Ein Blick zurück auf die LBM 2015

Sonntag, 15. März 2015 | Kommentieren
Zwei Tage voller Bücher, Verlage und Autoren liegen nun hinter mir. Die Füße schmerzen, aber angesichts der ganzen Eindrücke ist es fast schon ein guter Schmerz, in den sich ein wenig Wehmut mischt. 
Zwei Tage sind so schnell vergangen. Viel zu schnell. Nur allzu gern hätte ich immer wieder die Zeit angehalten, um die Augenblicke noch mehr zu genießen. Gelungen ist es mir leider nicht und so bleibt all das Gehörte, Gesehene und überhaupt Erlebte nur in meinem Kopf und Herzen.

Was auf der Leipziger Buchmesse alles los war?

Nun, ich denke, es wird Zeit, einen kleinen Rückblick zu geben. Los ging alles an einem Freitagmorgen...

Freitag, 13. März 2015

Es war viertel Neun, als mein Zug in Richtung Leipzig startete. Allzu weit hatte ich es glücklicherweise nicht, denn schon nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt war ich am Messebahnhof. Der Zug war ganz gut gefüllt, aber nicht übermäßig. Wirklich voll sollte es erst im Laufe des Tages werden...
Nachdem ich leicht desorientiert an den Schildern auf dem Messegelände vorbeigeirrt bin, habe ich dann endlich den Zugang zum Pressegebäude gefunden. Im Vorfeld hatte ich mich mit Pergamentfalter bereits als Blogger akkreditiert und einen Presseausweis zugeschickt bekommen. Den musste ich jetzt noch aktivieren lassen und schon ging es los. Pünktlich fünf Minuten vor 10 Uhr war ich in der Glashalle. Jetzt konnte die LBM 2015 so richtig starten!
Ich stöberte ein erstes Bisschen durch die Hallen, versuchte, mich nicht vollkommen zu verlaufen und traf mich mit zwei Freundinnen. Um 11 Uhr stand dann mein erster Programmpunkt an: Die Lesung mit Margit Ruile zu ihrem neuen Jugendbuch "Deleted: Traue niemandem". Angesichts der vielen Kinder und wenigen Erwachsenen, die bei der Lesung anwesend waren, kam ich mir zwar glatt ein bisschen alt vor, aber egal...
Ursprünglich war geplant gewesen, anschließend um 12 Uhr zur Lesung von Kai Meyer zu "Die Seiten der Welt" zu gehen. In der Zwischenzeit war es in den Hallen schon recht voll geworden und stellenweise wurden Gänge in eine Richtung gesperrt - aus meiner Perspektive natürlich generell in die falsche Richtung. Wir hatten ja Freitag, den 13., richtig?
Jedenfalls kam ich an der Fantasy-Leseinsel an und alles war voll. Zu voll. Als die Lesung begann, musste ich reichlich enttäuscht feststellen, dass ich an keinem Punkt so wirklich gut was verstehen konnte. Der Andrang zur Lesung und die Stimmen rundherum waren dazu einfach zu laut.
Also bin ich wieder in den Messetrubel eingetaucht, hab mal die Bloggerlounge besucht - deren für mich interessante Programmpunkte sich blöderweise regelmäßig mit meinen Plänen überschnitten haben - und hab eine kurze Pause eingelegt.
Um 14 Uhr ging es dann endlich (!) zur "Zwerge 5"-Lesung von Markus Heitz. Ich kann ihn gut und gerne als meinen derzeitigen Lieblingsautoren bezeichnen, hab ihn vorher allerdings noch nie live sehen können. Das sollte sich dieses Mal ändern. Die Lesung wurde dann auch richtig super. Vorgelesen hat er zwei Textstellen und daneben noch ein wenig von seinen Projekten erzählt und Fragen beantwortet. Von Signaturen auf kleinen Kindern und der Bibel bis zur Spaghettimonster-Religion und einer abschließenden Signierstunde war so ziemlich alles dabei. Super witzige Lesung und mein absolutes Tageshighlight!
Danach bin ich, mehr oder weniger zufällig, in der Glashalle kleben geblieben. Da hat nämlich Joscha Sauer ("Nichtlustig") signiert. Da ich nichts zum Signieren dabei hatte, schnell eine Postkarte mit einer seiner Zeichnungen gekauft und ab in die Schlange. Das konnte ich mir nun wirklich nicht entgehen lassen!
Nach einer weiteren Runde stöbern und Freunde treffen ging es zur letzten Veranstaltung meines Tages: Dem Blog'n'Talk von Randomhouse, zu dem einige Autoren eingeladen waren, darunter Zoe Beck, Nicole Neubauer, Erik Axl Sund und Bernhard Hennen! Zudem wurde das neue Bloggerportal vorgestellt. Es war super voll und die Gespräche richtig schön.
Gegen 18 Uhr hieß es dann Abschied nehmen, zurück zum Bahnhof - darauf achten, dass man auch wirklich in den richtigen Zug einsteigt - und ab nach Hause.



