[Rezension] Tilman Rammstedt: Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

Samstag, 23. März 2013 | Kommentieren
So, Klausuren sind geschrieben, Kurzkontrollen ebenso. Jetzt muss ich mich nur noch auf die Prüfungen vorbereiten, aber immerhin ist jetzt wieder Zeit zum Lesen. Deswegen hab ich es jetzt auch endlich geschafft, "Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters" zu Ende zu lesen.
Danke an BdB für dieses Buch!


cover
Bildquelle: >Dumont Buchverlag
160 Seiten | Taschenbuch | Dumont Buchverlag | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Einzelband

Erschienen: 01. April 2014

ISBN: 978-3499267734
Preis: 18,99 €

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Rezensionsexemplar

Inhalt

Einerseits gibt es da Tilman Rammstedts Bankberater, einen eigensinnigen Mann, der nach Zusammenhängen und Wahrheiten sucht.
Auf der anderen Seite schreibt Tilman Rammstedt immer wieder Mails an Bruce Willis. Er soll in seinem Buch mitspielen, eigentlich als Bankberater. Oder doch nicht? Denn sein Bankberater hat sich in eine recht verzwickte Situation manövriert. Aus dieser Grundsituation entsteht im Laufe des Mailverkehrs eine abenteuerliche, verrückte Geschichte, in der auch ein toter Hund, der wohl eigentlich besser eine Katze sein sollte, seine Rolle findet.

Meine Meinung

Tja, was sagt man zu einem Buch, dass in meinen Augen keinen Inhalt im üblichen Sinne hat und bei dem das Buch ansonsten zweigeteilt ist?
Ich denke, ich beginne erst einmal mit den Mails an Bruce Willis. Warum ausgerechnet Bruce Willis? Warum kein anderer Actionfilm-Star? Auf diese Frage habe ich keine Antwort gefunden. Hartnäckig schreibt Tilman Rammstedt immer wieder Mails an ihn, ohne jemals eine Antwort zu bekommen. Die E-Mails wirken dabei stellenweise wirklich langatmig und teilweise werden sie langweilig. Die dargebotene Hartnäckigkeit begann mich manches Mal zu nerven, wenn Tilmann Rammstedt Bruce Willis versuchte, von der Rolle in seinem Buch zu überzeugen. Ansonsten entwickelt sich in den Mails eine skurrile Geschichte, wie ich sie bisher noch nicht gelesen habe und ich muss gestehen, ich weiß noch nicht genau, was ich davon halten soll. Einerseits mochte ich dieses Verrückte. Es ist etwas anderes und die Geschichte ist wirklich amüsant, aber der sprichwörtliche Funke ist nicht übergesprungen. Vermutlich war die Handlung dafür dann doch etwas zu verrückt.
Die Passagen von dem Bankberater haben mir deutlich besser gefallen. Jede einzelne von ihnen besitzt einen gewissen Humor und wirkt gleichzeitig so skurril, dass sie teilweise tatsächlich real sein könnte. Die einzelnen Abschnitte gehören eher selten zusammen. Meistens sind sie einzeln zu betrachten und die vorhergehenden Passagen braucht man rein theoretisch fast nie zu kennen.
Sprachlich konnte Tilman Rammstedt überzeugen. Wie ich schon schrieb, ist fast jede Mail von einer Hartnäckigkeit gekennzeichnet, die durch Wiederholungen, verkürzte Konstruktionen und andere sprachliche Mittel sehr gut deutlich wird. Die Worte sind treffsicher gewählt.
Besonders die Passagen mit dem Bankberater sind von Witz und Humor geprägt. Sprachlich sind auch sie gut gestaltet und geprägt von indirekter Rede.
Zu den Figuren... Nun gut, wen kann man in diesem Buch wirklich eine Figur im Sinne der Belletristik nennen?
Ich hatte gehofft, der Autor würde am Ende, vielleicht in einer Art Nachwort, verraten, was von diesem Buch wirklich real und was Fiktion ist.
Ist Tilmann Rammstedt wirklich der hartnäckige Mensch, der nach dem "glücklichen Ende" strebt, oder ist er jemand anderes?
Hat ihn sein Bankberater zu diesem Buch inspiriert oder entsprang dieser Bankberater im Buch lediglich seiner Fantasie?
Bruce Willis ist in diesem Buch, soweit er von Tilmann Rammstedt beschrieben wird, nicht der Actionheld, sondern ein schweigsamer, teilweise antriebsloser Mensch, dem scheinbar vieles egal ist.
Wirklich warm geworden, bin ich mit den Figuren nicht, auch wenn ich die Figur des Bankberaters bzw. seine Gedanken recht interessant fand. Bei dem einen oder anderen Gedanken hatte ich das Gefühl, dass ich selbst manchmal so einen "melancholischen Bankberater" an meiner Seite habe, der über die größeren Zusammenhänge nachdenkt, denn in manchen seiner Äußerungen steckt bei genauerem Hinsehen und ein wenig Interpretation mehr Wahrheit, als man im ersten Moment glaubt.

Fazit

Ich bin mir nicht so sicher, was ich von dem Buch halten soll. Sprachlich finde ich es klasse, aber inhaltlich... Die Passagen mit dem Bankberater haben mir recht gut gefallen und auch die eine oder andere Mail war interessant, aber ernsthaft überzeugen konnte mich das Buch nicht, dafür war es mir dann doch zu wenig Handlung, die auf 160 Seiten gestreckt wurde. Das kann auch der Humor nicht herausreißen, der sich im gesamten Buch finden lässt.

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