[Rezension] Michael Rothballer: Das Vermächtnis der Schwerter #1 - Tausendsturm

Sonntag, 16. Februar 2014 | Kommentieren
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Bildquelle: Loewe
696 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag | Loewe | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Vermächtnis der Schwerter #1

Erschienen: Januar 2008

ISBN: 978-3785561263
Preis: 4,95 €

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Inhalt

Als Rai und sein Freund, der alte Soldat Barat, einen Einbruch in die Schatzkammern des Tileter Königspalastes planen, ahnen sie noch nicht, welchen Stein sie damit ins Rollen bringen. Es gelingt Rai, in die Schatzkammer einzudringen. Dabei entwendet er ein altes, schmuckloses Schwert, das ungeahnte Kräfte besitzt...
Gejagt von den Soldaten des Königs werden sie schon einer Bande Schmugglern gefangen genommen und nach Andobras gebracht, wo sie in den finsteren Minen für den Rest ihres Lebens Erz schürfen sollen.
Unterdessen lernen und lehren die ungleichen Brüder Arton und Arden Erenor in der Ecorimschule in Seewaith den Schwertkampf. Sie ahnen noch nicht, dass ein unbekannter und doch äußerst naher Feind ihnen nach dem Leben trachtet.

Meine Meinung

"Tausendsturm" ist der erste Band der Trilogie "Das Vermächtnis der Schwerter".
In achtundzwanzig Kapiteln wird diese Geschichte immer wieder aus unterschiedlichen Sichten präsentiert. Dabei wechselt sie nicht nur zwischen Tilet, Seewaith und Andobras, sondern auch zwischen den einzelnen Figuren an diesen Standorten, deren Geschichten mehr und mehr miteinander verwoben werden.
Michael Rothballer zeichnet dabei eine ganz eigene Welt. Bereits vor der Geschichte befindet sich eine Karte der Ostlande, auf der alle wichtigen Orte und Gegenden verzeichnet sind, die wichtig sind oder noch wichtig werden. Hinzu kommt ein Weltbild, dass sich erst im Laufe der Geschichte langsam entfaltet. Es ist nicht nur die Welt an sich, die hier neu gestaltet wurde. Hinzu kommen vier Götter, die im Glauben die Geschicke der Welt lenken: Bajula, die Göttin der Liebenden und des Lebens, ihr Gemahl Kaloqueron, Herr über die Meere, Xelos, der Herrscher der Unterwelt und - über ihnen allen - Cit, der Sonnengott. Nach ihm ist auch das Reich, in dem sich Tilet befindet, benannt: Citheon, das neben dem König eine weitere wichtige Macht besitzt: Die viergöttliche Kirche, die jedoch von vielen nur als Cit-Kirche bezeichnet wird.
Auf diesem Grundgerüst baut sich eine ganze Welt auf mit unterschiedlichsten Weltanschauungen, Glauben und Lebensarten, die ebenso vielfältig und real dargestellt werden, wie sie in unserer realen Welt zu finden sind.
In diese lebensnahe Welt fügen sich die einzelnen Charaktere perfekt ein, denn auch sie sind keine flachen Personen, sondern vollständige Persönlichkeiten mit Stärken und Schwächen, mit Träumen und Ängsten. Angefangen bei dem zu Beginn der Geschichte fünfzehn Jahre alten Rai, über den alten Soldaten Barat, bis hin zu den ungleichen Brüdern Arton und Arden Erenor und die acht Ecorimkämpfer aus Seewaith findet man immer wieder neue Charakterzüge. Durch die wechselnde Erzählperspektive erhält man dabei einen Einblick in die Gedankenwelten der unterschiedlichen Charaktere und kann sich so ein noch komplexeres Bild von ihnen schaffen.
Die Geschichte selbst ist spannend erzählt und wird durch immer neue Hindernisse, die es zu bewältigen gilt, und die Verstrickungen von so manchen Schicksalen nicht langweilig, auch wenn man manchmal beim Lesen etwas Biss haben muss. Ab und zu verliert Michael Rothballer sich in langen Abschnitten voller Beschreibungen, Handlungen und nacherzählten Ereignissen, sodass man sich manches Mal fragt, was gerade eben passiert ist. Zwar finden sich im Gegenzug auch lange Passagen mit Gesprächen und detailreichen Gedankengängen, doch die Beschreibungen waren nicht selten schnell langweilig und ich musste mich zwingen, weiterzulesen. Dafür wurde ich dann jedoch auch belohnt, wenn die Spannungskurve ein weiteres Mal anstieg oder man wieder etwas über die zahlreichen Intrigen erfuhr, die aus dem Hintergrund heraus nicht selten zu einem unerwarteten Ereignis führen.

Fazit

Alles in allem ist "Tausendsturm" eine gute Lektüre für jeden, der Fantasy und Abenteuer mag. Die bis ins Detail liebevoll gestaltete Welt konnte mich sofort in ihren Bann ziehen, sodass es ziemlich schade es, dass die eine oder andere Beschreibung oder Erzählung dann doch deutlich zu lang gerät.

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Klappentext

Rai kann nicht fassen, was mit ihm geschieht. Die dunkle Waffe in seiner Hand scheint Besitz von ihm zu ergreifen und sich wie von selbst gegen seine Feinde zu richten. Der Junge flieht aus den Gemäuern und rennt um sein Leben, unwissend, welch kostbaren Schatz er aus dem königlichen Palast von Tilet entwendet hat: Tausendsturm, ein sagenumwobenes Schwert, das demjenigen, der es bei sich trägt, ungeahnte Kräfte und grenzenlose Macht verleiht. Und so ahnt Rai auch nicht, welch düsteres Schicksal ihn nach dem Diebstahl der magischen Klinge erwartet: ein Leben ohne Licht und Hoffnung in den grausam beherrschten Erzminen von Andobras...

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