Samstag, 14. März 2015

Das mit dem Aufstehen war schon so eine Sache für sich, aber nachdem ich die ersten Minuten wieder gelaufen bin, verschwand allmählich das dumpfe Pochen in den Füßen. Wer noch nicht mitbekommen hatte, dass es Buchmesse-Samstag war, der wurde spätestens im Zug davon überzeugt, der wirklich vollgestopft war. Umfallen ausgeschlossen.
Bei dem Andrang war ich dann auch richtig froh, wieder ganz entspannt durch den Presseeingang schlüpfen zu können. Ich war an diesem Tag ein wenig später als Freitag dran und wie es so kommen musste, stand ich genau in dem Moment vor den Eingängen zur ComicCon, als die sich öffneten. Sagt mal, gibt es eigentlich eine Steigerung von Chaos?
Glücklicherweise nicht vollkommen überrannt hab ich es dann in die Bücherhallen geschafft und hab sofort das Literaturforum angesteuert, in dem das Gespräch "Fantasy hat viele Seiten" mit Wolfgang Hohlbein ("Das Netz"), Thomas Lisowsky ("Die Schwerter") und Sebastian Niedlich ("Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens"). Im Anschluss hab ich mir noch "Märchenmonds Erben" signieren lassen. An diesem Tag hatte ich nämlich vorgesorgt: Drei Bücher haben mich zum Signieren begleitet!
Anschließend hab ich mich mit einer Freundin getroffen, mit der ich mir seit Jahren schreibe, aber die ich bisher nie treffen konnte. Dieses Mal hat es endlich geklappt und es war super schön! Zusammen waren wir bei einem Gespräch (das eigentlich gleichzeitig Lesung sein sollte, es aber dann doch nicht war) mit Sebastian Fitzek zu "Passagier 23". Auch da hat es wieder mit einer Unterschrit geklappt.
Wir sind dann ein wenig durch die Hallen gestöbert und haben was gegessen. Btw, warum wusste ich bisher nicht, wie genial Crêpe mit Banane und Schokocreme ist?!
Um 13 Uhr ging es zur Fantasy-Leseinsel, wo Markus Heitz nochmal aus "Zwerge 5" gelesen hat. Ich hatte ihn zwar schon Freitag gesehen, konnte der Versuchung einer weiteren Lesung aber nicht widerstehen und außerdem war genügend Zeit da. Warum also nicht? Nach dieser Lesung wussten dann auch alle, dass das Banner über der Leseinsel hypnotisieren soll, damit ganz viele Bücher gekauft werden. Definitiv wieder eine richtig witzige Lesung! Bisher hab ich keinen der Zwerge-Bände gelesen, aber ich denke, nach diesen Lesungen werde ich mich der Reihe in näherer Zukunft mal widmen...
Anschließend habe ich mich dann (wieder allein) in die Signierschlange eingereiht und konnte nach einer knappen Stunde endlich mein signiertes Exemplar von "Exkarnation - Krieg der Alten Seelen" in den Händen halten!
Außerdem hatte diese Stunde noch etwas Positives: Eoin Colfer (u.a. "Artemis Fowl") war nach Markus Heitz zu einer deutsch-englischen Lesung auf der Leseinsel. Neben dem Anstehen konnte ich dieser Lesung noch lauschen, zum Anstehen für eine Unterschrift konnte ich meine Füße dann aber doch nicht mehr überreden.
Stattdessen hab ich der ComicCon einen Besuch abgestattet und wundervolle Kostüme bewundert. Ich werde wohl nie verstehen, wie es einige Cosplayer 8 Stunden in Ganzkörper-Kostümen (z.B. aus Gummi oder Plüsch) ertragen, während es mir in normalen Sachen schon total warm war...
Um 16 Uhr hat, erneut auf der Fantasy-Leseinsel, Wolfgang Hohlbein aus "Märchenmonds Kinder" gelesen. Ich liebe die Märchenmond-Reihe einfach und obwohl ich eigentlich sehr viele andere Bücher lesen will, werde ich mir Märchenmond vielleicht demnächst wieder mal in meine Leseecke holen...
Gegen 17:30 Uhr hab ich dann endgültig gestreikt und Pause auf der Leseinsel gemacht. Ich hätte zwar schon zum Zug gehen können, aber es war kalt, also hielt sich die Lust dazu in Grenzen. Stattdessen hab ich der Lesung von Vincent Voss zu seinem Horror-Roman "Wasser" gelauscht. Kannte den Autor vorher nicht, aber ich bin ganz froh, zu der Zeit auf der Leseinsel gestrandet zu sein. Blöderweise war die Lesung nicht 18 Uhr zu Ende, sodass ich sie mir nicht bis zum Schluss anhören konnte, weil ich meinen Zug erwischen musste... 
Sehr glücklich, aber auch vollkommen fertig quetschte ich mich an diesem Abend schließlich in den Zug und trat die Heimreise an. Bücher hab ich keine gekauft, sondern nur meine Wunschliste geführt. Stattdessen kamen neben Lesezeichen, Beuteln, Leseproben und Postkarten 3 Kalender mit - ein Löwen-Tageskalender, ein Loriot-Lesezeichenkalender und ein in Leder gebundener (Schüler-)Kalender, dessen Seiten mit Gutenberg-(Mittelalter-)Motiven geschmückt sind und den ich wahrscheinlich als Sprüchesammlungs-Buch umfunktionieren werde.

Bis dahin...

LBM 2016? Ich werde wieder dabei sein!

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