[Rezension] Melissa Marr: Gegen das Sommerlicht

Freitag, 23. August 2013 | 3 Kommentare
Nun ist doch schon wieder Wochenende, bis die nächste Rezension kommt, obwohl ich sie eigentlich schon längst geplant hatte. Mein Zeitmanagement hat diese Woche komplett gegen Null gestrebt...


352 Seiten | Taschenbuch | Carlsen | Deutsch

Original: Wicked Lovely
Übersetzer: Birgit Schmitz

Reihe:: Sommerlicht #1

Erschienen:: Juli 2007

ISBN: 978-3551581686
Preis: 8,99 €

[Nicht mehr auf der Verlagsseite verfügbar.]

Inhalt

Obwohl Ash schon ihr Leben lang Elfen sehen kann, fühlt sie sich in ihrer Anwesenheit unwohl. Den einzigen Schutz bieten ihr das Haus ihrer Großmutter, die Schule und Seth' Eisenbahnwaggons - alles mit hohem Eisenanteil, der Elfen abschreckt.
Alles ändert sich, als sich der Elf Keenan - manchmal in Gestalt eines Menschen - an ihre Fersen heftet und immer öfter ihre Nähe sucht.
Was will der Elf von ihr? Heißt es nicht, wen die Elfen einmal mit sich genommen haben, der kehrt nie mehr zurück?
Keenan entführt Ash immer tiefer in seine verborgene Welt - und mit sich nimmt sie ihren Vertrauten Seth, für den dieses Abenteuer eine noch größere Gefahr bedeutet, denn Keenan will Ash für sich allein.

Meine Meinung

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der zwar interessant ist, aber nicht unbedingt viele Fragen aufwirft. Man wohnt einem Zeremoniell bei, das Keenan schon mit zahlreichen potentiellen Sommerköniginnen durchgeführt hat und das am Ende scheitert.
Anschließend beginnt die eigentliche Geschichte aus Ashs Sicht. Die Perspektive wechselt teilweise von Kapitel zu Kapitel, hauptsächlich zwischen Ash, Keenan und Donia, dem Wintermädchen. Zu Beginn jedes Kapitels steht ein kurzes Zitat aus diversen Büchern über Elfen. Die meisten Ausschnitte waren zwar recht interessante Elfenbeschreibungen, allerdings fand ich sie weder hilfreich für die Geschichte, noch wirklich sinnvoll. Es war zwar eine nette Idee und meist konnte ich auch eine Beziehung zum Inhalt des jeweiligen Kapitels herstellen, aber für mich waren sie eher unbedeutend und teils auch etwas unpassend, da die meisten Zitate auch vergleichsweise lang bzw. komplex in der Sprache waren.
Die Handlung an sich ist zwar interessant gestaltet, bot jedoch nicht unbedingt viel Spannung. Mir gefiel die Darstellung, wie Ash sich langsam mit der Elfenwelt und ihrem neuen Leben arrangiert. Sie lehnt Keenan von Anfang an ab und versucht, ihn zu meiden, soweit es geht, bis sie erkennen muss, dass sie längst nicht mehr vor ihm fliehen kann. Doch trotzdem gibt sie nicht auf und kämpft weiterhin für ihre Ziele. Aufgrund dieses Handlungsverlaufes erhält Ash charakterliche Tiefe, die sie zumindest ein bisschen tiefgründiger wirken lässt, während die anderen Charaktere eher oberflächlich bleiben und kaum an Tiefe gewinnen.
In der Handlung taucht die eine oder andere überraschende Wendung auf, letztendlich konnte ich das Ende allerdings bereits in groben Zügen erahnen. Nicht nur an dieser Stelle hätte ich mir etwas mehr Einfallsreichtum und andere Wendungen gewünscht, sodass die Geschichte nicht so sehr vorhersehbar ist.
Die Elfen selbst waren für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Ich lese zwar nicht allzu oft etwas über diese Wesen, aber ich stelle sie mir trotzdem entweder so vor wie die Elben in "Der Herr der Ringe" oder wie Feen mit Flügeln. Den typischen High Fantasy Elfen kommen wohl die Hochelfen in "Gegen das Sommerlicht" am nächsten. Ansonsten gibt es fast geisterhafte Erscheinungen, Elfen mit Pflanzenranken am Körper, Elfen in gewöhnlichen Teenagersachen... Sommerelfen wie Keenan, Winterelfen wie seine Mutter, Lichtelfen, Dunkelelfen... Die unterschiedlichen Elfen bilden zwar zusammen eine facettenreiche Welt und sind aufgrund ihres Aussehens schon ziemlich interessant, aber eben recht gewöhnungsbedürfig.
Die Sprache ist eher einfach gehalten. Die Beschreibungen sind recht gut. Gut gefallen hat mir die Darstellung der Gedanken und Gefühle, die gern mal zu kurz kommt.
Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Worte zum Cover verlieren: Ich finde es schlichtweg unpassend. Das Mädchen sieht nicht aus wie Ash und auch sonst passt es nicht zur Geschichte. Das Cover erinnert mich an die Bis(s)-Cover, was jedoch aufgrund der Thematik erst recht unpassend ist.

