[Rezension] Christian v. Ditfurth: Heldenfabrik

Samstag, 11. Oktober 2014 | Kommentieren
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Bildquelle: Bloggerportal
448 Seiten | Taschenbuch| carl's books | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Eugen de Bodt #1

Erschienen: 18. August 2014

ISBN: 978-3-570-58515-3
Preis: 14,99 €

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Rezensionsexemplar

Meine Meinung

Gerade neu als Berliner Hauptkommissar eingesetzt, wartet gleich der erste Fall auf Eugen de Bodt: bis auf zwei Mitglieder wurde der Vorstand des Berliner Chemiekonzerns BBC während einer Sitzung ermordet, die Leichen zusammengebunden und auf derSpree treiben gelassen. Als wäre das noch nicht ausreichend, hinterließen die Täter eine Botschaft, die blanker Hohn zu sein scheint:
Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.

(Rainer Maria Rilke)
Was wollen die Täter damit sagen? Ist die Nachricht als Warnung gedacht? Kennzeichnet sie den Beginn neuer Serienmorde? Oder wurden die Morde im Auftrag von jemandem ausgeführt und die Botschaft ist für die Auftraggeber bestimmt?
Für de Bodt und sein Team - Silvia Salinger und Ali Yussuf - beginnt die schwierige Suche nach Spuren, wer hinter den Morden steckt. Doch während sie versuchen, den Fall zu lösen, scheinen nicht nur de Bodts Vorgesetzte genau das verhindern zu wollen und legen ihm immer wieder Steine in den Weg ...
Kernstück dieser Geschichte ist mehr als nur die Handlung selbst, sondern auch klar ausgearbeitete Charaktere, die alle irgendwo ihre Eigenarten haben und die gerade deswegen so liebenswert sind. Angefangen bei Eugen de Bodt, der eigentlich gar kein Polizist sein will und gerne mal ein Zitat zum Besten gibt, über Silvia Salinger, die gern eine Beziehung hätte, aber glaubt, dass das sowieso wieder nicht funktioniert, bis hin zu Ali Yussuf, dem Zappelphilipp mit großen Potenzial.
Die drei und eine ganze Reihe weiterer Charaktere tragen eine Geschichte, die schon nach kurzer Zeit eine ganz eigene Dynamik entwickelt und dadurch nie langweilig wird. Lediglich zum Ende hin auf den letzten Seiten ist die Erzählweise etwas hastig und es scheint, als sollte auf möglichst wenigen Seiten ein Abschluss gefunden werden. Da die Geschichte allerdings abgesehen davon flüssig und in einem angemessenen Tempo erzählt wird, lässt sich darüber hinwegsehen.
Die gesamte Handlung ist rasant erzählt - voller Verstrickungen, Intrigen und Wendungen, die dieses Buch zu einem wahren Leseabenteuer machen. Dachte man eben noch, man hätte eine Idee, wie es weitergehen und enden könnte, muss man die schon im nächsten Moment wieder verwerfen. Dabei ist "Heldenfabrik" nicht nur ein Buch über die Suche nach Mördern. Christian v. Ditfurth versteht es, komplexe politische Strukturen aufzuzeigen und so in die Geschichte einzuflechten, dass diese Verwicklungen am Ende tatsächlich als Realität eingestuft werden können. So zeigt er beispielsweise, wie im indirekten Auftrag der Regierung aus einer nach den Jahren längst unbedeutend gewordenen "Jugendsünde" der Grund für eine Zwangsversetzung wird, die die gesamte Aufklärung des Falles in Frage stellt.

Fazit

Spannendes, temporeiches Lesevergnügen mit einer Portion Humor. Ich freue mich bereits auf Kommissar de Bodts nächsten Fall!

bewertung_5_pergamentfalter

Das Buch gab's als Rezensionsexemplar von carl's books. Vielen Dank dafür!

Klappentext

Ausgerechnet ihm wird der vertrackteste Kriminalfall Deutschlands übertragen. Gerade nach Berlin versetzt, steht Haumptkommissar de Bodt gegen eine Welt von Feinden. Auch innerhalb der Polizei. Wer will verhindern, dass er die Mörder von acht Vorstandsmitgliedern eines Berliner Chemiekonzerns überführt? Warum mussten die Manager sterben? Und wer kam auf die wahnsinnige Idee, deren Leichen zusammengebunden auf der Spree schwimmen zu lassen?

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