sich auch Abschnitte aus der Sicht seiner Mitstreiter und eines mysteriösen Stalkers, der Malleus Bourreau beständig verfolgt und schon nach kurzer Zeit eine auf keinen Fall unwichtige Rolle einnimmt.
Die Handlung selbst ist abwechlungsreich, auch wenn sie immer einer Grundstruktur folgt: Malleus Bourreau erhält den Auftrag, ein angeblich göttliches Verbrechen aufzuklären, und begibt sich zum Tatort, der irgendwo auf der Welt ist. Wie dieser Auftrag genau aussieht, das unterscheidet sich stets, wodurch bei mir während des Lesens nie Langeweile aufkam. Zudem gilt es für Malleus, über alle zehn Episoden hinweg das Rätsel um neun religiöse Artefakte zu klären, deren Verschwinden eine tödlich-blutige Spur hinter sich her zieht.
Die Charaktere von "AERA" sind facettenreich gestaltet, mit ganz eigenen Charakterzügen, Schwächen, Stärken und Ticks. Insbesondere Malleus Bourreau brachte mich spätestens ab der dritten Episode regelmäßig zum Schmunzeln mit seiner Marotte, sich immer wieder eine spezielle Culebra nach festgelegter Vorgehensweise anzuzünden.
Einzig zu dem Stalker hätte ich mir mehr Informationen gewünscht. Zwar lässt die letzte Episode von "AERA" seine Zukunft und damit die Chance auf ein erneutes Auftreten in einer hoffentlich erscheinenden zweiten Staffel offen, doch zumindest ein paar mehr Details zu seinem Aussehen und was er von Malleus Bourreau will, wäre schön gewesen. Andeutungen, z.B. zu seinem geistigen Zustand, haben mich nur noch mehr verwirrt, als dass ich eine Logik hinter seinem Verhalten hätte erkennen können. (Ob es wirklich eine Logik gibt, sei mal dahin gestellt.)
Zu guter Letzt noch ein Wort zu Stil und Sprache: Typisch Markus Heitz bietet "AERA" eine angenehme Abwechslung zwischen Beschreibungen, Dialogen und Gedanken mit variantenreicher Wortwahl. Auffällig wurden in den letzten zwei Episoden Rechtschreibfehler, die in den Vorhergehenden nahezu vollständig fehlten, über die man allerdings auch wohlwollend hinweg lesen kann.

Fazit

In "AERA - Die Rückkehr der Götter" entwirft Markus Heitz eine fantastische Welt voller Götter und lässt doch letztendlich offen, ob es wirklich Götter gibt. Inmitten dieser (Un)Gewissheit erzählt er zehn Geschichten, deren Episodencharakter deutlich, aber nicht störend ist. Die Geschichten selbst sind spannend und abwechslungsreich und machen Lust auf mehr.
Ich hoffe, dass es eine zweite Staffel rund um Malleus Bourreau geben wird! Genügend offene Fragen gibt es dafür allemal.

bewertung_5_pergamentfalter

Klappentext

Im Jahr 2019 herrscht eine neue Weltordnung:
Die Götter sind auf die Erde zurückgekehrt. Alle Götter - bis auf einen. Während Odin, Zeus, Manitu, Anibus, Shiva und Co. sich ihre alten Kultstätten zurückholen und ihre Anhänger um sich scharen, warten Christen, Moslems und Juden vergeblich.
Interpol-Ermittler Malleus Bourreau ist Atheist geblieben in dieser Welt voller Götter. Er ist gut in seinem Job, denn er hat keinen Respekt, weder vor Menschen noch vor Göttern. Sein aktueller Fall fordert ihn allerdings: Auf der ganzen Welt verschwinden religiöse Artefakte aus den verschiedensten Kulturen, und die Diebe gehen dabei buchstäblich über Leichen. Und das ist nicht das einzige Rätsel, das es zu lösen gilt.

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Vielen Dank für eure Kommentare!