[Rezension] Markus Heitz: Totenblick

Sonntag, 15. September 2013 | Kommentieren
Hallo, tut mir echt Leid, dass ich mich momentan so selten melde. Die Ausbildung verlangt mehr Zeit von mir, als ich erwartet hätte. So bleibt mir kaum Zeit, mir neue Posts zu überlegen oder zu lesen...
Ich hoffe wirklich, dass es bald besser wird und nur die Anfangszeit mit den ganzen Umstellungen so zeitintensiv ist. Versprechen kann ich leider nichts.

Heute habe ich nun für euch das neueste Buch von Markus Heitz: "Totenblick", das ich im August plötzlich ohne Vorwarnung im Briefkasten hatte. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für das Rezensionsexemplar!


cover
Bildquelle: Knaur TB
528 Seiten | Taschenbuch | Droemer Knaur | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Einzelband

Erschienen: 01. August 2013

ISBN: 978-3-426-50591-5
Preis: 9,99 €

Zur Leseprobe | Weitere Informationen beim Verlag

Rezensionsexemplar

Inhalt

Der Sohn eines bekannten Leipziger Theaterintendanten, ein Konzertpianist, wird auf der Straße überfallen und beinahe von einer Tram überfahren. Am nächsten Morgen wird er von einem Unbekannten aus seiner Wohnung entführt. Er ist der erste Tote einer Mordserie, die von der neu gegründeten SoKo als "Bildermorde" bezeichnet wird, denn der Täter stellt mit den Leichen Gemälde und Plastiken vergangener Künstler nach.
Neben dem Leipziger Kommissariat ermittelt auch Hauptkommissar Peter Rhodes Freund, Ares Löwenstein, ein Personal Trainer und ehemaliges Mitglied der Bikergang Demons, zunächst nur an einem Nebenschauplatz.
Der Mörder selbst meldet sich stets bei der SoKo, um sie über neue "Kunstwerke" in Kenntnis zu setzen, und drängt dabei selbst zur Eile. An den Tatorten will er kurzlebige Hinweise versteckt haben, die die Beamten auf seine Spur führen sollen. Zusätzlich wird die Angst im Ermittlerteam immer weiter durch Nachrichten des Täters geschürt, in denen er vor der Wirkung des Totenblickes warnt: Wer den Toten als erstes in die Augen sieht, wird als nächstes sterben.
Was zunächst nur für ein perfider Scherz des Mörders gehalten wird, entpuppt sich rasch als ernstzunehmende Gefahr.

