[Rezension] Lee Carroll: Black Swan - Silberner Fluch

Freitag, 16. August 2013 | Kommentieren
Lee Carroll: Black Swan - Silberner Fluch

512 Seiten | Taschenbuch | Heyne | Deutsch

Original: Black Swan Rising 1
Übersetzer: Kirsten Borchardt
Reihe: Black Swan #1

Erschienen: 12. Juli 2010

ISBN: 978-3453526976
Preis: 15,00 € 

[Nicht mehr im Verlag verfügbar.]

Autoren-Info

Hinter dem Pseudonym Lee Carroll verbergen sich die beiden amerikanischen Autoren Carol Goodman und Lee Slonimsky.
Carol Goodman studierte Creative Writing und unterrichtete Latein. Die Autorin und Universitätsdozentin ist beispielsweise mit "Was niemand wissen darf" bekannt geworden, für was sie mit dem "Hammett Prize" ausgezeichnet wurde.
Lee Slonimsky ist ein New Yorker Hedge-Fond-Manager, Lyriker und Autor.
Mit "Black Swan" veröffentlichten sie das Ergebnis ihrer ersten großen Zusammenarbeit.
» Webseite von Carol Goodman

Klappentext

NIEMAND KANN SEINER BESTIMMUNG ENTKOMMEN...

Ein Unwetter tobt über New York, als die junge Schmuckdesignerin Garet James in einem Antiquitätengeschäft auf eine Schatulle mit dem Symbol eines schwarzen Schwans stößt. Sie öffnet die Schatulle - und damit das Tor in eine magische Welt.

Inhalt

Bei einem Unwetter sucht die junge Schmuckdesignerin Magaret "Garet" James Zuflucht in einem Antiquitätengeschäft, in welchem sie eine Schatulle mit dem gleichen Schwanensymbol wie auf ihrem Ring erhält. Kurz darauf wird die Galerie, die sie mit ihrem Vater gemeinsam betreibt, von merkwürdigen Männern überfallen, die ihr Vater für Dämonen hält. Er wird bei dem Einbruch schwer verletzt. Gleichzeitig verschwindet auch die Schatulle.
Da an das Kästchen ein für die Galerie wichtiger Auftrag gebunden ist, begibt sich Garet auf die Suche nach ihr und beginnt schon bald, an sich selbst zu zweifeln. Das Antiquitätengeschäft, in dem sie die Schatulle erhielt, scheint seit Jahren verlassen, Menschen, die keine sind, wollen ihr etwas von merkwürdigen Fähigkeiten erzählen und dann zieht in New York neuerdings immer wieder Nebel auf, in dessen Folge es zu ungewöhnlichen Zwischenfällen zu tun hat.
Was hat all das mit dem Schwanensymbol zu tun, das sich auf dem Ring ihrer Mutter befindet?

Meine Meinung

In "Silberner Fluch" begleitet der Leser Magaret "Garet" James, eine junge Schmuckdesignerin, aus deren Sicht die Geschichte verfasst ist. Angereichert mit zahlreichen mehr oder weniger ausführlichen Gedankengängen und Beschreibungen erlebt man, wie sich ihr Leben mit Erhalt der Schatulle verändert. Dabei stellte sich mir von vornherein die Frage: Was ist das für eine Schatulle? Die Darstellung lässt auf ein magisches Objekt tippen, aber welche Fähigkeiten hat es? Warum ist es für den einen oder anderen von so großer Bedeutung? Fragen, die sich erst im Laufe der Geschichte langsam klären.
Die Idee mit der Schatulle fand ich sehr gut. Derartiges hab ich bisher in den Büchern, die ich gelesen habe, kaum gefunden. Die Grundidee hatte demnach schon mal ihren Reiz und war - was den realen Teil angeht - gut umgesetzt. Die Darstellung der Schatulle mit den ganzen Linien und Symbolen fand ich sehr gelungen, besonders, da sich dadurch immer neue Fragen ergeben.
Als die Geschichte endgültig in den Fantasy-Bereich schwenkt und neben Magie auch Vampire, Sylphen, Feen und andere Wesen eine Rolle zu spielen beginnen, verliert sie jedoch ihre Überzeugungskraft.
Auf der Suche nach der Schatulle erfährt Garet, dass sie besondere Fähigkeiten erlernen kann. Dieser Lernvorgang nimmt einen sehr großen Teil der Geschichte ein, was ich persönlich enttäuschend fand, da es einerseits nach kurzer Zeit langweilig wurde und andererseits kaum überzeugen konnte. Zu Beginn war ich eigentlich der Ansicht gewesen, dass der Großteil der Geschichte von der Suche nach der Schatulle handelt und nicht vom Erlernen irgendwelcher Fähigkeiten... Dem Autorenduo ist es nur in selteneren Fällen gelungen, diese Fähigkeiten glaubhaft darzustellen. Zwar wird sehr detailreich beschrieben, was Garet tut, aber es bleibt teilweise unklar, inwieweit ihr so manche Fähigkeit helfen soll und einige, wie beispielsweise das Fliegen, wirken schlichtweg unglaubwürdig. 
Eine gute Fantasygeschichte, die im modernen New York spielt, zeichnet sich in meinen Augen dadurch aus, dass sich das Übernatürliche nahtlos in die menschliche Zivilisation einfügt und man jederzeit glauben könnte, dass das eine oder andere Magische tatsächlich so existieren könnte. Diesen Glauben habe ich in "Silberner Fluch" nur sehr selten gewinnen können.
Dafür schlägt die Handlung einige Male überraschende Wendungen ein. Weitere Spannung wird durch mehrere Intrigen und Geheimnisse erzeugt, die sich erst im Laufe der Geschichte offenbaren.
Die Figuren in "Silberner Fluch" schätze ich insgesamt als mittelmäßig ein. Die Protagonistin Garet wird zwar sympathisch und durchaus lebendig dargestellt, aber ich wurde mit ihr die ganze Zeit über nicht richtig warm. Anders sieht es mit dem Nebencharakter Will Hughes aus, der mir sehr gut gefallen hat. Die anderen mehr oder weniger bedeutsamen Figuren sind eher farblos geblieben. Manche Charaktere hatten noch positive Tendenzen, aber insgesamt hat mich kein Charakter, abgesehen von Will, wirklich überzeugt.
Sprachlich gesehen war "Silberner Fluch" recht gut gemacht, auch wenn mir die Sprache manchmal zu einfach war. Die Beschreibungen sind gut gewählt und die Details sind ausreichend.

Fazit

Gehe ich von dem Rückentext aus, hatte ich mir unter diesem Buch wesentlich mehr vorgestellt. Das Grundthema schien stellenweise regelrecht in Vergessenheit zu geraten. 
Die Idee an sich hat mir gut gefallen. Leider wurde sie nicht konsequent umgesetzt und wirklich ausgeschöpft. 
Daher reicht es für "Silberner Fluch" nur für drei Pergamentfalter.


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