[Rezension] Amanda Koch: Die Wächter von Avalon - Die Legende von Ýr

Donnerstag, 10. Dezember 2015 | Kommentieren
Mehr als einen Monat ist meine letzte Rezension mittlerweile schon wieder her... Zwar ist's im Privaten immer noch kaum ruhiger, aber wenigstens die Uni stresst nicht mehr. Möglicherweise komme ich dadurch in nächster Zeit wieder mehr zum Lesen ;-)


512 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag | familia Verlag | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Wächter von Avalon #3

Erschienen: 4. März 2015

ISBN: 978-3943987980
Preis: 17,95 €

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Rezensionsexemplar

Meine Meinung

Mit der "Legende von Ýr" endet die Trilogie rund um die Wächter von Avalon von Amanda Koch.
Zum Ende des zweiten Bandes schienen endlich alle Probleme gelöst. Die Finsternis war besiegt, das dunkle Zeitalter endlich vollständig in die Vergangenheit verband. Und doch - irgendetwas stimmt noch immer nicht, wie Aylórien und die Wächter nun im dritten Band feststellen. Die Kraftlinien zwischen Avalon, Amaduria und der irdischen Welt hätten mit dem Ende der dunklen Mächte wiederbelebt werden müssen, sind allerdings weiterhin tot. Stattdessen bemerkt Nagaina, die Herrin vom See, merkwürdige Erschütterungen auf Avalon, die sie nicht zu deuten vermag. Sie schickt die Wächter auf eine neue Reise, um aufzuklären, was auf Avalon vor sich geht und warum die Kraftlinien noch immer tot sind.
Gleichzeitig sucht Aylórien noch immer nach einem Weg, endlich die Sterblichkeit mit Raven teilen zu können.

Im dritten Band laufen alle Handlungsfäden, die noch irgendwo lose herumflatterten zusammen und verweben sich zu einer in sich geschlossenen Handlung. Aylóriens bzw. Esmés Familie taucht gewissermaßen endlich wieder auf und scheint nicht wie ausradiert, was ich im zweiten Band bemängelt hatte. Die Handlung selbst ist dieses Mal ein ganzes Stück komplexer. Uralte Geheimnisse werden aufgedeckt, Mächte gefunden und Prophezeiungen entschlüsselt. Gemeinsam mit den Protagonisten reiste ich quer durch die drei Welten, lernte geheimnisumwobene Völker und machtvolle Kräfte kennen, mit denen ich nach Lesen der ersten beiden Bände kaum gerechnet hatte. Dabei hatte ich nie das Gefühl, komplett in eine fantastische Welt abzutauchen. Dafür gab es zu viele Verbindungen zu unserer Realität.
Zudem wird eine neue Figur eingeführt, die in diesem Band die Gruppe der Hauptfiguren ergänzt: Muireall. Ein Wesen, das sich vor allem zu Beginn nur sehr schwer einschätzen lässt und doch tiefer mit der Magie, der Göttin und den drei Welten verbunden ist, als ich mir vorstellen konnte.
Insgesamt ist dieser Band ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Dieses Mal ist es Amanda Koch auch endlich gelungen, mich an ihre Geschichte zu fesseln. Ich habe gern mit den Charakteren mitverfolgt, was in Avalon, Amaduria und der irdischen Welt vor sich geht, was sie erleben und was mit ihnen geschieht.
Ein kleines Manko gibt es jedoch auch dieses Mal noch - zu einhundert Prozent konnte ich nicht überzeugt werden. Die Charaktere waren mir in ihrer Persönlichkeit noch immer zu blass. Gedankengänge und insbesondere Dialoge schienen mir zu gestelzt und auswendig gelernt. Von der Herrin vom See, den Königen, den Göttinnen, selbst von Muireall kann ich noch einen sehr ausgefeilten Sprachstil erwarten. Bei denen passt es. Aber die Wächter und auch Aylórien werden stets als junge Personen beschrieben, auch wenn die Seele mitunter älter ist. Ein hochtrabender Sprachstil passt einfach nicht zu ihnen und wirkt fehl am Platz. Ein wenig mehr Umgangssprache hätte den Charakteren sicher gut getan.

Fazit

Alles in allem bin ich von "Die Legende von Ýr" wesentlich überzeugter als von den beiden Vorgängerbänden. Die Geschichte greift noch einmal alles auf, was bisher geschehen ist. Keine Frage bleibt offen und mit einer guten Portion Spannung habe ich gern weitergelesen. Die Darstellung der Figuren hat sich gegenüber den anderen zwei Bänden deutlich gebessert, auch wenn bei ihnen immer noch Luft nach oben besteht.
Insgesamt ein gutes Buch für Zwischendurch, um einfach mal abzuschalten und in eine fantastische Welt einzutauchen, die unserer gar nicht so fremd ist.

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Klappentext

Der Weg zum Licht führt durch die Dunkelheit.

Avalon wird erschüttert. Die Magie einer alten Kraftlinie scheint zu erwachen. Es ist eine Sternenkarte, die die Hohepriesterin in die irdische Welt blicken lässt. Jupiter durchwandert das goldene Tor der Sterne und schickt sein Licht nach Aran – auf die Insel mit der verschollenen Kraft des Wassers.
Raven aber glaubt, darin ein ganz anderes Geheimnis zu erkennen und begibt sich mit Aylórien allein an den von Nagaina geweissagten Ort. Auf der Insel wirkt nicht nur die mystische Kraft des Meeres.
Muireall gebietet dort über die Magie des Feuers und des Mondes. Und noch bevor die Wächter die Zeichen der Neuen Zeit verstehen, wirkt Muireall einen verhängnisvollen Zauber. Welche Mächte herrschen verborgen in der irdischen Welt? Und was ist die Wahrheit der Legende von Ýr aus längst vergangenen Tagen?

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