Totenbuch - Erster Ausschnitt

Sonntag, 15. Januar 2012 | Kommentieren
Ich habe euch ja vor einiger Zeit mal meine Idee zur Geschichte "Totenbuch" präsentiert. Nun habe ich mal angefangen zu schreiben und habe hier die ersten Ausschnitte für euch ^^

Prolog

Längst hatte sich die finstere Nacht über die Erde gelegt. Mystisch anmutende Wolken verhüllten den mächtigen Vollmond, der weit über dem Boden thronte, doch dessen Licht ihn nicht zu erreichen vermochte. Dichte Nebelschwaden verbargen, was sich unter ihnen zu verstecken versuchte und ließen keinen Funken des beinahe weißen Mondlichts hinab auf die Erde.
Dennoch erhoben sich, eingefangen von kargen Felsen und den Stämmen verdorrter Bäume, die Überreste eines uralten Gemäuers; reckten sich hinauf in den Himmel. Entschlossen trotzten sie den verschlingenden Schwaden, aber eine ihnen eigene Finsternis verjagte auch hier die Licht bringenden Strahlen. Ein Teil der altertümlichen Ruine war bereits in den pechschwarzen Abgrund gestürzt; um den letzten verbliebenen Turm – nach all der Zeit schief und unförmig – zogen kreischende Vögel ihre immerwährenden Runden.
„Herr, es ist alles vorbereitet.“ Die plötzlich erklungene Stimme verhallte schnell zwischen den ewig scheinenden Mauern, abgelöst von einem tiefen, zufriedenen Brummen. Ein formloser Schatten – dunkler als die einheimische Finsternis – bewegte sich zwischen den zerfallenen Steinen, glitt durch die ehemals prächtigen Hallen, die er seit Jahrhunderten seine Heimat nannte.
„Unsere Zeit ist gekommen.“


Part 1

Heiteres Lachen schallte aus den unzähligen Tavernen im Hafen einer kleinen Stadt, erfüllte die finsteren Straßen und einsamen Gassen mit Leben. Schwere, tief hängende Wolken verbargen die sonst so funkelnden Sterne und den hell strahlenden Vollmond. Vermutlich würde es in dieser Nacht noch Regen geben.
Eine einzelne Gestalt huschte durch die leeren Straßen, bedacht, die Lichtkegel der wenigen Straßenlampen mit ihren kleinen Licht bringenden Flammen zu meiden. Verborgen unter einer schwarzen Kutte nutzte sie behände die Schatten, verschwand nahezu in ihnen, um an einer anderen Stelle wieder in Erscheinung zu treten. Eine Gruppe lachender Männer wankte auf sie zu, doch die Gestalt sehen konnten sie nicht. Längst war sie mit den Schatten in einer schmalen Gasse verschmolzen; harrte dort geduldig aus, bist die tapsigen Schritte verklungen waren.
 

Wie findet ihr es bisher?
Hoffe auf viele Meinungen :)

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