[Rezension] Petra Wagner: Die Macht der weisen Schlange

Freitag, 27. Juni 2014 | 3 Kommentare
Ab heute wird es eine kleine Änderung bei den Rezensionen geben: Sofern sich der wirkliche Inhalt nicht vom Rückentext abhebt, wird es keine extra Inhaltsangabe mehr geben.


480 Seiten | Taschenbuch | Frieling | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Einzelband

Erschienen: 9. Juli 2012

ISBN: 978-3828030336
Preis: 13,90 €

[Nicht mehr auf der Verlagswebseite gelistet.]

Rezensionsexemplar

Meine Meinung

Petra Wagner entführt ihre Leser in diesem Roman in die fremde Welt der Kelten. Sie berichtet von ihrem Leben und ihrer Kultur, ihrem Miteinander und ihren Kämpfen.
Dabei begleitet man hauptsächlich Viviane, eine junge Ärztin bzw. frischgebackene Druidin, die nach ihrer Ausbildung in ihr Dorf zurückkehrt. Sie ist sehr aufgeschlossen und stets hilfsbereit. Wo auch immer ihre Hilfe gebraucht werden könnte - sie ist zur Stelle und gibt ihr Bestes, auch wenn es an ihren eigenen Kräften zerrt.
Bereits auf ihrem Heimweg begegnet ihr der Römer Loranthus mit seiner Sklavin Hanibu. Sein Vater ist ein Händler und er soll das Leben der Kelten kennenlernen, bevor er das väterliche Geschäft übernimmt. Auf ihrem Weg wurden die beiden jedoch überfallen. Viviane kümmert sich um sie und nimmt sie in ihrer Dorfgemeinschaft auf. Während Hanibu sich sehr schnell einfindet, ist Loranthus anfangs zögerlich und man spürt sehr gut, wie immer wieder zwei unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallen. Es dauert, ehe auch Loranthus sich bei den Kelten zurechtfindet, ist jedoch witzig zu lesen, wie er eins ums andere Mal die Lebensweisen der Kelten hinterfragt und versucht, sie zu verstehen.
Die unterschiedlichen Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet und haben alle ihre eigenen Persönlichkeiten.
An diesem Punkt endet jedoch leider auch das, was ich an diesem Buch Positives finden kann.
Über lange Strecken plätschert die Geschichte lediglich vor sich hin. Mehrfach habe ich überlegt, das Buch wegzulegen und es aufzugeben, hab mich aber immer wieder aufraffen können. Zwar ist der Stil der Autorin an den meisten Stellen angenehm zu lesen, doch die ruhige Geschichte ohne ernsthafte Ereignisse wird schnell langweilig. Erst gegen Ende des Buches wird es mit der Salzschlacht doch noch einmal spannend, jedoch hält das nicht lange, denn diese Szenen sind schnell vorüber und die Geschichte verfällt wieder in ihren alten Trott.
Wie bereits angedeutet hat mir an einigen Stellen auch der Stil der Autorin nicht gefallen. Extrem umgangssprachliche Ausdrucksweisen finden sich vermehrt auch in den Beschreibungen. In den Dialogen stört mich das überhaupt nicht, aber im Zwischentext sollte dann doch wieder die Normsprache vorherrschen, wenn es sich nicht gerade um Gedankengänge handelt. Außerdem gibt es in diesem Buch viele Rechtschreibfehler, bei denen ich mich manchmal fragte, ob das Buch komplett lektoriert wurde. Wirklich auffällige Fehler wie "fiel" mit "v" fanden sich mehrfach. Dabei mag ich noch darüber hinwegsehen, wenn dieser Fehler einmal passiert, doch wenn das Wort immer wieder falsch geschrieben wird, stört mich das.
Gefallen hätten mir zudem eine Karte und ein Glossar. Im Laufe der Geschichte tauchen so viele Personen auf, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Ebenfalls häufig kommen die typischen Festtage der Kelten vor, bei denen man ebenso einfach durcheinander kommen kann. Eine Übersicht über die Personen und Feste mit entsprechenden Erklärungen hätte mir an einigen Stellen geholfen. Auch eine Karte wäre ratsam gewesen, denn mehrfach werden zwar Orte, Landstriche oder Gegenden erwähnt, die man zwar irgendwann schon einmal gehört hat, aber wenn man sich nicht gerade ernsthaft damit beschäftigt, fehlt einem einfach ein Überblick über die Orte bzw. Wege, die die Charaktere nehmen.