Fazit

Eigentlich wollte ich dem Buch nur zwei Pergamentfalter geben, aber einzelne Teile der Handlung sowie die Sprache und die Darstellung von Ash und den Elfen retten es dann doch.
Melissa Marr gelingt es kaum, dauerhaft Spannung aufzubauen, da man das Ende von Anfang an erahnen kann. Die Handlung wirkt nicht ausreichend ausgearbeitet, als wäre das Buch aus einem Spontaneinfall heraus entstanden und mit kaum Planung verbunden gewesen.

bewertung_3_pergamentfalter

Klappentext

Sommerlicht auf ihrer Haut

Von klein auf kann Ash Elfen sehen, menschengroß, unheimlich, manchmal zudringlich - von klein auf hält sie diese Gabe aber geheim. Einer der Elfen, Keenan, beginnt ihr zu folgen, wohin auch immer sie geht. Wann immer er in Ashs Nähe ist, spürt sie Sommerlicht auf der Haut und riecht den Duft wilder Blumen.
Doch da ist auch dieses Gefühl von Bedrohung. Ash und ihr Vertrauter Seth entdecken eine Welt voller seltsamer Regeln und Gefahren, und bald erkennt Ash, dass nicht nur ihre Zukunft mit Seth auf dem Spiel steht.

3 Kommentare

  1. Hallo Sarah,
    Ich habe dieses Buch vor eeewigen Zeiten gelesen, aber es ist mir immer noch in Erinnerung geblieben, weil ich es so schrecklich fand! ;D Ich fand die Story total unglaubwürdig und für mich wirkte sie auch sehr konstruiert. Auch mit den Charakteren bin ich nicht warm geworden und sie konnten mich irgendwie nicht berühren.
    Aber ich bin froh, dass es dir besser gefallen hat. Und das ist ja auch das Schöne, das die Geschmäcker so verschieden sind. Sonst wäre das ja sehr langweilig und uns Buchblogger bräuchte man dann ja eigentlich auch nicht.
    Aber du hast deine Meinung auf jeden Fall gut und differenziert dargestellt. Eine schöne Rezension, noch aus den Anfangszeiten deines Blogs, wie ich sehe. Ich finde es auch immer sehr spannend, die Entwicklung der Blogs mitzuverfolgen, daher lese ich auch gern mal ältere Posts. :)
    Liebe Grüße, Julia

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    1. Hallo Julia,
      hui, hätte gar nicht gedacht, dass jemand so weit zurückstöbert ^^
      Lustigerweise habe ich das Buch überhaupt nicht mehr in Erinnerung, nicht einmal beim Lesen der Rezension. Aber vielleicht liegt das daran, dass es einfach ein Durchschnittsbuch ist. Ist es nicht meist so, dass einem nur die richtig schlechten und die richtig guten Bücher in Erinnerung bleiben?

      LG Sarah

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    2. hihi, ja, ich liebe Stöbern. Vor mir sind auch die ältesten Rezensionen nicht sicher! ;D

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Vielen Dank für eure Kommentare!