[Rezension] Michael Rothballer: Das Vermächtnis der Schwerter #3 - Götterschild

Freitag, 16. Mai 2014 | Kommentieren
Michael Rothballer: Das Vermächtnis der Schwerter #3 - Götterschild

672 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag | Loewe | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Vermächtnis der Schwerter #3

Erschienen: 15. Juni 2010

ISBN: 978-3785561492
Preis: 19,90 € 

[Nicht mehr im Verlag bestellbar.]



Autoren-Info

Michael Rothballer studierte Biologie und arbeitet heute als Wissenschaftler in einem Forschungszentrum bei München. Bereits im Alter von zwölf Jahren verfiel er mit dem Lesen von "Der Herr der Ringe" seiner Leidenschaft - den fantastischen Welten. "Tausendsturm" war sein Debütroman.

Klappentext

Nachdem die Insel Andobras endgültig befreit ist, segelt Rai nach Seewaith. Dort sammeln sich die Völker der Ostlande zu einer Schlacht von noch nie dagewesenem Ausmaß. Arton und Arden sollen die riesigen Heerscharen führen, denn nur sie haben dank der Schwerter Tausendsturm und Feuerzwinger die Macht dazu. Dabei handelt es sich bei ihrem Gegner nur um ein einzelnes Wesen - den letzten und zugleich mächtigsten aller Drachen. Zu spät erkennen die ungleichen Halbbrüder, wer der wahre Feind ist. Und so wird die eherne Festung Arch Themur, der Götterschild, zur letzten Bastion im Kampf ums Überleben der Menschheit.

Inhalt

Während Rai, die beiden Ecorimkämpfer Meatril und Targ sowie die Etecrari Selira Richtung Seewaith segeln, ist der neue König von Citheon, Arden Erenor, in die Pläne des Citarim eingebunden, der ein riesiges Heer von mehreren Hundert Kämpfern zusammenzieht, um weit im Norden einen allmächtigen Feind niederzuschlagen: Den letzten Drachen.
Auch Arton Erenor bereitet sich auf diese letzte Schlacht vor, unwissend, dass in der weiten Steppenlandschaft der Ista-Ebene seine Liebe Tarana am Leben ist und seinen Sohn aufzieht, der über ähnlich mächtige Fähigkeiten wie sein Vater verfügt.
Sie alle sammeln sich für die letzte Schlacht gegen den Drachen hoch oben im Norden, auf der Ebene von Arch Themur. Doch ist ein Feind wirklich der, für den er gehalten wird, und welchen Wert hat die Wahrheit?

Meine Meinung

"Das Vermächtnis der Schwerter" geht nach "Tausendsturm" und "Feuerzwinger" nicht nur in die nächste, sondern in die letzte Runde.
Ein drittes und letztes Mal führt Michael Rothballer seine Leser in die faszinierende Welt rund um das Reich Citheon. Nachdem man sich mittels Rückblicken noch einmal die Handlung der beiden anderen Bücher vor Augen führen kann, wird die Handlung nun lückenlos fortgeführt. Selbstverständlich besitzt auch dieses Buch wieder die Karte der Ostlande und einen Glossar, sodass man den Überblick nicht verlieren kann.
Mit dabei sind wieder die verbliebenen Ecorimkämpfer Targ, Meatril, Daia und Tarana, die Halbbrüder Arden und Arton Erenor und der ehemalige Tileter Straßenjunge Rai, der längst einer der neuen Stadtherren auf Andobras ist. Die bekannten und lieb gewonnenen Charaktere müssen auch in diesem Band wieder bis an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen. 
Ein Hauptaugenmerk liegt dabei nicht mehr auf den Geschehnissen auf Andobras oder auf der Zerstörung der Kriegerschule Ecorim, sondern mehr und mehr auf den Machenschaften der heiligen viergöttlichen Kirche mit ihrem Vorsteher, dem Citarim Torion Menauraín, dem Strippenzieher hinter dem riesigen Feldzug gegen den letzten Drachen
Sehr wichtig sind dabei natürlich die Erenor-Brüder. Der eine als König von Citheon zum Führer des Menschenheeres und dem Träger Fendralins (Tausendsturm) erkoren, der andere nach den Strapazen der Vergangenheit ein Streiter der Kirche und Träger Themurons (Feuerzwinger). Zwei ungleiche Halbbrüder, die das Schicksal gegeneinander führt, ein Kampf nach dem Willen der Götter. Doch wer sind jene mächtigen Götter, von denen allzeit die Rede ist? Sind jene Geschöpfe möglicherweise lebendiger, fast menschlicher, als erzählt wird? 
Die Geschichte steigert sich mehr und mehr in Intensität und Geschwindigkeit. Rasche Wendungen in der Handlung, plötzlich neue Möglichkeiten, die sich ergeben, während andere Chancen zugrunde gehen - der Erzählstil passt sich mehr und mehr der eigentlichen Handlung an. Während ruhigere Passagen mit einer großen Fülle an Details beschrieben werden, sind die Kampfszenen stellenweise nur noch auf Handlungen reduziert - ein gelungener Streich von Michael Rothballer, der die Geschwindigkeit der Handlungen verdeutlicht. 
Und während sich die Ereignisse mehr und mehr überschlagen, nimmt Michael Rothballer keine Rücksicht mehr auf einige Charaktere. So müssen wir Leser uns auf dem Weg zum endgültigen Finale von einigen (lieb gewonnenen) Hauptcharakteren für immer verabschieden.
Das Ende - der Ausgang, seine Umstände, all die neuen Erkenntnisse - kommt erwartet und zugleich vollkommen überraschend. An einen richtigen Drachen habe ich von Anfang an nicht recht glauben können, doch ich wurde eines Besseren belehrt. 
Weltbilder geraten ins Wanken, Bündnisse werden auf die Probe gestellt und am Ende bleibt nur eines: Die Gewissheit, dass es in einem Krieg zwar einen Ausgang, aber nie einen wahren Sieger geben kann.

Fazit

"Götterschild" krönt die "Vermächtnis der Schwerter"-Trilogie mit einem fulminanten Ende. Während ich zu Beginn von "Tausendsturm" noch zweifelte, konnte mich die Trilogie mehr und mehr in Beschlag nehmen, sodass ich am Ende sogar die eine oder andere Träne im Auge hatte. Man müsste diesem Buch glatt 6 Pergamentfalter geben, denn in meinen Augen ist es noch besser als seine beiden Vorgänger. Da dies nicht möglich ist, muss ich mich auf fünf beschränken, versehen mit einer klaren Leseempfehlung!
So ist die Geschichte der beiden Schwerter nun erzählt, doch die eine oder andere Frage mag noch offen bleiben. Und vielleicht nimmt uns Michael Rothballer eines Tages ein weiteres Mal mit in die Weiten der Ostlande, denn es mag sein, dass die Geschichte der Schwerter erzählt ist, doch in einer so facettenreichen Welt gibt es noch viele Geschichten, die erzählt werden wollen.


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