[Rezension] Maximo Duncker: Wer hier stirbt, ist wirklich tot

Freitag, 25. Januar 2013 | Kommentieren
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Maximo Duncker: Wer hier stirbt, ist wirklich tot

320 Seiten | Ebook | Blanvalet | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Einzelband

Erschienen: 19. November 2012

ISBN: 978-3-641-08380-9
Preis: 7,99 €

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Autoren-Info

Maximilian Olaf "Maximo" Duncker, geboren 1970 in Berlin-Zehlendorf, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie. Er arbeitete als Lektor und Korrektor und ist heute Software-Berater, obwohl seine Leidenschaft stets dem Schreiben galt. Nachdem er seine bisherigen Bücher unter Pseudonymen veröffentlichte, erschien "Wer hier stirbt, ist wirklich tot" als erstes seiner Bücher unter seinem richtigen Namen bzw. seinem Spitznamen.

Inhalt

Kai van Harm ist Journalist und lebt in einem kleinen Haus mit seiner Familie. Seine Frau Constance achtet stets auf Bio-Kost und seine Kinder Janne und Erik ignorieren ihn die meiste Zeit. Eigentlich kann er von seinem Leben nicht behaupten, dass es sonderlich spannend ist.
Bis zu jenem Januarmorgen, an dem er wie immer zur Arbeit geht. Doch dort, wo sein Büro gewesen war, herrscht Chaos. Eine Explosion. Und als wäre das noch nicht genug, verliert Kai nicht nur sein Büro, sondern auch noch seinen Job. Nachdem es in der Folgezeit sogar in seiner Familie bergab geht, zieht Kai sich in das Bauernhaus zurück, das seiner Familie gehört, nicht ahnend, dass das Durcheinander dort erst beginnt. 
Kirchenbrände, Grabschänderei, eine Tote. Und mitten drin nicht nur die Dorfjugend, sondern sogar Kai's Kinder...

Meine Meinung

Inhaltlich konnte das Buch wenig überzeugen.
Bei einem Krimi erwarte ich eine spannende Handlung mit gutem Spannungsbogen. Davon war in diesem Buch nur äußerst wenig zu spüren. Ich habe keine wirkliche Spannung gespürt. Es wirkte mehr wie eine einfache Erzählung mit der einen oder anderen interessanten Wendung, aber ohne wirkliche Überraschungen, abgesehen von dem Ende, dass dann doch ein wenig überraschend war. 
Zudem enthält das Buch besonders zu Anfang einige Zeitsprünge, die in Kais Gedanken stattfinden, jedoch so eingebaut wurden und derart lang sind, dass sie sehr verwirren und man sich am Ende fragt, wo und wann nun die eigentliche Realität in dem Buch spielt.
Sprachlich gibt es nur wenig Positives.
Die Beschreibungen sind ganz gut, wenn auch stellenweise verwirrend, da die Sätze manchmal abgehackt sind. Andere Male sind es viel zu lange Schachtelsätze, bei denen man sich am Ende durchaus fragt, was denn nun am Anfang stand. Da man solche Sätze mehrmals lesen muss, behindern sie natürlich sehr den Lesefluss.
Weiterhin empfand ich die in Klammern gefassten Einschübe störend und irritierend. Klammer symbolisieren für mich immer etwas, das man nicht richtig einpassen konnte in die Stelle. Oder an eine flüchtige Idee. Meines Erachtens nach gehört so etwas nicht in ein Buch.
Die Sprache an sich ist komplex, was nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss, aber die meiste Zeit ist die Sprache einfach viel zu nüchtern und sachlich. Man merkt zwar, dass sich der Autor durchaus daran versucht hat, Gefühle und Empfindungen einzubauen, aber es ist kaum gelungen.
Die Figuren fand ich beinahe durchgehend unsympathisch.
Kai van Harm ist eine platte Figur ohne wirkliche charakterliche Tiefe. Ich konnte mich mit ihm keinen Moment anfreunden. Irgendwie ist er nüchtern, hat keine wirklichen Gefühle, die auch richtig deutlich werden. Hinzu kommt, dass es mich ziemlich gestört hat, immer nur "van Harm" zu lesen. Es waren eher seltene Fälle, in denen er dann mal mit Vorname im Erzählerbericht bezeichnet wurde.
Nur wenige Charaktere konnten ein wenig Sympathie gewinnen und das auch nur aufgrund der Namen, da ich beispielsweise den Namen "Felix" liebe, und manche, wie Bruno, aufgrund ihres Dialekts, der wirklich interessant gestaltet war.
Das Cover war das einzige, was mir an dem Buch wirklich gefallen hat. 
Es ist ziemlich witzig, auch wenn ich mir persönlich für diesen Inhalt ein anderes Cover gewählt hätte, aber auf jeden Fall habe ich mir das Cover länger angeschaut, weil es einfach interessant ist.

Fazit

Letztendlich muss ich ernsthaft sagen, dass das Buch zur Gruppe der schlechtesten zählt, die ich bisher gelesen habe. Es war langweilig, die Charaktere hatten keine Tiefe und die Sprache konnte mich auch nicht überzeugen. Insgesamt ein Reinfall, den ich nicht als wirklichen Krimi bezeichnen würde.

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