Meine Meinung

Nachdem ich bereits "Oneiros - Tödlicher Fluch" von Markus Heitz gelesen hatte, stand für mich fest, dass ich auch um sein neuestes Werk keinen Bogen machen werde.
Nun lese ich nicht allzu oft Thriller und kann daher keinen Vergleich zu anderen Werken dieses Genres ziehen, doch ich muss sagen, dass Markus Heitz mit diesem Buch eindeutig meinen Geschmack getroffen hat.
Der Leser begleitet während der Geschichte die unterschiedlichsten Charaktere: Mit dabei sind natürlich erst einmal der ADHS-geplagte Hauptkommissar Peter Rhode und sein Freund, Personal Trainer und Ex-Bikergang-Mitglied Ares Löwenstein, die beiden Hauptcharaktere von "Totenblick". Daneben erhält man auch Einblick in die Sicht der beiden Kommissare Anke Schwedt und Lackmann. Ebenfalls mit von der Partie ist "Oneiros"-Protagonist und Bestatter Konstantin Korff vom Ars Moriendi. Des Weiteren erlebt man einen Teil der Geschichte aus der Sicht künftiger Opfer - meistens kurz vor ihrem Ableben - und, was mir sehr gut gefallen hat, auch aus der Perspektive des Mörders. Zwar fiel es mir schwer, seinen Ansichten zu folgen, doch "seine" Abschnitte trugen deutlich ihren Teil dazu bei, diese Geschichte facettenreich darzustellen.
Insgesamt begegnet man in diesem Werk den unterschiedlichsten Charakteren mit einer oftmals wunderbar ausgefeilten Persönlichkeit. Ob es nun das ADHS oder der Alkoholismus ist, der einen Charakter besonders werden lässt, ob es seine Vergangenheit, seine Fähigkeiten oder sein Verhalten ist - jede Person erhielt von Markus Heitz ihre charakteristischen Besonderheiten, die sie zu tollen Persönlichkeiten werden ließ.
Die Handlung selbst wechselt immer wieder zwischen ruhigerem Freizeitleben der Ermittler, Mordfällen, in denen Markus Heitz nicht mal vor dem Tod lieb gewonnener Charaktere zurückschreckt, und der Jagd nach dem Täter. Bereits in "Oneiros" bewies Markus Heitz mit der Thematisierung der Kryonik, dass er seinen Werken durch den Einbau ungewöhnlicher Techniken einen besonderen Touch verliehen kann. Das ist ihm auch in "Totenblick" gelungen. Welche Technik genau er dieses Mal thematisiert? Nun, dazu müsst ihr das Buch schon selbst lesen, aber einen Tipp möchte ich euch geben: Das Cover mit dem undeutlichen Bild eines Gesichts in der Pupille repräsentiert es sehr gut.
Wobei ich auch schon beim nächsten Punkt bin: Der Gestaltung. Ich habe noch nie ein Buch mit einem derart genialen Einband gesehen. Normalerweise hat ein Buch zwei Deckel und einen Rücken. Darauf beschränkt sich "Totenblick" jedoch nicht. Vielmehr hat das Buch einen "Rund-Umschlag", wenn man es so nennen kann. Die Seiten selbst sieht man nämlich nur an der Ober- und Unterseite des Buches, nicht aber an der rechten Seite. Ich kann es nicht wirklich beschreiben. Wer es in Händen hält, wird wissen, was ich meine. Neben der üblichen Autorenbiografie befindet sich auf der Innenseite des Covers zudem ein kurzes Interview mit Markus Heitz, ein Foto von ihm sowie ein "Autogramm" und auf der anderen Seite dieses besonderen Umschlages ist ein Ausschnitt aus dem "Warnschreiben" des Täters abgedruckt. Wie gesagt, gesehen habe ich ein Buch mit solch einem Umschlag noch nie, aber er gefällt mir definitiv!
Etwas enttäuscht war ich vom Rückentext, der damals von seiner Art her zwar wunderbar zu "Oneiros" passte, jetzt aber eher wie eine Kopie wirkt.
Die Sprache in "Totenblick" ist eher einfach gehalten und stellenweise versetzt mit einer Mischung aus Humor und Ironie. Ein wenig negativ kann ich lediglich die ab und an etwas sehr umgangssprachliche Ausdrucksweise anführen, doch auch die hat mich nicht wirklich gestört.
Abgesehen von einigen ungewöhnlichen Äußerungen Konstantin Korffs und dem alternativen Epilog, hat Markus Heitz dieses Mal auch vollständig auf übersinnliche Elemente verzichtet, doch ich muss selbst sagen, hätte ich "Oneiros" nicht schon gelesen, hätten spätestens diese Andeutungen mein Interesse geweckt.

Fazit

"Totenblick" ist Markus Heitz' erster Exkurs in das Genre Thriller und ich muss sagen, es ist meiner Ansicht nach eindeutig gelungen. Ich konnte fast keine Minuspunkte entdecken und so gesellt sich "Totenblick" zu jenen Büchern, die ich mit einem klaren "JA!" weiterempfehlen kann.
Dass Markus Heitz im Nachwort von einem Wiedersehen mit den Leipziger Kommissaren und Konstantin Korff spricht, lässt meine Hoffnung auf eine Fortsetzung von "Oneiros", wie sie damals im Nachwort erwähnt wurde, wieder wachsen.
Von mir gibt es volle fünf Pergamentfalter.

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Klappentext

DIE BILDER
SIE SIND VORLAGEN FÜR DIE GRAUSAM INSZENIERTEN TATORTE DES MÖRDERS.

DER ERMITTLER
ER LIEFERT SICH MIT DEM TÄTER EINEN WETTLAUF GEGEN DIE ZEIT.

DER TOTENBLICK
WER VON IHM ERFASST WIRD, MUSS STERBEN.

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