[52/52-Challenge] Seelenessenz

Sonntag, 31. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Seele
Wörter: 1382

Seelenessenz

"Ist das deine Vorstellung von einem Zauberladen?" Skeptisch sah ich mich um. Angus hatte vor einem verfallenen zweistöckigen Gebäude in einer noch verfallener wirkenden Straße geparkt. Es stank nach Abfall und der Himmel war grau vom Rauch aus der nahen Fabrik. Die Fenster des Hauses waren im Erdgeschoss vernagelt und darüber stellenweise eingeschlagen; die Wände waren mit unlesbarem Graffiti besprüht.
Angus warf mir einen finsteren Blick zu und ging an mir vorbei zu der verschlossenen Tür. "Halt die Klappe, wenn du keine Ahnung hast."
Für einen winzigen Augenblick sah ich, wie sich seine Lippen bewegten, dann drückte er die Klinke nach unten. Die Tür schwang auf. Ich verdrehte die Augen, während Angus wortlos nach drinnen verschwand. Warum brachte er mir nie so etwas bei? Warum musste ich mich stundenlang mit Latein herumplagen, Tränke anrühren und komplizierte Symbole lernen, die ich angeblich brauchte, um zaubern zu können, wenn ihm ein einziges Wort genügte, dass er noch nicht einmal laut aussprechen musste?! Es mochte sein, dass er sich bereit erklärt hatte, mich in der Zauberei zu unterrichten - was abgesehen von ihm kein anderer hatte tun wollen - aber allmählich keimte in mir der Verdacht auf, er wolle mich für dumm verkaufen.

[52/52-Challenge] Der letzte Tag

Samstag, 30. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Tag
Wörter: 658

Der letzte Tag

Stell dir vor, du hast nur noch einen Tag zu leben.
Einen Tag, um zu tun, was du schon immer einmal tun wolltest. Um nachzuholen, was du niemals getan hast. Um die Liste der Dinge abzuarbeiten, die du irgendwann in deinem Leben noch tun wolltest.
Einen Tag, um zum letzten Mal zu fühlen. Freude, Glück, Liebe. All das Gute, dass es gibt. All die Dinge, für die es sich zu leben lohnt. Vielleicht auch ein wenig von dem Schlechten - nur für die Erinnerung. Wer weiß schon, wie es danach weitergeht?
Einen Tag, um zu sagen, was noch gesagt werden muss. Um Streitigkeiten beizulegen. Um Freundschaften ein letztes Mal aufleben zu lassen. Um Wissen weiterzugeben, das nicht verloren gehen soll.
Einen Tag, um sich zu verabschieden. Von der Sonne und dem Leben. Von Freunden, die einen begleiteten. Von der Familie. Von all den Menschen, die das Leben prägten und es überhaupt erst lebenswert machten.

[52/52-Challenge] Kleinformat

Freitag, 29. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Zwerg
Wörter: 634

Kleinformat

Ich sitze auf der Mauer und starre abwechselnd in den Garten, auf die Garage und die verglaste Rückseite des Hauses mit der riesigen Terrasse.
Immer noch.
Vorhin stand ich eine Weile, aber ich kann nicht ewig stehen und nach Hause laufen muss ich nachher auch noch. "Sind doch nicht mal zwei Kilometer", hat Sampson zu mir gesagt, als ich mich darüber beschwerte, dass ich nicht einmal ein Fahrrad bekam. Ich schnaube. Mag ja sein, dass zwei Kilometer mit langen Beinen schnell zu bewältigen sind, aber für jemanden, der nicht größer als ein Taschenbuch ist, sind sie die Hölle.
Erstmal nicht daran denken.

