[Rezension] Sandra Gernt: Nayidenmond

Donnerstag, 22. Dezember 2011 | Kommentieren
220 Seiten | Taschenbuch | Dead Soft Verlag | Deutsch

Originalausgabe

Reihe: Einzelband

Erschienen: 01.06.2011

ISBN: 978-3934442757
Preis: 13,95 €

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Inhalt

Rouven ist einer der vielen Söhne des Königs von Kyarvit und führt im Palast ein unbeschwertes Leben. Obwohl er niemals Anspruch auf den Thron haben wird, tauchen eines Nachts drei Oshanta - gefühllose Attentäter - auf und entführen ihn direkt aus seinem Bett. Auf dem Weg zu ihrem Auftraggeber vergreifen sich zwei Oshanta an dem durch das Betäubungsgift schwer mitgenommenen Mann - missbrauchen und foltern ihn. Der dritte Oshanta, Iyen, kann die Taten seiner Waffenbrüder nicht länger tolerieren, denn obwohl diese Mörder nur Zorn, Tod und Gefühlskälte kennen, verstoßen sie mit ihren Taten gegen den Kodex der Oshanta, und so wagt er das nahezu Unfassbare: Er verhilft Rouven zur Flucht und rettet ihm damals, obwohl ihm längst klar ist, dass er nie wieder in sein altes Leben wird zurückkehren können. Ein Spiel mit der Zeit beginnt, denn nicht nur die beiden verbliebenen Oshanta haben es erneut auf Rouven abgesehen. Gefahr droht auch aus anderen Kreisen, von gedachten Verbündeten.

Meine Meinung

Hätte ich mich nicht gebremst, weil ich eine Weile an dem Buch lesen will bzw. wollte, hätte ich es innerhalb weniger Stunden durchgelesen.
Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist wunderbar ausgearbeitet. Da gibt es Oshanta mit ihrer vollkommen eigenen Moral, sofern man noch davon sprechen kann, und ihrem ganz eigenen Erscheinungsbild. Es gibt Könige und Intrigen, ebenso wie ein wundervoll dargestelltes Naturereignis, den Nayidenmond, und weise Schriften. So beginnt jedes Kapitel mit einem Zitat aus einem Werk, meist von Ebano. Es ist faszinierend, dass ein großer Teil dieser Zitate auch für unsere Welt anwendbar sind.
Sandra Gernt gelingt es, den Leser mit wenigen Worten zu fesseln. Unvorhersehbare Wendungen bringen immer wieder neuen Wind in dieses tolle Buch und sie versteht es mit einfachen Umschreibungen und im Einzelnen unbedeutenden Worten die Entwicklung der Liebe zwischen Iyen und Rouven auf wundersame Weise darzustellen.
Zwar gibt es, wie in wohl jedem Werk, kleinere Logiklücken und Unstimmigkeiten, über die sich jedoch leicht hinwegsehen lässt, da sie einem eigentlich erst richtig beim genauen darüber Nachdenken auffallen.So erscheint es zum einen unlogisch, dass Rouven durch die Betäubung und die Folter fast tot ist, schließlich aber doch die Kraft findet, mit Iyen zu fliehen. Ebenso wird meiner Meinung nach zu leichtfertig mit Rouvens physischen und psychischen Verletzungen umgegangen.
Zum anderen ist es etwas unglaubhaft, dass die Weissagungen des Ebano zwar sehr bekannt sind, Iyen jedoch den Zusammenhang mit Rouvens ungewöhnlichen Augen nur mühsam entschlüsseln kann. Warum ist darauf noch niemand vor ihm bekommen? Schließlich sind seine Augen wahrscheinlich jedem aufgefallen.
Auch Iyen bemitleidete sich in meinen Augen an einigen Stellen zu oft. Mehrfach betont er, wie wertlos er sei, was zu dem ansonsten recht selbstbewussten, starken Charakter nicht passt.
Eine kleine Enttäuschung am Ende ist noch zu nennen: Der Zeitsprung von 6 Jahren ist zwar gut platziert, doch danach wird etwas wenig zu der Entwicklung beider Charaktere gesagt. Zwar wird einigermaßen dargestellt, was in den Jahren passiert ist, doch es wirkt, als hätte der Leser die Charakterentwicklung in den letzten 6 Jahren miterleben können und als hätte es gar keinen Zeitsprung gegeben.

Fazit

Trotz dieser kleinen Mankos kann ich allen, die diese Richtung von Literatur mögen, dieses Buch wärmstens ans Herz legen!


Klappentext

Liebe kennt kein Gesetz und keine Grenze ... Oshanta – sie sind Attentäter, kennen nichts als Zorn und Tod. Sie können und sie dürfen nicht lieben. Doch für Rouven wird einer von ihnen zum Verräter. Iyen rettet den jungen Mann vor seinen Waffenbrüdern, die ihn grausam gefoltert haben.
Warum wurde Rouven entführt? Was verbindet diese zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten? Im Licht des Nayidenmondes wird verborgen, was hell und klar erschien, und offenbar, was im Dunkeln lag...

Klappentext mit freundlicher Genehmigung vom Dead Soft Verlag.

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