Fazit

Ich hatte mich auf eine spannende Geschichte im Leben der Kelten gefreut. Geblieben sind die Kelten und kaum mehr.
Zwar überzeugen die Charaktere, doch die Geschichte bleibt weit dahinter zurück und auch der Schreibstil kann partiell nicht mithalten.
Insgesamt reicht es für zwei Pergamentfalter mit einer schwachen Tendenz zum Dritten.

bewertung_2_pergamentfalter

Das folgende Buch gab es als Rezensionsexemplar über Blogg dein Buch. Lieben Dank dafür!

Klappentext

Loranthus stampft durch den Wald und flucht lauthals über sechs Kelten. Überfallen! Ihn, einen Bürger Roms! Mit seinem Sklaven wäre das nicht passiert. Der war auch Kelte, furchterregend und stark. Aber nein! Er starb wegen einer Sklavin. Die war nun alles, was Loranthus noch hatte. Diese Räuber! Wilde! Barbaren! Dabei rennt er fast in eine vermummte Gestalt. Panik überfällt ihn und Angst. Doch als die Keltin ihre Kapuze lüpft und ihn anspricht, weiß er: Ich bin gerettet. Viviane nimmt ihn und seine Sklavin mit in ihr Dorf, wo sie herzliche Aufnahme finden. In ihrem Clan ist die junge Ärztin hoch geachtet und geschätzt, doch bald wird Loranthus klar: Sein Instinkt hatte recht. Viviane ist gefährlich – für ihre Feinde. Und dann muss sie in der Salzschlacht beweisen, wozu sie fähig ist.
Kelten: gefürchtet, belächelt, geachtet, besiegt? In ihrem lebendig geschriebenen Roman gewährt Petra Wagner einen faszinierenden Einblick in Riten, Traditionen und Lebensweise der Kelten.

3 Kommentare

  1. Hallo Sarah, vielen Dank für ihre Kritik.
    Ich werde mich bemühen, es im nächsten Buch zu beherzigen.
    Die Schreibfehler sind mir auch aufgefallen, als ich mein Exemplar auf Änderungen überprüft habe - leider war es da zu spät. Ihre erwähnten 'fiel' mit 'v' habe ich nicht in meinen Unterlagen gefunden.
    Wäre es ihnen möglich, mir die Seitenzahlen zu nennen? Ich hätte dazu eine Theorie, die ich gerne überprüfen würde.

    Vielen Dank schon einmal im Voraus und die besten Wünsche für ihre eigenen Bücher
    Petra Wagner

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Frau Wagner,
      aus dem Stehgreif weiß ich die Seitenzahl leider nicht mehr. Ich bin mir nur recht sicher, dass ein Beispiel dafür sich ziemlich weit vorn auf der linken Seite befand.
      Wenn ich wieder mehr Zeit habe, schaue ich mal, ob ich die Stelle finde.

      Liebe Grüße
      Sarah

      Löschen
  2. Hallo Sarah,
    erst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich ihnen so spät antworte, aber im Moment habe ich einfach zu viel anderes zu erledigen, das Vorrang hat. Deshalb freut es mich sehr, wenn sie mir die Schreibfehler heraussuchen wollen. Lassen sie sich ruhig Zeit, es eilt nicht! Ich könnte es ja auch, aber ich nutzte abends jede freie - und vor allem ruhige - Minute für mein zweites Buch.
    Den Schreibfehler auf der linken Seite - damit meinen sie sicherlich die Stelle, wo sich Viviane und Hanibu über schwarze und weiße Schafe unterhalten und ein Fidchellspiel aus ihrer Wolle machen wollen. Der war extrem. Ich habe ihn gleich als erstes gesehen, als ich mein Exemplar bekommen habe, aber wie gesagt - da war es zu spät. Diese Stelle hatte ich mir nämlich extra ( im Gegensatz zu 'fiel' mit 'v') auf meiner Liste vermerkt, wo ich alles eingetragen hatte, was ich nach meinem Korrekturlesen geändert haben wollte.
    Es wird mir eine Lehre sein, nie wieder in Druck zu gehen, wenn mein Lektor im Urlaub ist.
    Es wäre übrigens sehr schön, wenn wir in Kontakt bleiben - nicht nur wegen gefundener Fehler.

    Bis zum nächtsten Mal und liebe Grüße zurück
    Petra

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für eure Kommentare!