[Rezension] Kim Harrison: Blutdämon

Mittwoch, 27. Mai 2015 | Kommentieren
cover
Bildquelle: Bloggerportal
720 Seiten | Taschenbuch | Heyne | Deutsch

Original: Pale Demon
Übersetzer: Vanessa Lamatsch

Reihe:: Rachel Morgan #9

Erschienen:: Rachel Morgan #9

ISBN: 978-3453528482
Preis: 15,00 €

Zur Leseprobe | Direkt beim Verlag bestellen

[52/52-Challenge] 01:27 Uhr

Montag, 25. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Uhr
Wörter: 659

01:27 Uhr

"Mika?" Stille.
Wieder klopft sie an die Tür. "Mika, ich bin es!" Noch immer keine Antwort.
Sie drückt die Klinke hinunter. Nicht abgeschlossen. Lautlos schwingt die Tür nach innen auf, gibt den Blick auf einen leeren Flur frei. Sie tritt ein.
"Mika?" Über ihr knarzt die Decke, doch es ist nur ein einziges kurzes Geräusch. Keine Schritte. Keine Stimme. An der Garderobe hängen einige Jacken, darunter die braune Lederjacke, die Mika nahezu immer trägt, wenn sie sich treffen. Ein einzelnes Paar Turnschuhe steht darunter an der Wand. Es sind eindeutig Mikas. Mit anderen Schuhen hat sie ihn nie gesehen.
Eigentlich müsste er zuhause sein.

[52/52-Challenge] (R)Ausblicke

Samstag, 23. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Fenster
Wörter: 788

(R)Ausblicke

Ich sitze auf meinem Bett, in dem kleinen Zimmer, dass ich Mein nennen darf. Es hat keine Tür und das einzige Fenster, auf das ich Tag für Tag starre, ist zugemauert worden, bevor ich hierher kam. Es ist dunkel; nur ein kleiner Schimmer von dem Kristall, der in die Wand eingelassen ist, wo sich vielleicht einmal die Tür befand, spendet einen Hauch von Licht.
Von irgendwo und nirgends hüllt mich ein seichter Lufthauch ein. Ich habe Tage, vielleicht sogar Wochen damit zugebracht, seine Quelle zu finden. Erfolglos.
Mein Zeitgefühl habe ich schon vor einer halben Ewigkeit verloren - vielleicht war es auch erst gestern. Wer weiß das an diesem Ort schon? Für mich gibt es keinen Wechsel von Tag und Nacht, sondern immer nur das ewig gleiche schwache Leuchten des Kristalls. Ich kann keine Tage zählen, keinen Kalender führen, nichts. Eine Zeit lang habe ich jedes Mal, wenn ich aufwachte, mit dem Fingernagel eine Rille in die Wand gekratzt - ein kläglicher Versuch, einen gewissen Lebensrhythmus zu erschaffen. Irgendwann habe ich damit aufgehört.

[52/52-Challenge] Tec-Junge

Samstag, 23. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Maschine
Wörter: 693

Tec-Junge

Er betrat den Club. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss und sperrte die lauten Straßen der Großstadt aus. Dunkle Klänge hüllten ihn ein. Sie waren nur Hintergrundklänge, doch nach den lauten Straßen schienen sie ihm in der Ruhe des Clubs für einen Moment ungewöhnlich laut für dieses Etablissement.
Nach einem kurzen, nur schwach beleuchteten Flur erreichte Damian den Hauptraum. An den kleinen runden Tischen vor der leeren Bühne saßen nur wenige Menschen. Überwiegend Männer, soweit er erkennen konnte. Hinter der Bar stand ein Kellner und wusch Gläser aus. Eine Treppe zwischen Wand und Bar führte hinauf zu einer Galerie, von der zahlreiche Türen abzweigten. Leise Geräusche klangen von dort hinunter. Gespräche, vermutete er, konnte es jedoch nicht genau sagen.

[Rezension] Sally Green: Half Wild

Dienstag, 19. Mai 2015 | Kommentieren
cover
Bildquelle: Penguin Randomhouse
448 Seiten | Taschenbuch | Penguin Randomhouse | Englisch

Originalausgabe

Reihe: Half Bad Trilogy #2

Erschienen: 26. März 2015

ISBN: 978-0147511935
Preis: $ 10,99

Zur Leseprobe | Direkt beim Verlag bestellen

Rezensionsexemplar

[52/52-Challenge] Spiegelbild

Montag, 18. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Figur
Wörter: 815

