[Rezension] Karen Robards: Sein letztes Opfer

Sonntag, 19. Januar 2014 | Kommentieren
Das folgende Buch habe ich wieder einmal über Blogg dein Buch von Mira Taschenbuch bekommen. Vielen Dank dafür!


Rezensionsexemplar
Karen Robards: Sein letztes Opfer

332 Seiten | Taschenbuch | Mira Taschenbuch | Deutsch

Original: The Last Victim
Übersetzer: Alexa Christ
Reihe: Dr. Charlotte Stone #1

Erschienen: Januar 2014

ISBN: 978-3862788507
Preis: 8,99 € 

Zur Leseprobe
Über den Verlag bestellen



Autoren-Info

Karen Robards wurde am 24. August 1954 in Louisville, Kentucky, geboren. Nachdem sie erste Schreiberfahrungen mit historischen Romanen sammelte, schreibt sie nun überwiegend Thriller. Ihre Bücher wurden bisher in elf Sprachen übersetzt. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Louisville.
» Webseite der Autorin

Klappentext

Was macht einen Menschen zum Serienmörder? Und wie weit kann man ihm dann trauen? Diese Fragen stellt sich Psychiaterin Charlie Stone, als sie neben dem Leichnam von Michael Garland, verurteilt wegen siebenfachem Mordes und bis eben Teilnehmer an ihrer Gesprächsstudie, kniet und mit seinem Geist spricht. Kurz zuvor hat man ihr mitgeteilt, dass der Boardwalk-Killer, dem Charlie einst knapp entkommen war, wieder zugeschlagen hat. Das FBI benötigt Charlie für die Ermittlungen, doch sie weiß nicht, ob sie noch einmal den Schmerz und die Angst von damals durchleben kann. Da bietet ihr der Geist des jüngst verstorbenen Michael Garland seine Hilfe an. Kann sie ihm vertrauen oder wird sie sein letztes Opfer werden?

Inhalt

Sie ist die einzige Überlebende des Boardwalk-Killers, einem Serienmörder, der die Familien von Teenager-Mädchen ermordet, die Mädchen entführt und sie einige Tage später ebenfalls umbringt.
Fünfzehn Jahre, nachdem sie ihm um Haaresbreite entkommen ist, wird die Psychiaterin Charlie Stone vom FBI um Hilfe gebeten. Ein Serienmörder treibt wieder sein Unwesen und die derzeitigen Hinweise legen nahe, dass es sich wieder um den Boardwalk-Killer handelt. 
Hin- und hergerissen zwischen der Angst vor dem Killer und dem Gefühl, dem FBI wertvolle Informationen geben zu können, bekommt sie von unerwarteter Seite Hilfe: Von dem Geist des kürzlich verstorbenen Michael Garland. Eigentlich könnte ihr das weiterhelfen, doch Garland ist ein zum Tode verurteilter Serienmörder, der Teilnehmer an ihrer Gesprächsstudie war. Kann sie ihm tatsächlich vertrauen? Ist es wirklich der Boardwalk-Killer, der wieder zugeschlagen hat? Wird er Charlie jagen, da sie die einzige Überlebende ist?

Meine Meinung

"Sein letztes Opfer" ist kein gewöhnlicher Thriller, denn er stützt sich nicht wie üblich nur auf die gängigen - greifbaren - Hinweise und Zeugen. Vielmehr werden diese ergänzt von Geistern, die ihren Beitrag zur Aufklärung des Falls liefern. Das mag im ersten Moment lächerlich erscheinen, ist jedoch glaubhaft umgesetzt. Doch zunächst zu der eigentlichen Hauptperson - Charlie Stone.
Seit sie dem Boardwalk-Killer entkommen ist, kann sie die Geister kürzlich gewaltsam verstorbener Personen sehen. Bei einem Zwischenfall in dem Gefängnis, in dem sie an einer Studie arbeitet, stirbt einer ihrer Probanden, Michael Garland, der wegen siebenfachen Mordes an jungen Frauen zum Tode verurteilt wurde. Fortan muss sich Charlie mit Garland herum ärgern, dessen Geist sich zu ihrem Leidwesen an sie gehängt hat.

Er ist ein Geist. Er kann mir nicht wehtun. Oder doch?Seite 82
Ihn loszuwerden, gelingt ihr nicht und zu allem Überfluss mischt er sich immer wieder in Dinge ein, die ihn nichts angehen - Charlies Liebesleben, ihre Vergangenheit und der aktuelle Fall, in dem das FBI sie um Hilfe gebeten hat, nur als Beispiele.
Gegen ihren Willen schafft es Garland rasch, dass Charlie sich einigermaßen an ihn gewöhnt und sogar zaghafte Gefühle für ihn entwickelt, was es natürlich nicht besser macht, schließlich ist er - genau wie der Kerl, den sie suchen - ein Serienmörder, dem man auf keinen Fall trauen kann.
Neben diesem - Charlies ganz persönlichem - Problem kommen natürlich die neuen Morde des Boardwalk-Killers hinzu. Spannend schildert Karen Robards die Spurensuche, die mal (scheinbar) im Sand verläuft, mal in eine Sackgasse führt und immer wieder nicht nur für Zündstoff zwischen Charlie und Michael Garland sorgt. Einige Hinweise kommen dabei ausnahmsweise mal nicht von der Spurensicherung oder den Gerichtsmedizinern, sondern von  den Geistern der kürzlich Verstorbenen. Verständlicherweise fällt es Charlie alles andere als leicht, den Ermittlern zu erklären, woher sie die Hinweise hat, denn wer hält schon jemanden, der mit Geistern kommuniziert, für zurechnungsfähig?
Die aufregende Jagd nach dem Killer wird immer wieder durch witzige Gespräche aufgelockert. Lebendig dargestellte Charaktere runden die ganze Geschichte ab. So werden bei Charlie neben ihren - nicht ganz normalen - Fähigkeiten und damit verbunden Stärken auch immer wieder Schwächen deutlich. Sie ist nicht die toughe Psychiaterin, die sie gern wäre. Die Angst vor dem Boardwalk-Killer und Albträume plagen sie noch immer. Demzufolge muss sie während der Ermittlungen immer wieder mal über sich hinauswachsen, was sie für mich noch sympathischer machte.
Die FBI-Ermittler Crane, Kaminsky und Bartoli stehen Charlie in ihrer Lebendigkeit in nichts nach. Und nicht zu vergessen Michael Garland, der selbst als Geist noch ziemlich real wirkt.
Alles in allem eine runde Geschichte voller Spannung und unerwarteten Wendungen, bei der insbesondere das Ende sehr überraschend kommt. 
Einziger Kritikpunkt ist das Cover, bei dem zwischen dem Mädchen auf dem Steg und der Geschichte keine wirkliche Verbindung herstellen kann, aber das stört mich nicht weiter, da der Inhalt ansonsten stimmte.

Fazit

 Karen Robards verbindet die Spannung eines Thrillers mit Paranormalem, Humor und Erotik. Ein klasse Lesevergnügen, nicht nur für Fans von Kriminalgeschichten, sondern auch Fantasy-Liebhaber können hieran ihre Freude haben.
Von mir gibt es fünf von fünf Pergamentfalter!


0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Vielen Dank für jedes Kommentar.