[Rezension] Alexis Ragougneau: Die Madonna von Notre-Dame

Freitag, 23. Mai 2014 | Kommentieren
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Rezensionsexemplar
© Ullstein Buchverlage

Alexis Ragougneau: Die Madonna von Notre Dame - Ein Fall für Pater Kern

256 Seiten | Taschenbuch | Ullstein Buchverlage | Deutsch

Original: La Madone de Notre-Dame
Übersetzer: Tobias Scheffel, Max Stadler
Reihe: Pater Kern #1

Erschienen: 9. Mai 2014

ISBN: 978-3471351147
Preis: 14,99 € 

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Autoren-Info

Alexis Ragougneau wurde 1973 geboren. Für seine Theaterstücke erhielt er mehrere Auszeichnungen. Den Haupthandlungsort in seinem Debütroman "Die Madonna von Notre-Dame" kennt er bestens, schließlich arbeitete er lange in Notre-Dame.

Klappentext

Notre-Dame an einem Sommermorgen. Die Messe hat kaum begonnen, als eine ganz in Weiß gekleidete junge Frau leblos zu Boden sinkt. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden, doch Pater Kern lässt der Fall keine Ruhe: Wer ist der Unbekannte, den der Clochard Kristof in der Mordnacht beobachtet hat? Mit der Staatsanwältin Claire Kauffmann macht Pater Kern sich auf die Suche nach der Wahrheit – und kommt in den Gewölben von Notre-Dame einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur... 

Inhalt

Montag, 16. August. Während der morgendlichen Messe wird die Leiche einer jungen, in ein weißes Kleid gekleideten Frau in Notre-Dame gefunden, der mit Kerzenwachs ein künstliches Jungfernhäutchen beigefügt wurde. Die Polizei hat ihren potenziellen Täter schnell gefunden, doch ist er wirklich der Mörder der jungen Frau?
Während in Notre-Dame alle wieder zum Alltag zurückkehren, stellt Pater Kern seine eigenen Untersuchungen an - unterstützt von der Staatsanwältin Claire Kauffmann und dem Clochard (Obdachlosen) Kristof, der in der Mordnacht einen Unbekannten in Notre-Dame beobachtete. Gemeinsam lüften sie ein erschreckendes Geheimnis...

Meine Meinung

"Die Madonna von Notre-Dame" beginnt ruhig: Vorbereitungen für den täglichen Betrieb, erste Besucherströme. Pater Kern, ein Pfarrer aus Poissy, der jährlich die Urlaubsvertretung eines Pfarrers in Notre-Dame übernimmt, hat gerade die erste Messe des Tages begonnen, als die Leiche gefunden wird. Es ist eine junge Frau, die am Tag zuvor am Rande der Prozession in einen handgreiflichen Konflikt geriet - nun liegt sie erwürgt in der Kathedrale. Spurensicherung, Staatsanwaltschaft, Polizei - schnell sind sie vor Ort und beginnen die Ermittlungen. Ihr Verdächtiger ist noch schneller gefunden.
Die Ermittlungen verlaufen regelrecht hastig. Weder zu Zeiten polizeilicher Ermittlungen, noch während Pater Kerns Nachforschungen entstand für mich eine Phase richtiger Spannung. Die Geschichte plätscherte regelrecht dahin. Wenn man mal Lust bekam, selbst zu rätseln, wer der Mörder sein könnte, wurde die Geschichte von einer von Pater Kerns Schmerzanfällen unterbrochen, während derer man ihm "zusehen" musste, wie er seinen alten Wecker auseinander und wieder zusammen schraubt. Auch die Ausflüge in das Gefängnis von Poissy, in dem Pater Kern als Seelsorger arbeitet, sowie die Erinnerung, die immer mal wieder weitergeführt wird und von der man erst am Ende begreift, welchen Sinn sie eigentlich hat, unterbrachen die Geschichte mehr als etwas zu ihr beizutragen. 
Mit den Charakteren selbst bin ich nicht so recht warm geworden. Pater Kern, der immer wieder an seinen toten Bruder denkt und über seine mysteriöse Krankheit - ihren Namen habe ich nirgends gelesen - grübelt, konnte erst zum Schluss ein bisschen Leben zeigen, blieb die meiste Zeit jedoch für mich ein langweiliger Charakter. 
Der machohafte Commandant Landard - leitender Ermittler im Mordfall - hat nach kurzer Zeit nur noch genervt und so gar nichts von einem Polizisten ausgestrahlt.
Einzig die junge Staatsanwältin Claire Kauffmann konnte ein paar Sympathiepunkte für ihre mitfühlende Art ernten und war in meinen Augen noch der lebendigste der Charaktere.
Richtig gefallen hat mir letztendlich nur der Handlungsort. Paris - in den meisten Fällen noch genauer Notre-Dame - wird wunderbar beschrieben. Da ich die Stadt selbst erlebt habe, kann ich sagen, dass die Atmosphäre oftmals gut mit Worten eingefangen wurde und die Beschreibungen des Alltags in Notre-Dame haben mir gut gefallen. Allerdings gab es auch hier so manches Mal Schwächen.

Fazit

Von einem Kriminalroman erwarte ich eine spannende Handlung, in der man mit den Charakteren mitfiebert. Nach Spannung habe ich in diesem Buch vergeblich gesucht und auch die Charaktere konnten kaum überzeugen. Die Punkte retten letztendlich die geschaffene Atmosphäre und die Beschreibungen der Handlungsorte, die der Geschichte wenigstens einen französischen Charme geben.


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