Spiegelbild

Er starrte auf die spiegelnde Fläche vor ihm. Sein eigenes Gesicht schaute zurück, blass und eingefallen, mit Augenringen, die fast dunkler als seine Augen waren. Die Haare hingen ihm in fettigen Strähnen vom Kopf. Er hatte sie sich vor nicht allzu langer Zeit mit dem Rasiermesser geschnitten, dass sie ihm einmal in der Woche gaben. Besonders schön war seine Frisur nicht geworden, doch wenigstens waren die Haare seitdem kürzer und hingen ihm nicht mehr vor den Augen.
Er atmete tief durch und verbannte jeden Gedanken aus seinem Kopf. Sein Blick verlor sich in den Tiefen des Spiegels, bis er nichts mehr wahrnahm - nichts um ihn herum und nichts von seinem Spiegelbild. Vor seinen Augen, in einem Abgrund inmitten des Spiegels, den nur er sehen konnte, entstand ein Strudel aus flirrenden Farben, der sich immer tiefer grub. Mehr und mehr fixierte sich seine Wahrnehmung auf diese endlos scheinende Tiefe, bis kein Geräusch, kein Bild und kein Geruch aus seiner Umgebung mehr zu ihm durchdrang.

[52/52-Challenge] Wiedersehen

Sonntag, 17. Mai 2015 | Kommentieren
Die heutige Szene ist nicht nur ein potentieller Teil eines größeren Projekts, sondern schon fest eingeplant. Vor einiger Zeit habe ich beschlossen, meine alte Idee zum Romanprojekt "Der Zirkel" umzuarbeiten. Die folgende Szene ist eine der Anfangsszenen dieses Projekts.

Stichwort: Krieg
Wörter: 924

Wiedersehen

Es war noch dunkel, als ich die Augen aufschlug. Kühle Luft wehte durch das offene Fenster. Nachtluft.
"Liz, bist du endlich wach?"
Ich zuckte zusammen, setzte mich auf und tastete gleichzeitig nach dem Schalter meiner Nachttischlampe. Das Licht ging an. Ich blinzelte und sah mich um.
Woher kannte ich diese Stimme?
"Liz?"
Mein Blick folgte der Stimme. Für einen Augenblick stockte mein Atem. In der Ecke zwischen Fenster und Schreibtisch hockte eine Gestalt. Ein dunkelhaariger Mann. Nein, eher ein Jugendlicher. Ich stand auf und trat näher an ihn heran. Angst hatte ich keine. Als er zu mir aufsah, begriff ich auch warum. "Nicor?!"

[52/52-Challenge] Auserwählte

Samstag, 16. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Drache
Wörter: 874

Auserwählte

Sie hatten sich im Inneren des großen Tempels versammelt - Schüler, Novizen, Lehrer, selbst die wenigen fertig ausgebildeten Reiter, die über die weiten Anlagen der Schule wachten. Es war ein besonderer Tag gewesen, voll von Ritualen und atemberaubenden Vorführungen, der nun in der abschließenden Zeremonie seinen Höhepunkt fand. Rhys konnte die vielfältigen Eindrücke noch immer nicht alle in Worte fassen. Er hatte das Spektakel zum ersten Mal erlebt. Ein Jahr verbrachte er bereits in der Schule. In drei Jahren würde die Zeremonie über sein künftiges Leben entscheiden.
Im Tempel herrschte eine angespannte Stille. Alle Augen waren auf das kleine Podest gerichtet, auf dem normalerweise die Opfergaben für die Götter dargebracht wurden. An diesem Tag war es leer bis auf eine kunstvoll gearbeitete Holztruhe mit goldenen Verzierungen. Zwei Reiter standen als rituelle Wächter links und rechts neben dem Podest; ihre Rüstungen aus einer Vielzahl kleiner Metallplatten gefertigt, die wie Miniaturausführungen der dicken Drachenschuppen wirkten. Rhys glaubte, sie ab und an in der Nähe der Ställe gesehen zu haben. Ihre Namen kannte er jedoch nicht.

