[Rezension] Chiara Strazzulla: Dardamen - Gefährten der Finsternis

Freitag, 7. November 2014 | Kommentieren
Jetzt geht es hier endlich mal wieder voran, nachdem es ganz schön still geworden ist. Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich seit einem Monat studiere und mich da erst einmal richtig reinfuchsen muss. Heißt, zum Lesen - zumindest was meinen SuB angeht - komme ich in letzter Zeit kaum. Ebenso wenig zum Bloggen allgemein oder überhaupt zum Schreiben. Ich hoffe, das ändert sich bald wieder...


797 Seiten | Taschenbuch | cbj | Deutsch

Original: Gli Eroi Del Crepuscolo
Übersetzer: Katharina Schmidt, Barbara Neeb

Reihe:: Einzelband

Erschienen:: 20. November 2009

ISBN: 978-3-641-03799-4
Preis: 978-3-641-03799-4€

[Nicht mehr auf der Verlagsseite gelistet.]

Meine Meinung

Lyannen ist ein Außenseiter. Als Halbsterblicher unter den Ewigen, gezeichnet durch seine dunklen Haare, wird er ausgegrenzt und darf nicht einmal dem Heer beitreten, um in den Kampf gegen die Bedrohung durch die Finsternis zu ziehen. Als seine große Liebe Eileen, die Tochter des Königs der Ewigen, von eben jener Finsternis entführt wird, fassen Lyannen und seine Freunde einen folgenschweren Entschluss: Sie wollen quer durch das Land hinauf in den Norden ziehen, um Eileen aus den Fängen der Finsternis zu befreien. Doch der Weg ist lang und voller Gefahren...

Chiara Strazzulla greift mit ihrem Roman ein gern genutztes Motiv in der Fantasyliteratur auf: Unscheinbare Protagonisten machen sich auf eine weite Reise, um ihr Ziel zu erreichen. Ein Motiv, das allseits bekannt ist und doch immer mal wieder neu aufgelegt wird und so den Grundstock für eine neue tolle Geschichte bildet. Mit "Dardamen - Gefährten der Finsternis" ist das leider nicht so recht gelungen.
Die Geschichte an sich ist gut ausgearbeitet, hat Wendepunkte, die zwar nicht immer überraschend sind, aber dennoch die Handlung beleben, und die Welt ist wunderbar detailliert gestaltet. Auch an den Charakteren gibt es kaum etwas zu meckern. Mir waren sie sympathisch und vor allem - was mir immer wichtig ist - waren es keine platten, einseitigen Figuren, sondern sie hatten alle ihre eigenen Charakterzüge mit Stärken und Schwächen. Dennoch konnte ich mich nicht so recht in die Charaktere hinein versetzen. Ich kann nicht sagen, wodurch das kam, aber so richtig lebendig sind sie in meinen Gedanken nicht geworden, sondern blieben nur einfache Figuren auf dem Papier eines Buches.
Möglicherweise hängt es mit der Geschichte an sich zusammen. Rein den Handlungsstrang betrachtet, war sie gut und mir haben besonders die diversen Perspektivenwechsel gefallen, doch leider ist ein Buch nicht nur ein Handlungsstrang, sondern eben dieser muss mit Worten gefüllt werden. Daran ist es bei diesem Buch dann auch in meinen Augen gescheitert. Es gibt immer wieder Längen - hauptsächlich durch teils ellenlange Gedankengänge. Normalerweise bin ich ein Freund von gut ausgeführten Gedanken, weil sie eine Figur zum Leben erwachen lassen, doch bei diesem Buch waren sie mir viel zu lang und wiederholten sich ab einem bestimmten Punkt nur noch und haben mich daher genervt. Die Handlung selbst hatte auch die eine oder andere Länge, allerdings konnte ich die verschmerzen.
Aus diesen Längen ergibt sich dann auch, dass es mir nicht gelungen ist, mit den Charakteren mitzufiebern. Von der Spannung, die die Geschichte hätte haben können, habe ich leider nicht allzu viel gemerkt.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer war für mich noch der Schreibstil der Autorin, der klar war und wenigstens die Welt in meinen Gedanken halbwegs zum Leben erwecken konnte. Auch hier gibt es allerdings ein Aber: Die Beschreibung von Personen. Es will nicht in meinen Kopf, warum man bei jeder Figur erst einmal die Haare, den Körper, die Kleidung etc. haargenau beschreiben muss. Bei neuen oder zeitweise verschwundenen Charakteren musste man also stets damit rechnen, dass erst einmal eine halbe bis ganze Seite nur ihr Aussehen beschrieben wurde, was ziemlich schnell nervig wurde. Als Leser möchte ich doch bitte die Chance haben, mir die Figuren zu einem gewissen Grad selbst vorzustellen und nicht alles bis ins kleinste Detail beschrieben bekommen.

Fazit

Das liebe Reisemotiv... Schon mehrfach haben Autoren bewiesen, dass man daraus auch nach unzähligen Geschichten noch etwas Neues und Spannendes machen kann. Chiara Strazzulla ist das mit "Dardamen - Gefährten er Finsternis" nicht gelungen. Längen sorgen dafür, dass die Spannung kaum überspringen kann. Für mich rettet lediglich die schön gestaltete Welt noch ein paar Punkte.

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Klappentext

"Nun leuchtete die Finsternis aus seinen Augen. Sie bewegte seine Hand, sprach mit seiner Zunge. Mit ihm würde die Nacht triumphieren. Er war kein Ewiger, auch kein Zauberer mehr. Jetzt war er die Finsternis selbst."

Als der Herr der Finsternis das Ewige Königreich mit seiner Hauptstadt Dardamen bedroht, gibt es nur einen, der das Verhängnis aufhalten kann: Der junge Lyannen, ein Halbsterblicher, den die Ewigen mit Argwohn betrachten, nimmt mit einer Gruppe loyaler Freunde die Verfolgung der Schwarzen Truppen auf. Seine Reise führt durch ein vom Krieg gezeichnetes Land - und mitten ins Herz der Finsternis.

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