2016 - Die Reise geht weiter.

Freitag, 1. Januar 2016 | Kommentieren
Und einmal ganz ohne Countdown, regelrecht überraschend endete 2015.
Buchdeckel schließen sich. Das Buch, vollgeschrieben bis zur letzten der 365 Seiten, wandert zu den anderen ins Regal. Zeit für etwas Neues. Etwas Unverbrauchtes, Unentdecktes.
Bevor ich jedoch endgültig ins neue Jahr starte, möchte ich gemeinsam mit euch zurückblicken auf ein Jahr, von dem ich froh bin, es hinter mir lassen zu können. Dabei sah es zunächst wirklich gut aus.
Erster Besuch auf der Leipziger Buchmesse, auf der ich eine liebe Freundin zum ersten Mal traf, nachdem wir jahrelang nur geschrieben hatten.
Erstes Mal ganz allein im Urlaub. Vier Tage Ostsee. Ausspannen, die Zeit genießen. Direkt am Meer flogen die Kilometer unter meinen Füßen nur so dahin. Spaziergänge am Strand, die Füße vom Wasser umspielt, Wellenrauschen, Möwengeschrei. Herrlich!
Außerdem mein erstes vollständiges Jahr als Studentin. Ich begann es im ersten  Semester und stehe nun schon beinahe am Ende des Dritten, reich an neuen Erkenntnissen und gesammelten Erfahrungen. 
Projektarbeit war das große, alles umfassende Stichwort, das es zu bearbeiten galt und noch immer gilt. Mit anfangs sechs, dann nur noch fünf Kommilitonen setzten wir uns an das Thema "Trinkwasserversorgung auf der Welt". Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, wollten wir informieren und zum aktiven Gestalten der aktuellen Lage motivieren. Am liebsten an einer Schule. Nur an der Umsetzung hängt es noch immer. Aufgeben wollen wir allerdings nicht.
Während ich studierte, gingen in meiner ehemaligen FSJ-Arbeitsstelle die Arbeiten an einer Landesausstellung in die letzte Runde, die im Sommer stattfand. Unerwartet flatterte in dieser Zeit eine Mail in mein Postfach, in der das Museum projektbezogen Leute für die Kulturelle Bildung suchte. Gelesen - beworben. Und schließlich angenommen. Das erste Mal richtig im Kulturbetrieb arbeiten, angestellt, nicht bloß als FSJler. Museumspädagogin und Ausstellungsbetreuung. Mit den Schülergruppen wurde es nie langweilig. Trotz der spaßigen, interessanten, teils echt anstrengenden Zeit war es immer wieder erschreckend, für wie viele Schüler, auch in höheren Klassen, es der allererste Museumsbesuch war.
Gleichzeitig lernte ich in diesem Job wunderbare Kollegen kennen - einige noch besser, andere vollkommen neu. Ob wirkliche Freundschaften daraus werden, kann ich nicht sagen. Auf den weiteren Kontakt, trotz Ende der Ausstellung, hoffe ich allerdings.
Was Freundschaften angeht, war 2015 in der Tat überraschend. Eine alte, fast vergessene Freundschaft lebte wieder auf, als wäre sie niemals eingestaubt. Ich habe neue Leute kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte - real und virtuell. Bei anderen habe ich es bewusst aufgegeben, echte Freundschaften haben zu wollen. Es passt einfach nicht, aber das ist nicht schlimm. Überhaupt nicht.  

2015 - erfolgreich im Studium, im Job, in der Freundschaft, selbst beim Schreiben.

Und dann kam der Bruch. August, September, Oktober. Kämpfen gegen einen übermächtigen Gegner, noch immer mit der stillen Hoffnung. Hoffnungslos. Anfang November - gefühlt ein grauer, trister Tag, zu dem Regen und Nebel perfekt gepasst hätten und dessen Sonnenstrahlen doch insgeheim ein stilles Zeichen waren. Schon im letzten Jahr hatte ich es befürchtet und doch gebetet, dass alles gut werden würde. Vielleicht wurde es gut. Für ihn allemal, auch wenn Loslassen wehtut. Seit 2015 ist der Himmel um einen Stern reicher. Die letzten Wochen, Tage, Stunden mit ihm werde ich nie vergessen. Sie gaben uns Zeit, bewusst Abschied zu nehmen. Der Schmerz sitzt tief drin, mal mehr, mal weniger präsent, und doch geht das Leben weiter.  
Das Lächeln ist wieder da.
Und mit diesem Lächeln trete ich hinüber ins neue Jahr. Nehme Erfahrungen mit mir, die mir niemand mehr nehmen kann. 
2015 ist abgeschlossen - und doch wieder nicht, denn einiges, was in dem Jahr begann, wird mich noch einige Zeit begleiten. Aufgaben, die es noch zu erfüllen gilt. Hoffnungen, die ich nicht aufgeben will.

2016 wird ein großes Jahr. Italien und das Meer rufen, die Buchmesse lockt mit neuen Geschichten und die Projektarbeit und das Praxissemester mit neuen Erfahrungen. Familiäre Bindungen werden sich weiter festigen - einerseits tatsächlich geplant, andererseits gehofft. 
Nach dem arbeitsreichen 2015 soll 2016 ein ruhigeres Jahr werden. Ich will herausfinden, was ich wirklich will. Wer ich bin, was ich kann, wie meine Zukunft aussehen soll. 
Ich will schreiben - von Seele und Herz, nicht mehr so stark aus dem Kopf heraus. Zum Bloggen will ich, nachdem es 2015 ein neues Design gab endlich wieder wirklich kommen.

2016 wird ein gutes Jahr. Voller Gesundheit und Freude. Daran glaube ich ganz fest.
Und vielleicht klopft tatsächlich einmal die Liebe an...

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Vielen Dank für jedes Kommentar.