[52/52-Challenge] Ohne Titel

Samstag, 16. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Blau
Wörter: 941

Ohne Titel

Du stehst am Fenster und schaust hinaus in den verschneiten Garten. Eine hohe Steinmauer mit schneeweißer Krone umfasst ihn. Einnerst du dich, wie du versucht hast, darüber zu klettern? Wie du um Verzeihung gebettelt hast, während du mit verstauchtem Fuß und gebrochenem Arm vor mir kauertest?
Die zwei großen Eichen sind nur Gerippe ihrer selbst, ganz ohne die riesige Blätterkrone und nur mit den kahlen schneebedeckten Ästen. Erinnerst du dich, wie du am Stamm einer der Eichen standest, die Hände daran festgebunden, der Rücken mit blutigen Striemen überzogen? Wie du dich anfangs gewehrt hast, bis du dich deiner Strafe schließlich weinend fügtest?
Die erhöhte hölzerne Terrasse ist leer. Die Möbel sind über den Winter eingelagert. Erinnerst du dich, wie du in jenem ersten Winter dort auf dem Holz im Schnee knietest, die Hände und Füße gefesselt, nur in Jogginghose, T-Shirt und Socken? Wie ich dich irgendwann in der Nacht halb bewusstlos ins Haus geholt habe; wie du geschrien und geweint hast, als sich dein Körper langsam wieder erwärmte?
Es ist Vergangenheit. Lange her.

[52/52-Challenge] Kristallklar

Freitag, 15. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Kristall
Wörter: 1338

Kristallklar

"Was, denkst du, ist so besonders an diesen Kristallen?"
Benji zuckte mit den Schultern und kletterte vor mir auf einen riesigen umgestürzten Baum. "Was weiß ich. Solange wir gut dafür bezahlt werden, ist es mir egal." Er schlug seinen Dolch in das Holz und zog sich daran hoch, ehe er auf der anderen Seite hinuntersprang.
"Ich meine nur, dass es merkwürdig war, wie gierig der Priester nach den Kristallen zu sein schien", warf ich ein und folgte ihm über den Stamm. Er war rutschig. Rinde bröckelte unter meinen Fingern weg und ich brauchte einen Augenblick, um genügend Halt zu finden, damit ich mich auf die andere Seite schwingen konnte. "Ich traue dem Ganzen nicht."
Er wandte sich einen Augenblick zu mir um und verdrehte die Augen. "Stell dich nicht so an. Ein paar glitzernde Steinchen haben die mächtigsten Männer um den Verstand gebracht. Davor ist auch ein Priester nicht sicher."
"Mag sein, aber warum dürfen wir sie auf keinen Fall anfassen?"
Benji zuckte mit den Schultern und schwieg.

[52/52-Challenge] Pakt mit dem Teufel

Donnerstag, 14. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Teufel
Wörter: 735

Pakt mit dem Teufel

Er erwachte - schweißgebadet, zitternd. Sein Körper klebte. Er war ausgelaugt, erschöpft. Noch immer zuckten seine Muskeln unkontrolliert. Er keuchte. Sein Herz raste.
Schon wieder.
Er kniff die Augen einige Momente zusammen und öffnete sie dann langsam wieder, nun ein wenig ruhiger. Noch immer war es finster. Er war allein. Das Fenster stand offen und die Vorhänge wehten im Nachtwind. Die kühle Luft strich über seine erhitzte, feuchte Haut. Zu kühl. Fast blind tastete er nach der Bettdecke, ohne sie zu finden.
Tatsächlich alles wie immer.
Er seufzte. Längst nicht nehr schläfrig stand er auf und tapste auf unsicheren Beinen ins Bad. Seine Unterhose, in der er normalerweise schlief, musste er irgendwann in den vergangenen Stunden ausgezogen haben. Er erinnerte sich nicht daran. Er erinnerte sich an so vieles nicht.

