[Rezension] David Wellington: Vampirfeuer

Sonntag, 23. November 2014 | Kommentieren

© Piper Fantasy

David Wellington: Vampirfeuer

368 Seiten | Taschenbuch | Piper | Deutsch

Original: Vampire Zero
Übersetzer: Andreas Decker
Reihe: Laura Caxton #3

Erschienen: 1. September 2009

ISBN: 978-3492267212
Preis: 8,95 €

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Autoren-Info

David Wellington wurde 1971 in Pittsburgh, Pennsylvania, geboren und studierte an der Syracuse University. Seine ersten Geschichten veröffentlichte er auf seinem Internet-Blog, bevor die ersten Verlage auf ihn aufmerksam wurden. Heute lebt er in New York City und arbeitet dort als Archivar bei den Vereinten Nationen.
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Klappentext

ENDSTATION HÖLLE

Die Schlacht gegen die Vampire ist noch nicht gewonnen. Laura Caxton ist wieder auf der Jagd, und ihr Gegner ist niemand Geringerer als ihr ehemaliger Mentor James Arkeley. Er kennt alle ihre Tricks - schließlich war er ihr Lehrmeister. Sein Ziel ist es, seine Familie im Tod um sich zu scharen, und Caxtons Aufgabe wird es sein, dies zu verhindern. Doch sie begeht einen folgenschweren Fehler. In einer verlassenen Bergwerksstadt, unter der ein ewiges Kohlenfeuer schwelt, stehen sich die einstigen Verbündeten ein letztes Mal gegenüber.

Meine Meinung

"Vampirfeuer", im Original "Vampire Zero", ist Band 3 von Wellingtons Laura-Caxton-Reihe. 
Die Schlacht ist geschlagen, doch noch nicht gewonnen. Um Laura zu retten, hat James Arkeley, ihr Mentor, den Vampirfluch angenommen. Er wollte sich von ihr töten lassen, doch er tauchte ab und wurde mehr und mehr zu dem Monster, das er einst gejagt hat. Nun ist es an Laura Caxton, ihn und die älteste noch lebende Vampirin, Justinia Malvern, endgültig zur Strecke zu bringen, bevor noch mehr Unschuldige sterben müssen. Dabei muss sie vor allem um das Leben von Arkeleys Familie - seiner Frau und seinen Kindern Raleigh und Simon - kämpfen, denn Jamson Arkeley will auch ihnen den Fluch geben und sie zu seinesgleichen machen.
Wellington zeichnet in "Vampirfeuer" eine rasante, blutige Jagd nach den Vampiren. Dabei lässt dieses Buch keinen Raum für die romantischen Vorstellungen, die spätestens seit "Twilight" die Vampirliteratur überfluten. Vampire sind hier keine schönen Wesen, die nach Möglichkeit Tierblut trinken, damit sie nicht töten müssen, sondern blutgierige Monster, die mehr und mehr verfallen, wenn sie kein Menschenblut bekommen. Umgeben sind sie nicht selten von ihren Dienern, den Halbtoten, eine Art Zombie, dessen Haut sich vom Körper schält und der nach der Erweckung nur etwa eine Woche existiert, bevor er endgültig verfällt. Mit diesen Wesen hebt Wellington seine Geschichte vom allgegenwärtigen Einheitsbrei der aktuellen Vampirliteratur ab.
Zentrale Figur dieser Geschichte ist Laura Caxton, State-Trooper und Vampirjägerin, die zunehmend dem Wahn der Vampirjagd zu verfallen scheint. Prinzipiell ist sie ein angenehmer Charakter, ihre Handlungen wurden jedoch im Laufe der Geschichte für mich immer unverständlicher. Die wenigen privaten Szenen mit ihrer Lebensgefährtin Clara, die in die Geschichte gestreut wurden, wirkten wie der Versuch, Laura Caxton etwas mehr Tiefe zu geben. In meinen Augen blieb es bei dem Versuch, denn die Szenen wirkten nicht wirklich passend.
Wenigstens die Geschichte selbst war spannend. Zwar gibt es nur einen einzigen klaren Handlungsstrang und keine wirklichen Nebenhandlungsstränge, aber dieser eine wurde gut gestaltet und mit Wendungen versehen, die das Lesen nicht langweilig werden ließen, auch wenn der Klappentext - zu meiner Ernüchterung - schon fast das Ende verriet, denn das, was dort geschildert wird, spielt im Buch auf den letzten Seiten. Ein Klappentext sollte Lust aufs Lesen machen, aber nicht bereits die Endhandlung verraten. 
Einen weiteren Punkt muss ich noch ankreiden, der weniger mit der Geschichte und mehr mit dem Buch selbst zu tun hat. Dass deutsche Übersetzungen gern mal ein Problem mit guten Titeln haben, ist allseits bekannt. Aber mal ganz ehrlich... "Vampirfeuer"? Vampire spielen eine Rolle, Feuer kommt vor, also schmeißen wir beides in einem sinnfreien Titel zusammen? Was hätte dagegen gesprochen, den originalen Titel "Vampire Zero" zu übernehmen, zumal von eben diesem auch in der Geschichte die Rede ist? Über so ein Vorgehen kann man als Leser nur den Kopf schütteln.

Fazit

Gute Geschichte mit eher schwachen Charakteren. Hätte der Klappentext nicht schon so viel verraten, wären sicher mehr Punkte drin, aber so bleibt es nur bei einem kleinen Plus dafür, dass Wellington endlich mal wieder eine Abwechslung zu romantischen Vampirgeschichten bietet.


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