[Rezension] Mathias Malzieu: Metamorphose am Rande des Himmels

Samstag, 11. Januar 2014 | Kommentieren
Die letzte Rezension ist leider schon ein Weilchen her. Irgendwie war es doch etwas chaotischer, als ich erwartet hatte und was letztendlich gefehlt hat, war eindeutig Zeit. Ich kann nur hoffen, dass sich das bald wieder bessert...
Das folgende Buch liegt schon einige Zeit wieder ausgelesen auf meinem Tisch und ich bin wirklich froh, dass ich endlich dazu komme, die Rezension dazu zu schreiben.


cover
Bildquelle: Bloggerportal
160 Seiten | Taschenbuch | carl's books | Deutsch

Original: Metamorphose En Bord Du Ciel
Übersetzer: Sonja Finck

Reihe:: Einzelband

Erschienen:: 26. August 2013

ISBN: 978-3570585207
Preis: 12,99 €

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Rezensionsexemplar

Inhalt

Tom Cloudman, genannt "Häma-Tom", ist Hobbystuntman. Seine Leidenschaft fürs Fliegen, die ihn seit seiner Kindheit nicht mehr loslässt, führt immer wieder dazu, dass er sich zu waghalsigen Stunts mit Bruchlandungs-Gefahr hinreißen lässt.
Und dann die erschreckende Diagnose: Krebs. Bald schon nennt Tom das Geschwür nur noch "die Rote Bete", der er trotz Schwierigkeiten den Kampf ansagt. Wenn ihm schon kaum noch Zeit bleibt, will er wenigstens noch seinen Traum vom Fliegen realisieren. So treibt es ihn schließlich eines Nachts auf das Dach des Krankenhauses, wo er zum ersten Mal Endorphina begegnet, dem geheimnisvollen Vogelweibchen - halb Vogel, halb Mensch. Sie verspricht Tom, ihm seinen Traum zu erfüllen und von seiner Krankheit zu befreien - wenn er sich im Gegenzug bereit erklärt, ihren Vorschlag anzunehmen, der für ihn alles ändern wird.

Meine Meinung

Ich bin eher durch Zufall auf dieses Buch gestoßen. Von Mathias Malzieu habe ich bisher noch nichts gelesen, aber da von seinen letzten Werken fast nur in größten Tönen gesprochen wurde, dachte ich mir, es könne nicht verkehrt sein, mal etwas von ihm zu lesen. Und siehe da, ganz so falsch mit dem Lob liegen viele nicht, auch wenn ich ihnen nicht ganz zustimmen kann.
Aber alles der Reihe nach.
In "Metamorphose am Randes des Himmels" entführt Mathias Malzieu seine Leser in eine fantastische Welt irgendwo zwischen Realität und Traum. Dabei lernt man Tom kennen, einen Hobbystuntman, der mit seinem fahrenden Sarg durch die Gegend tourt und seine Stunts vorführt - immer beseelt von dem Wunsch, fliegen zu können, auch wenn es nur die Bruchteile von Sekunden nach dem Absprung sind, ehe er auf dem harten Boden der Realität landet. Menschen können nicht fliegen, jedenfalls nicht ohne Flugzeuge oder dergleichen, aber davon lässt Tom sich nicht entmutigen. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt die Geschichte noch im Rahmen des Möglichen.
Wirklich fantastisch wird sie erst, als Tom die Diagnose Krebs bekommt und von nun an auf der Krebsstation im Krankenhaus bleiben muss. Denn dort - mit dem Tod vor Augen - setzt er alles daran, seinen Traum zu verwirklichen - und begegnet Endorphina, die ihn in die Welt des Fliegens entführt.
Ab diesem Zeitpunkt wird endgültig deutlich, dass Mathias Malzieu zu den Meistern des geschriebenen Wortes gehört. Er vermag mit Worten zu spielen, sie zu verknüpfen und daraus faszinierende sprachliche Bilder zu schaffen, die einen Eindruck von der Welt vermitteln, zu der Tom einen Zugang auf dem Dach des Krankenhauses gefunden hat.
Dennoch können diese Bilder nicht über ein Manko hinwegtäuschen, das mir die größte Freude an dem Buch genommen hat: Es ist mir nicht gelungen, mit den Figuren mitzufühlen. Ob es nun Endorphina ist, Tom's Ärztin, der kleine Leukämie-kranke Victor oder Tom selbst - sie blieben für mich unnahbar, nicht wirklich lebendig und ich blieb nur ein Zuschauer.
Ganz ohne Zweifel schafft es Mathias Malzieu, eine faszinierende, etwas magisch wirkende Geschichte zu schreiben, doch ich habe mir oft gewünscht, dass er sein Können bei der Darstellung seiner Charaktere noch mehr eingesetzt hätte. Zwar schreibt er über Gedanken, Gefühle, Träume und Ängste und verwandelt sie in sprachliche Kunstwerke, aber sie blieben fern und drangen nicht bis zu mir durch. An dieser Stelle hätte ich mir viel mehr gewünscht.
Das Cover ist in Ordnung, auch wenn es etwas Comichaftes an sich hat und der Hintergrund scheint, als würden sich die beiden auf dem Mars befinden. Tom wirkt darauf etwas ängstlich, was ich kaum mit der Handlung verbinden kann, schließlich hat er sich in Endorphinas Nähe immer wohl gefühlt. Ansonsten strahlt es aber dieses Fantastisch-Mystische aus, das Mathias Malzieu mit seinen sprachlichen Bildern versucht herüberzubringen.

Fazit

Ein Buch, bei dem mich die sprachliche Qualität wirklich begeistert hat. Leider blieb die Darstellung der Charaktere weit dahinter zurück, wodurch die ganze Geschichte einiges an Faszination, Spannung und Gefühl eingebüßt hat.
Insgesamt kann ich dafür noch 3 Pergamentfalter geben.

bewertung_3_pergamentfalter

Das Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar von carl's books bekommen. Vielen Dank dafür!

Klappentext

Ein fantastisches Märchen über die Überwindung des Todes durch die Verwandlungskraft der Liebe

Tom Cloudman, Hobby-Stuntman mit Leidenschaft fürs Fliegen, ist unheilbar erkrankt. Doch den Traum vom Fliegen gibt er nicht auf. Nachts schleicht er sich aufs Krankenhausdach und begegnet dort Endorphina, einer geheimnisvollen Frau, die Federn trägt und fliegen kann. Sie macht Tom einen einzigartigen Vorschlag um ihn von seiner tödlichen Krankheit zu befreien.

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