[Rezension] Sally Green: Half Bad

Mittwoch, 13. Mai 2015 | Kommentieren
Ich bin seit mittlerweile zwei Jahren aus der Schule heraus und ich glaube, das letzte englische Buch hab ich irgendwann in der zehnten oder elften Klasse gelesen. Lang, lang ist's her!
Vor ein paar Tagen hab ich dann "Half Wild" entdeckt (angeregt durch eine Verlosung bei BdB) und ziemlich schnell stand fest: Das willst du lesen! Und mal ganz ehrlich: Warum auf Deutsch anfangen, wenn der englische zweite Band gerade erschienen ist und es dauert, bis der deutsche herauskommt? ;)


cover
Bildquelle: Penguin Randomhouse
432 Seiten | Taschenbuch | Penguin Randomhouse | Englisch

Originalausgabe

Reihe: Half Bad Trilogy #1

Erschienen: 13. Januar 2015

ISBN: 978-0147511461
Preis: $ 9,99

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[52/52-Challenge] Kranke Magie

Montag, 11. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Fieber
Wörter: 1048

Kranke Magie

"Doktor?"
"Er hat hohes Fieber. Es steigt noch immer."
"Ist er krank? Eine Erkältung? Oder ist es wirklich das Fieber?"
Der Doktor seufzte und packte seine Instrumente zurück in die Tasche. "Es tut mir leid. Sie sollten dem Konzil schnellstmöglich Bescheid geben. Wenn das Fieber weiterhin so schnell steigt, wird er die nächsten zwei Tage kaum überleben."
Die Stimmen entfernten sich zusammen mit den Schritten seiner Mutter und des Doktors. Er blieb allein in seinem abgedunkelten Zimmer zurück. Allein in der Stille. Nicht einmal ein Vogel war zu hören, kein Rasenmäher im Nachbarsgarten, der die sonntägliche Ruhe bekämpfte, keine Autos oder spielenden Kinder auf der Straße.
Er zog sich die Decke über den Kopf. Zitterte.
Nicht das Fieber.

[Rezension] Kim Harrison: Bluteid

Sonntag, 10. Mai 2015 | Kommentieren
Manchmal haben Bahnstreiks auch etwas Gutes: Zwar war ich deutlich länger als normalerweise unterwegs, aber ich habe die Zeit super nutzen können, um Band 8 der Hollows-Reihe zu verschlingen!


cover
Bildquelle: Bloggerportal
736 Seiten | Taschenbuch | Heyne | Deutsch

Original: Black Magic Sanction
Übersetzer: Vanessa Lamatsch

Reihe:: Rachel Morgan #8

Erschienen:: 11. Oktober 2010

ISBN: 978-3-453-52750-8
Preis: 14,00 €

Zur Leseprobe | Direkt beim Verlag bestellen

[52/52-Challenge] Trapped

Sonntag, 10. Mai 2015 | Kommentieren
Heute eine Warnung vorangestellt: Die kommende Szene enthält explizite Gewaltdarstellungen. Leute mit schwachen Nerven sollten nicht unbedingt weiterlesen.

Stichwort: Leben
Wörter: 1650

Trapped

Ein Fenster zersplitterte, als eine fehlgeleitete Kugel es durchschlug. Weitere Schüsse hallten durch die leere Lagerhalle, gepaart mit schmerzerfüllten Schreien und wildem Fauchen.
Es waren zu viele.
Oder sie zu wenige. Sein Atem kam stoßweise, er fühlte sein Herz rasen und seine Muskeln gegen die Anstrengung protestieren. Er musste es schaffen. Überleben. Irgendwie.
Mit der Waffe in seiner Hand zielte er erneut auf einen der Vampire, doch noch bevor er abdrücken konnte, wurde sie ihm aus der Hand geprellt. Ein scharfer Schmerz schoss von seinem Handgelenk seinen Arm hinauf. War es gebrochen? Verstaucht? Oder war alles in Ordnung und der Schmerz nur kurzweilig? Er hatte keine Zeit, sich darum zu kümmern. Ein kräftiger Arm packte seine Schulter, Krallen bohrten sich durch seine Haut. Er ächzte vor Schmerz, drehte sich in dem festen Griff, der ihm beinahe die Knochen zu brechen drohte, und trat nach seinem Angreifer. Entfernt hörte er den Schrei eines Jägers aus seinem Zirkel, der abrupt verstummte. Er ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren.

[52/52-Challenge] ROD

Donnerstag, 7. Mai 2015 | Kommentieren
Heute gibt es mal eine Szene, bei der der Titel wirklich nichts verrät. ;)

Stichwort: Löwe
Wörter: 1418

ROD

Sonnenstrahlen erhellten das weitläufige Büro hoch über den Dächern der Stadt. Durch die gläsernen Wände, die an drei Seiten verliefen, bot sich ein atemberaubender Blick über die riesige Stadt. Nur wenige Tower erreichten die Höhe dieses Büros. Die Welt schien wie von Ameisen erbaut und von ihnen bewohnt, so klein wirkte alles aus dieser Höhe. Die Menschen unten auf den überfüllten Straßen waren kaum zu erkennen, die Autos nur farbige bewegliche Kästchen.
Das Büro selbst war spärlich, doch edel eingerichtet. An einem Ende, nahe der einzigen Tür des Raumes, stand ein großer Schreibtisch mit ledernem Stuhl dahinter. Lediglich einige Blöcke, Stifte und dünne Akten veteilten sich auf der Tischplatte, kein Computer, keine Bücher. Eine kleine Zahl an Ordnern stand in einem Regal an der einzigen undurchsichtigen Wand. Auf der anderen Seite befand sich eine kleine Sitzgruppe - ein niedriger Tisch, umgeben von einem ledernen Ecksofa, dessen Rückseite sich den Fenstern zuwandte - zudem ein niedriger geschlossener Schrank, in dessen gläsernem Aufsatz Gläser verschiedener Art auf die Benutzung warteten.

[52/52-Challenge] Champion

Mittwoch, 6. Mai 2015 | Kommentieren
Und damit ist Nummer 30 geschafft. Wir nähern uns allmählich so etwas wie dem Ende! :D

Stichwort: Schwert
Wörter: 676

Champion

"Deckung hoch! Stell dich nicht so an, er hat nicht mal richtig getroffen! Schlag endlich zu! Und behalt verdammt nochmal deine Deckung oben!" Wild gestikulierend stand der Trainer am Rande des Rings und beobachtete die drei Kämpfenden.
"Rick, bist du besoffen oder was?! Ich will vernünftige Beinarbeit von dir sehen!"
"Logan, bist du ein Fleischer?! Fass endlich das Schwert richtig an! Ich denke, du kannst damit umgehen!"
Ein Stöhnen. Getroffen sackte einer der Kämpfenden in die Knie.
"Hoch mit dir, Schwächling!", brüllte ihn der Trainer an. Im gleichen Moment traf ihn der Schlag einer seiner Gegner, der ihn zu Boden schickte. Benommen blieb er liegen. Keiner kümmerte sich um ihn, weder der Trainer noch seine Gegner.

[52/52-Challenge] Der Preis

Sonntag, 3. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: General
Wörter: 1303

Der Preis

Er huschte durch die nachtdunklen Straßen, nicht mehr als ein Schatten in der Finsternis. Kein Mond leuchtete am Himmel; nur vereinzelte Sterne, deren Licht kaum hinunter auf die Erde und gewiss nicht in die finsteren Gassen reichte, in denen er sich bewegte. Aus dem einen oder anderen Fenster drang der schwache Schein einer Kerze - es war das einzige Licht, das ihn erreichte. Straßenlaternen gab es in diesem Viertel nicht, genau so wenig wie Elektrizität, doch daran hatte er sich längst gewöhnt. Er kannte es kaum anders. Seine Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt; zielsicher fand er den Weg zwischen verfallenen Wänden, Müllbergen und Schutt hindurch zu einer brüchigen Holztür. Angeln hatte sie keine mehr. Sie war nur angelehnt; das Schloss am nutzlos gewordenen Riegel lediglich Tarnung. Ob es funktionierte, wusste er nicht. Es war ihm egal. Er hatte nichts zu verbergen und zu stehlen erst recht nicht. Es wäre nur ärgerlich, eines Tages wieder einmal seinen Unterschlupf besetzt von einem Fremden zu finden, der ihn nicht mehr einließ.